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Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik

Forschungseinrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft mit Sitz in Berlin

Das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) ist eine Forschungseinrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft mit Sitz in Berlin. Die Forschungsthemen konzentrieren sich auf produktionstechnische Fragestellungen. Das Institut wurde 1976 gegründet.[1] Leiter des IPK war bis 1997 Günter Spur, sein Nachfolger als Leiter ist seitdem Eckart Uhlmann.

Fraunhofer-Institut für
Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik
Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik
Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: Fraunhofer-Gesellschaft
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Sitz des Trägers: München
Standort der Einrichtung: Berlin
Art der Forschung: Angewandte Forschung
Fächer: Ingenieurwissenschaften
Fachgebiete: Unternehmensmanagement, Virtuelle Produktentwicklung, Produktionssysteme, Automatisierungstechnik, Füge- und Beschichtungstechnik
Grundfinanzierung: Bund (90 %), Länder (10 %)
Leitung: Eckart Uhlmann
Mitarbeiter: ca. 400 (Stand 2018)
Homepage: www.ipk.fraunhofer.de

Inhaltsverzeichnis

Forschung und EntwicklungBearbeiten

Das Fraunhofer IPK forscht und entwickelt entlang der gesamten Produktion. Wissenschaftler sind daher in der Regel Ingenieure, Maschinenbauer oder Informatiker.

FachabteilungenBearbeiten

Die Arbeit gliedert sich in folgende sechs Geschäftsgebiete:

UnternehmensmanagementBearbeiten

Dieser Bereich arbeitet an der Entwicklung und Umsetzung innovativer Konzepte zur Gestaltung der Leistungserstellungsprozesse in Unternehmen, dem Management sowie an der Entwicklung von Methoden und Softwarewerkzeugen zur Unterstützung der Unternehmensplanung und -steuerung. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Thema Wissensmanagement. Dieses Geschäftsgebiet wird geleitet von Holger Kohl.

Virtuelle ProduktentstehungBearbeiten

Das Betätigungsfeld dieses Bereichs konzentriert sich auf nationale und internationale Unternehmen der Automobilindustrie, des Maschinen- und Anlagen-, des Schienenfahrzeug- sowie des Werkzeug- und Formenbaus, der Luft- und Raumfahrt, der Elektro- und Softwareindustrie sowie der Medizintechnik.[2] Dieses Geschäftsgebiet wird geleitet von Rainer Stark.

ProduktionssystemeBearbeiten

Der Bereich Produktionssysteme arbeitet an der Entwicklung, Bereitstellung und Optimierung von Produktions- und Fertigungstechnologien sowie der erforderlichen Maschinen- und Steuerungstechnik zur Herstellung innovativer Produkte. Die technologischen Neuentwicklungen werden im umfangreich ausgestatteten Versuchsfeld des PTZ erprobt. Dort stehen neben modernsten Werkzeugmaschinen auch eine Vielzahl von Mess- und Analysegeräten zu Verfügung. Dieses Geschäftsgebiet wird geleitet von Eckart Uhlmann.

AutomatisierungstechnikBearbeiten

Ein Teil dieses Bereichs ist spezialisiert auf dem Gebiet der automatischen optischen Mess- und Prüftechnik. Bereits in den 1980er Jahren wurde die erste automatische optische Prüfeinrichtung für Automobilzulieferteile entwickelt, die sich im industriellen Einsatz bewährt hat. Neben der Entwicklung numerisch effizienter Algorithmen ist die Auswahl geeigneter Kameratechnik, Beleuchtung, Handhabung und Einbindung in vorhandene Automatisierungsanlagen Gegenstand des Tätigkeitsfeldes. Dieses Geschäftsgebiet wird geleitet von Jörg Krüger.

Füge- und BeschichtungstechnikBearbeiten

Etablierte Bearbeitungsverfahren zu erweitern, neue Methoden für innovative Werkstoffe und Prozesse zu entwickeln – darum geht in diesem Bereich des Fraunhofer IPK. Dieses Geschäftsgebiet wird geleitet von Michael Rethmeier.

VerkehrstechnikBearbeiten

Schwerpunkt der Abteilung Verkehrstechnik ist die Realisierung innovativer Distributionssysteme.[3] Derzeitige Projekte sind unter andere RouteCharge (Wechselbatteriesystem für elektrisch angetriebene Nutzfahrzeuge bis 40 t mit Anhängerbetrieb beim Gütertransport) und urbane Verteilsysteme.

KompetenzzentrenBearbeiten

Das Fraunhofer IPK betreibt eine Anzahl von Kompetenzzentren, die der Information und der Umsetzung der Forschungsergebnisse dienen. Durch den fachübergreifenden Austausch gelingt es, Kompetenzen zu bündeln und jeweils spezifische Lösungen zu erarbeiten.

