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Freie Universität Bozen

Universität in Italien

Die Freie Universität Bozen (englisch Free University of Bozen-Bolzano; italienisch Libera Università di Bolzano; ladinisch Universitá Liedia de Bulsan), 1997 in Bozen (Südtirol, Italien) gegründet, umfasst fünf Fakultäten. Im Gegensatz zu anderen italienischen Universitäten wird sie nicht vom italienischen Staat, sondern vom Land Südtirol betrieben und finanziert.[4][5] Sie gehört zusammen mit den Universitäten Innsbruck und Trient zu den größten Bildungseinrichtungen der Europaregion Tirol–Südtirol–Trentino. Die Universität unterhält neben ihrem Hauptsitz in Bozen auch Standorte in Brixen und Bruneck. Die Universität ist zudem mit mehreren Laboratorien der Fakultät für Naturwissenschaft und Technik, der Fakultät für Informatik und der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften am NOI Techpark Südtirol vertreten.[6]

Freie Universität Bozen
Logo
Motto Dreisprachig und interkulturell
Gründung 1997
Ort Bozen, Italien
Präsidentin, Rektor Ulrike Tappeiner,[1] Paolo Lugli[2]
Studierende ca. 4.050, davon 1.700 in Brixen und 240 in Bruneck (Juni 2018)[3]
Mitarbeiter ca. 382 (Juni 2018)[3]
davon Professoren 130 (Professoren und Forscher auf Planstelle, Juni 2018)[3]
Jahresetat 78,6 mln €[3]
Website www.unibz.it
Siegel der Universität

Die mehrsprachige Universität bietet die Lehrveranstaltungen ihrer Studiengänge auf Deutsch, Englisch und Italienisch an. Zudem gibt es an der Fakultät für Bildungswissenschaften auch einzelne Lehrveranstaltungen in ladinischer Sprache. Die Studienbewerber müssen sich sprachlichen Aufnahmeverfahren unterziehen.[7]

GeschichteBearbeiten

 
Rektoratsgebäude in Bozen
 
Standort in Brixen
 
Standort in Bruneck
 
Universitätsbibliothek Bozen

Die Gründung erfolgte 1997 durch die Südtiroler Landesregierung mit zwei Fakultäten (Wirtschaftswissenschaften in Bozen und Bildungswissenschaften in Brixen). 1998 wurde die Bibliothek der Freien Universität Bozen eröffnet. Es folgten die Fakultäten für Informatik und Design und Künste. Die letzte Fakultätsgründung erfolgte im Jahr 2007 mit der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik.

Die innerstädtisch gelegenen Universitätsgebäude in Bozen wurden von den Zürcher Architekten Matthias Bischoff und Roberto Azzola geplant, die einen international ausgeschriebenen Architekturwettbewerb für sich entscheiden konnten.[8] Der Brixner Standort wurde ebenfalls als Ergebnis einer internationalen Auslobung nach einem Entwurf der Stuttgarter Architekten Regina Kohlmayer und Jens Oberst 2004 gebaut.[9]

Fakultäten und StudiengängeBearbeiten

  • Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
    • Bachelor in Wirtschaftswissenschaften und Betriebsführung
    • Bachelor in Ökonomie und Sozialwissenschaften
    • Bachelor in Tourismus-, Sport- und Eventmanagement (am Standort Bruneck)
    • Master in Unternehmensführung und Innovation
    • Master in Verwaltung und Politik öffentlicher Institutionen
    • Master in Accounting und Finanzwirtschaft
    • PhD in Management and Economics
  • Fakultät für Informatik
    • Bachelor in Informatik
    • Bachelor in Wirtschaftsinformatik
    • Master in Computational Data Science
    • Master in Computational Logic
    • Master in Software and Systems Engineering
    • PhD in Computer Science
  • Fakultät für Design und Künste
    • Bachelor in Design und Künste, Studiengang Design
    • Bachelor in Design und Künste, Studiengang Kunst
    • Master in Eco-Social Design
  • Fakultät für Naturwissenschaften und Technik
    • Bachelor in Industrie- und Maschineningenieurwesen
    • Bachelor in Agrar-, Lebensmittel- und Bergumweltwissenschaften
    • Bachelor in Holzingegnieurwesen (berufsbildender Bachelor)
    • Master in Industrial Mechanical Engineering
    • Master in Environmental Management of Mountain Areas
    • Master in Energy Engineering
    • Master in Food Sciences for Innovation and Authenticity
    • Master in Horticultural Science
    • Master in Viticulture, Enology and Wine Marketing
    • PhD in Mountain Environment and Agriculture
    • PhD in Sustainable Energy and Technologies
    • PhD in Food Engineering and Biotechnology
    • PhD in Advanced-Systems Engineering
  • Fakultät für Bildungswissenschaften (Standort Brixen)
    • Bachelor in Sozialarbeit
    • Bachelor in Sozialpädagogik
    • Bachelor in Kommunikations- und Kulturwissenschaften
    • Master in Bildungswissenschaften für den Primarbereich
    • Master in Innovation in Forschung und Praxis der sozialen Arbeit
    • Master in Musikologie
    • Master in Angewandter Linguistik
    • PhD in Allgemeiner Pädagogik, Sozialpädagogik, Allgemeiner Didaktik und Fachdidaktik

ForschungszentrenBearbeiten

2004 wurde das Kompetenzzentrum Sprachen eingerichtet, das sich mit Spracherwerb, Sprachenlernen und generell mit mehrsprachigen Interaktionsformen befasst. Geleitet wird es von der Sprachwissenschaftlerin Rita Franceschini. Ende 2013 wurde an der unibz auch das Zentrum für Regionalgeschichte gegründet, dessen Leitung der Historiker Oswald Überegger übernahm.

