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Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren

Das Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP (Fraunhofer IZFP) ist eine Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft. Der Institutssitz ist auf dem Campus der Universität des Saarlandes in Saarbrücken.

Fraunhofer-Institut für
Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP
Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP
Das Fraunhofer IZFP in Saarbrücken
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: Fraunhofer-Gesellschaft
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Sitz des Trägers: München
Standort der Einrichtung: Saarbrücken
Art der Forschung: Angewandte Forschung
Fächer: Ingenieurwissenschaften
Fachgebiete: Werkstoffwissenschaft, Verfahrenstechnik Materialwissenschaften
Leitung: Randolf Hanke
Mitarbeiter: 119 Stammpersonal (Stand Februar 2018)
Homepage: www.izfp.fraunhofer.de

Die Aktivitäten sind seit 1972[1] der angewandten Forschung und Entwicklung im Fach Ingenieurwissenschaft in den Bereichen Werkstoffwissenschaft und Verfahrenstechnik zuzuordnen. Das Institut wurde 1972 gegründet, von 1992 bis 2013 bestand zudem ein Institutsteil in Dresden (IZFP-D). Die Institutsteile Saarbrücken und Dresden erhielten 2008 bzw. 2010 die Auszeichnung Ort im Land der Ideen.

Inhaltsverzeichnis

Forschung und EntwicklungBearbeiten

Das Fraunhofer IZFP forscht und entwickelt an Technologien für zerstörungsfreies Monitoring zur Material-, Bauteil- und Produktcharakterisierung und erarbeitet industrietaugliche Systemlösungen bis hin zur Prototyp- und Serienfähigkeit. Das Institut richtet sich dabei – über die gesamte Breite zerstörungsfreier Prüfverfahren – an branchenspezifischen Produktlebenszyklen aus. Die Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker erarbeiten anwendungsorientierte Monitoring-Lösungen zur Verbesserung der Produktqualität seiner Kunden – von prozessintegrierter Sensorik zum Materials Data Space.

Der FuE-Fokus liegt auf der intelligenten Erfassung von prozessrelevanten Informationen zu Material- und Produktveränderungen, die durch Einflüsse von Mensch, Maschine oder Umwelt erzeugt werden.

Die Arbeit des Fraunhofer IZFP richtet sich an der ZfP-Wertschöpfungskette des Produktlebenszyklus aus; der Fokus liegt auf Kernkompetenzen und Technologien für die Geschäftsfelder[2]:

  • Automotive
  • Bahn
  • Energie / Anlagen
  • Halbzeuge
  • Infrastruktur / Bau

Unter den Aspekten gesteigerter Sicherheit, Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit steht vor allem die Verbesserung der Produktqualität im Fokus der anwendungsorientierten, industrietauglichen Neu- und Weiterentwicklungen. Aktuelle Forschungsarbeiten beschäftigen sich zudem verstärkt mit kognitiver Sensortechnik:

Im Jahr 2016 wurde eine gemeinsame Arbeits- und Forschungsgruppe von htw saar und dem Fraunhofer IZFP mit Sitz in Saarbrücken gegründet: AutomaTiQ forscht und entwickelt im Themenfeld der automatisierten Signal- und Bildverarbeitungstechniken für innovative zerstörungsfreie Sensorik zur Qualitätssicherung in der flexibilisierten Produktion von morgen. Die Forschungsgruppe adressiert hierbei den industriellen Bedarf für die effiziente und qualitätsgesteuerte Produktion von morgen. Die Kompetenzen der Gruppe erstrecken sich auf intelligente Sensorik und Methoden zur Aufbereitung und Verarbeitung von komplexen und bildgebenden Sensordaten (z. B. Methoden wie Ultraschall, Optik, Thermographie, Elektromagnetik oder Röntgen) in anwendungsspezifische Informationen. Zum Einsatz kommen dabei innovative Verfahren für Datenerfassung, der 3D-Rekonstruktion und -Visualisierung, sowie der Datenverarbeitung und -auswertung. Hier werden modernste Techniken des Maschinellen Lernens und der Künstlichen Intelligenz für die Sensordaten-Verarbeitung und zur Ableitung relevanter Informationen entwickelt und eingesetzt. Die dabei erarbeiteten Methoden und Algorithmen werden in hochperformante Software-Module und -Systeme implementiert. Ziel ist es, Produkte und Materialien in ihrem jeweiligen Zustand entlang des gesamten Produktlebenszyklus zu charakterisieren. Die bereitgestellten Informationen dienen der Optimierung von Qualität, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit für Fragestellungen aus den Bereichen Technik, Mensch und Umwelt.[3]

Am 1. Januar 2018 wurde im Rahmen des Fraunhofer Attract-Programms eine neue Fraunhofer IZFP-Forschergruppe »Signalverarbeitung für die Materialdatengewinnung mit intelligenter Sensorik«, kurz SigMaSense, gegründet.[4] Die SigMaSense-Gruppe beschäftigt sich mit innovativen Methoden zur Erfassung und Verarbeitung von Signalen im Bereich der Gewinnung intelligenter Materialdaten. Dies stellt eine konsequente Weiterentwicklung der klassischen zerstörungsfreien Materialprüfung dar, indem Vorwissen über Vorgeschichte und zukünftige geplante Nutzung des Produkts verwendet wird, um die Gewinnung von Daten über den aktuellen Zustand eines Produkts zu optimieren.[5]

KooperationenBearbeiten

Das Fraunhofer IZFP ist Mitglied im Fraunhofer-Verbund Werkstoffe, Bauteile - MATERIALS[6] sowie im Fraunhofer-Verbund Mikroelektronik[7]. Das Institut ist außerdem Mitglied der Fraunhofer Allianzen autoMOBILproduktion[8], Bau[9], Leichtbau[10], Numerische Simulation von Produkten, Prozessen[11], Verkehr[12] und Vision[13] (Bildverarbeitung).