Beispiele:

  • Demonstrationszentrum AdvanCer
    In dem gemeinsam mit anderen Fraunhofer-Instituten betriebenen Demonstrationszentrum werden vom Fraunhofer IPK der das Aufgabenfeld der Bearbeitung keramischer Werkstoffe sowie der Entwicklung und dem Einsatz von Bauteilen oder Werkzeugen aus Hochleistungskeramiken betreut.
  • Informationszentrum Benchmarking
    Dieses Informationszentrum hat es sich zur Aufgabe gesetzt, nicht nur Kleinen, Mittleren und Großunternehmen, sondern auch Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung bei der Planung und Durchführung von Benchmarking-Aktivitäten beratend und unterstützend zur Seite zu stehen.
  • Competence Center Wissensmanagement
    Dieses Kompetenzzentrum unterstützt Unternehmen bei der Konzeptionierung und Umsetzung von Wissensmanagement. Das Fraunhofer IPK kombiniert die Fähigkeiten und Erfahrungen von Psychologen, Ingenieuren, Kommunikations- und Wirtschaftswissenschaftlern, um innovative, effiziente und praxisnahe Lösungen für einen systematischen Umgang mit Wissen zur Verfügung zu stellen.
  • Demonstrationszentrum für virtuelle Produkt- und Produktionsentstehung
    Dieses Demonstrationszentrum dient dazu, in allen Fragen der Integration von Prozessen, Methoden und Werkzeugen in Entwicklung und Produktion zu beraten. Hier haben mittelständische Unternehmen die Möglichkeit, parallel zu ihrem laufenden Betrieb die Umsetzung innovativer Konzepte zu proben und zu verifizieren.
  • PDM/PLM-Zentrum
    Um die heute notwendige Schnelligkeit bei der Entwicklung neuer Produkte zu erreichen, benötigt es zuverlässiger Unterstützungstrukturen, die den Entwicklern jederzeit und überall relevante Daten und Informationen zur Verfügung einheitlich stellt. Wichtig ist dabei, dass der gesamte Produktlebenszyklus Berücksichtigung findet. Die Themen Produktdatenmanagement (PDM) und Produktlebenszyklusmanagement (PLM) sind daher aktueller den je. Das Kompetenzzentrum am IPK erarbeitet Technologien, die dies ermöglichen. Außerdem bieten sie eine Weiterbildung zum "PLM Professional" an.

KooperationenBearbeiten

Das Fraunhofer IPK ist Mitglied im Fraunhofer-Verbund Produktion.

Neben den industriellen Partnern aus Schlüsselbranchen wie dem Maschinen- und Anlagenbau, der Elektrotechnik und der Fahrzeugindustrie bestehen auch Kooperationen mit Dienstleistungsunternehmen aus dem Bereich der Informationstechnik und dem Gesundheitswesen sowie mit öffentlichen Einrichtungen.

Im universitären Bereich besteht eine Kooperationsvereinbarung mit dem Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb der Technischen Universität Berlin. Im Bereich der Medizintechnik besteht eine Kooperation mit der Charité.

Bekannte ProjekteBearbeiten

Automatisierte virtuelle Rekonstruktion der zerrissenen Stasi-AktenBearbeiten

Im sogenannten Stasi-Schnipsel-Projekt hat das Fraunhofer IPK eine Software entwickelt, die beschädigte und zerstörte Dokumente digital rekonstruiert. Im April 2007 erhielt das Institut vom Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern (BMI) den Forschungsauftrag, ein Verfahren und ein Pilotprojekt zu entwickeln, mit dem zerrissene Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit der ehemaligen DDR virtuell rekonstruiert werden können. Gescannte Papierfetzen werden die mithilfe komplexer Algorithmen der Bildverarbeitung und Mustererkennung nach Farbe, Form, Textur und weiteren Merkmalen sortiert und anschließend zusammengesetzt.

WeiMABearbeiten

WeiMa, ein digitales Handbuch unterstützt Servicetechniker.[4]

InfrastrukturBearbeiten

Es sind rund 370 Personen, darunter auch eine Vielzahl Studierender, beschäftigt.

Der Betriebshaushalt lag im Geschäftsjahr 2016 bei 19,8 Millionen Euro. Etwa 30 % hiervon kamen aus der Grundfinanzierung, welche zu 90 % aus Bundesmitteln und zu 10 % aus Landesmitteln finanziert wird. Rund 31 % des Betriebshaushalts waren Erträge aus der Auftragsforschung der Wirtschaft, die restlichen Mittel stammen aus öffentlichen und sonstigen Erträgen.

Das Fraunhofer IPK wird seit 1997 von Eckart Uhlmann geleitet. Er ist in Personalunion auch Leiter des Fachgebiets Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik am Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb der Technischen Universität Berlin.

WeblinksBearbeiten

FußnotenBearbeiten