LeitungBearbeiten

RektorenBearbeiten

PräsidentenBearbeiten

Studentische AktivitätenBearbeiten

StudentenvertreterBearbeiten

Die Wahlen der Studentenvertreter finden im Regelfall alle zwei Jahre statt. Sie können jedoch auch zwischen zwei Wahlterminen im Zeitraum von November bis Januar auf Antrag der Studentenvertreter ausgerufen werden, wenn Ämter unbesetzt sind. Gewählt werden gemäß der Wahlordnung in der Fassung vom Oktober 2010 studentische Vertreter für den Universitätsrat (ein Sitz), den Senat (zwei Sitze – einer für Bozen, einer für Brixen), die Fakultätsräte (zehn Sitze, zwei pro Fakultät), die Studiengangsräte sowie den Beirat für Chancengleichheit (zwei Sitze). Die ersten Studentenvertreterwahlen haben 2002 stattgefunden.[10][11]

KikeroBearbeiten

Kikero (Eigenschreibweise kikero) ist ein Freizeit- und Kulturverein, der bereits kurz nach Gründung der Universität ins Leben gerufen wurde. Er organisiert regelmäßige Veranstaltungen wie beispielsweise den Debattierclub und feste jährliche Projekte wie den Universitätsball. Auch das Print-Magazin flyer wird von kikero herausgegeben.

S.C.U.B.Bearbeiten

Der Sports Club University Bolzano kümmert sich um die Organisation regelmäßiger sportlicher Aktivitäten und Trainings. Einmal im Jahr werden die Bolzano Snowdays veranstaltet, zu denen Studenten aus zahlreichen Universitäten Europas eingeladen werden. Mit dabei waren unter anderem Studenten von Universitäten aus Spanien, Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien.

Südtiroler HochschülerInnenschaftBearbeiten

Die Südtiroler HochschülerInnenschaft ist die wichtigste Südtiroler Studentenvertretung. Neben dem Hauptsitz in Bozen gibt es sieben Außenstellen in großen Universitätsstädten in Österreich und Italien. Die sh.asus wurde 1955 gegründet, das Hauptaugenmerk der Tätigkeit ist die gewerkschaftliche Interessensvertretung der in Südtirol Studierenden und der Südtiroler Studierenden im Ausland. Die sh.asus definiert sich als interethnischer Verein.

LiteraturBearbeiten

  • Universitas est: Essays und Dokumente zur Bildungsgeschichte in Tirol/Südtirol – Saggi e documenti sulla storia della formazione in Tirolo/Alto Adige – Essays and documents on the history of education in Tyrol/South-Tyrol – Articui y documenc sun la storia dla formazion tl Tirol/Südtirol, hrsg. von Hans Karl Peterlini und Hannes Obermair, 2 Bde., Bozen: Bozen-Bolzano University PressEdition Raetia 2008, 972 S. mit zahlreichen Abb. ISBN 978-88-7283-316-2
  • Jens Woelk: «Forschung und Lehre in Südtirol: Europäische Akademie und Freie Universität Bozen». In: Die Verfassung der Südtiroler Autonomie, Baden-Baden: Nomos 2005, S. 435–448.
  • Klaus Kempf, Franz Berger: «The Library as a Service Point. The Case of the Bozen University Library: Planning, Building, Financing». In: Liber Quarterly 10, 2000, S. 108–116.[12]
  • Christine Plieger-De Biasi, Thomas Simma: Freie Universität Bozen – Libera Universita di Bolzano – Free University of Bozen/Bolzano. The Architecture Competition for the Main Site, Wien/Bozen: Folio 1998. ISBN 978-3-85256-105-9

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Freie Universität Bozen - Libera Università di Bolzano – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. https://www.unibz.it/en/home/organisation/president-vice-president/
  2. https://www.unibz.it/en/home/organisation/rector-vice-rectors/
  3. a b c d Daten, Zahlen & Fakten 2018/2019. (PDF; 90 kB) In: unibz.it. 30. Juni 2018, archiviert vom Original am 23. August 2018; abgerufen am 16. November 2018.
  4. Universität. In: provinz.bz.it. Südtiroler Landesverwaltung, abgerufen am 28. April 2019.
  5. Genehmigung der Vereinbarung "Bildungs und Forschungsplattformen" zwischen der Autonomen Provinz Bozen Südtirol und der Freien Universität Bozen. Beschluss der Landesregierung.
  6. Forschungsgruppen der Universität am NOI Techpark
  7. Dreisprachig studieren. In: unibz.at. Abgerufen am 9. Oktober 2019 (siehe Abschnitt: Sprachliche Voraussetzungen für Zulassung und Studienabschluss).
  8. Ein neues Kapitel in der Stadtgeschichte: Realisierungswettbewerb Freie Universität Bozen entschieden. In: baunetz.de. 17. August 1998, abgerufen am 14. Mai 2018.
  9. Baunetz – Gangkreuz und Kreuzgang
  10. Verordnung zur Wahl der Studentenvertreter in den Gremien der Freien Universität Bozen. (PDF; 275 KB) Genehmigt mit Beschluss des Gründungsrates Nr. 87 vom 11.02.2000 […] Abgeändert mit Beschluss des Universitätsrates Nr. 55 vom 22.10.2010. In: unibz.it. 22. Oktober 2010, archiviert vom Original am 31. Januar 2012; abgerufen am 21. Februar 2018.
  11. Election of the Student Representatives in the Advisory Bodies of the Free University of Bozen/Bolzano. In: unibz.it. Archiviert vom Original am 18. Februar 2013; abgerufen am 26. Februar 2018 (englisch).
  12. Open Access Digizeitschriften

Koordinaten: 46° 29′ 52,5″ N, 11° 20′ 58″ O