Im Jahr 1998 wurde das Entwicklungszentrum Röntgentechnik gegründet. Dieses ist eine gemeinsame Abteilung des Fraunhofer IZFP und des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen.

Im universitären Bereich bestehen enge Kooperationen mit dem Lehrstuhl Zerstörungsfreie Materialprüfung und Qualitätssicherung der Universität des Saarlandes, die den Grundlagenforschungsbedarf des Fraunhofer IZFP abdecken, sowie eine enge Kooperation mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken.[14]

Zahlen und NamenBearbeiten

Gründungsdirektor war Paul Höller, der das Institut von 1972 bis 1990 leitete. Ihm folgte Michael Kröning, der das Institut bis 2008 führte. Von 2008 bis September 2013 wurde Christian Boller zum Institutsleiter berufen. Seit dem 1. Oktober 2013 wird das Institut geschäftsführend von Randolf Hanke geleitet. Er ist gleichzeitig Leiter des Entwicklungszentrums Röntgentechnik der Fraunhofer-Institute IZFP und IIS.

Der Betriebshaushalt des Fraunhofer IZFP lag im Geschäftsjahr 2017 insgesamt bei 14,02 Millionen Euro. Rund 3,63 Millionen Euro kamen aus der Grundfinanzierung, welche zu 90 % aus Bundesmitteln und zu 10 % aus Landesmitteln finanziert werden. Der überwiegende Teil der Mittel sind Erträge aus der Auftragsforschung für die Wirtschaft sowie aus öffentlichen Projekten. Der Anteil der Industrieerträge am Betriebsaufwand lag 2017 bei etwa 45 %.[15]

Am Fraunhofer IZFP arbeiteten 2017 im Jahresdurchschnitt 167 Mitarbeitende, davon bildeten 119 das Stammpersonal. Die sonstigen Mitarbeitenden waren Studierende, Auszubildende und Doktoranden.[16] Das Institut ist gem. DIN EN ISO / IEC 17025 zertifiziert.[17]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. https://www.izfp.fraunhofer.de/de/institutsprofil.html
  2. Sabine Poitevin-Burbes: Geschäftsfelder Fraunhofer IZFP. In: Fraunhofer IZFP. Fraunhofer IZFP, 2017, abgerufen im Jahr 2018.
  3. Sabine Poitevin: Forschungsgruppe AutomaTiQ. In: https://www.automatiq-rd.de/automatiq/ueber-uns. AutomaTiQ, 9. April 2018, abgerufen am 9. April 2018.
  4. Fraunhofer Attract »SigMaSense«. Abgerufen am 5. März 2018 (deutsch).
  5. Sabine Poitevin: Forschergruppe SigMaSense. In: https://www.izfp.fraunhofer.de/de/institutsprofil/FraunhoferAttractSigMaSense.html. Fraunhofer IZFP, 9. April 2018, abgerufen am 9. April 2018.
  6. Fraunhofer-Verbund MATERIALS. Abgerufen am 2. März 2018.
  7. Fraunhofer-Verbund Mikroelektronik. Abgerufen am 2. März 2018.
  8. Fraunhofer Allianz autoMOBILproduktion. Abgerufen am 2. März 2018.
  9. Fraunhofer Allianz Bau. Abgerufen am 2. März 2018.
  10. Fraunhofer Allianz Leichtbau. Abgerufen am 2. März 2018.
  11. Fraunhofer Allianz Numerische Simulation. Abgerufen am 2. März 2018.
  12. Fraunhofer Allianz Verkehr. Abgerufen am 2. März 2018.
  13. Fraunhofer Allianz Vision. Abgerufen am 2. März 2018.
  14. Sabine Poitevin-Burbes: Pressemitteilung. In: Einweihung Neubau Automotive Quality Saar. 12. Juli 2011, abgerufen am 5. März 2018 (deutsch).
  15. Sabine Poitevin: Jahresbericht 2017 des Fraunhofer IZFP. In: Fraunhofer IZFP. Fraunhofer IZFP, 2018, abgerufen am 4. April 2018 (deutsch, teilweise, englisch).
  16. Sabine Poitevin: Jahresbericht 2017 des Fraunhofer IZFP. (PDF; 18,6 MB) In: Fraunhofer IZFP. Fraunhofer IZFP, März 2018, abgerufen am 4. April 2018 (deutsch, teilweise, englisch).
  17. https://www.izfp.fraunhofer.de/de/institutsprofil.html


Koordinaten: 49° 15′ 29,3″ N, 7° 2′ 52,1″ O