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Frankfurter Sparkasse

Logo der Sparkassen  Frankfurter Sparkasse
Die Firmenzentrale in der Neuen Mainzer Straße
Zentrale in der Neuen Mainzer Straße
Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Sitz Neue Mainzer Straße 47–53
60311 Frankfurt am Main
Rechtsform Anstalt des öffentlichen Rechts
Bankleitzahl 500 502 01[1]
BIC HELA DEF1 822[1]
Gründung 12. Juni 1822
Verband Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen
Website www.frankfurter-sparkasse.de
Geschäftsdaten 2017[2]
Bilanzsumme 18,719 Mrd. Euro
Einlagen 16,302 Mrd. Euro
Kundenkredite 8,134 Mrd. Euro
Mitarbeiter 1.743
Geschäftsstellen 83
Leitung
Verwaltungsrat Detlef Hosemann, Vorsitzender
Vorstand Robert Restani, Vorsitzender
Stephan Bruhn, stv. Vorsitzender
Altfried M. Lütkenhaus,
Arne Weick
Liste der Sparkassen in Deutschland

Die Frankfurter Sparkasse, kurz Fraspa, ist eine der größten Sparkassen in Deutschland. Sie ist eine Tochter der Landesbank Hessen-Thüringen und hat ihren Sitz in Frankfurt am Main.

Inhaltsverzeichnis

RechtsstrukturBearbeiten

Die Frankfurter Sparkasse entstand am 8. März 1989 durch den Zusammenschluss der Frankfurter Sparkasse von 1822, einer Tochter der Polytechnischen Gesellschaft, mit der Stadtsparkasse Frankfurt, damals noch als Freie Sparkasse in der Rechtsform wirtschaftlicher Verein.

Geschichte der übernommenen UnternehmenBearbeiten

Frankfurter Sparkasse von 1822Bearbeiten

1822 gründet die Polytechnische Gesellschaft die Frankfurter Sparkasse von 1822, um Geringverdienern und Handwerkern die Möglichkeit zu geben, ihre Ersparnisse sicher anzulegen. Die erste Geschäftsstelle wurde in der Großen Sandgasse am 12. Juni 1822 eröffnet.

Während der Zeit des Nationalsozialismus war Karl Eckardt (Wirtschaftsfunktionär) Vorsitzender des Aufsichtsrates.

Im Zuge des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete die Sparkasse 1953/54 das Bienenkorbhaus an der Konstablerwache. Der Sitz der Sparkasse befindet sich seit 1878 in der Neuen Mainzer Straße.

Sparkasse der Stadt BockenheimBearbeiten

Die Sparkasse der Stadt Bockenheim eröffnete am 11. Januar 1860 den Geschäftsbetrieb. Vorangegangen war eine Planungsphase, die sieben Jahre gedauert hatte. Die Stadt hatte einen Kassenvorschluss von 200 Gulden eingelegt. Am ersten Tag wurden 29 Sparbücher mit 378 ½ Gulden Guthaben angelegt.[3] Ab 1895, nach der Eingemeindung Bockenheims firmierte die Sparkasse der Stadt Bockenheim in Städtische Sparkasse Frankfurt am Main um.

Geschichte seit der FusionBearbeiten

Am 8. März 1989 fusionierte die Städtische Sparkasse Frankfurt am Main mit der Frankfurter Sparkasse von 1822. Da die Frankfurter Sparkasse von 1822 die größere der beiden war, übernahm das neue Institut deren Farben blau und gelb. Außerdem wurde die Sparkasse durch ein neues Logo (Raute aus drei waagerechten gelben Balken und der Zahl 1822) repräsentiert. Anteilseigner des wirtschaftlichen Vereins waren die Polytechnische Gesellschaft mit 60 Prozent und die Stadt Frankfurt am Main mit 40 Prozent.

Am 30. August 2005 wurde die Sparkasse nach wirtschaftlichen Problemen[4] in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und von den bisherigen Eignern Polytechnische Gesellschaft und Stadt Frankfurt an die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) verkauft, die seitdem 100 % der Aktien der Frankfurter Sparkasse hielt. Die Polytechnische Gesellschaft brachte ihre Verkaufserlöse in eine Stiftung ein.

Am 1. Juli 2007 änderte das Land Hessen durch das „Fraspa-Gesetz“ die Rechtsform in eine Anstalt des öffentlichen Rechts, deren alleinige Trägerin die Helaba ist.[5] Die Sparkasse ist damit faktisch eine Tochter der Helaba, die mit dem Trägerausschuss das oberste Organ der Sparkasse stellt, allerdings nicht für die Verbindlichkeiten der Sparkasse haftet.[6]

Vorsitzender des aus neun Mitgliedern bestehenden und mit Arbeitgeber- (zu ⅔) und Arbeitnehmervertretern (zu ⅓) besetzten Verwaltungsrates ist Detlef Hosemann.

Geschäftsausrichtung und GeschäftserfolgBearbeiten

Die Frankfurter Sparkasse wies im Geschäftsjahr 2017 eine Bilanzsumme von 18,719 Mrd. Euro aus und verfügte über Kundeneinlagen von 16,302 Mrd. Euro. Gemäß der Sparkassenrangliste 2017 liegt sie nach Bilanzsumme auf Rang 4. Sie unterhält 83 Filialen/SB-Standorte und beschäftigt 1.743 Mitarbeiter.[7] Sie ist Mitglied der Sparkassen-Finanzgruppe und betreut mehr als 400.000 private Kunden und nahezu 40.000 Selbstständige, Gewerbetreibende und Unternehmen.

Die Sparkasse ist im gesamten Frankfurter Stadtgebiet und in den Umlandgemeinden Bad Soden am Taunus, Bad Vilbel, Dreieich, Eschborn, Friedrichsdorf, Hanau, Hofheim am Taunus, Kronberg im Taunus, Maintal, Neu-Isenburg, Oberursel (Taunus), Offenbach am Main, Schwalbach am Taunus und Steinbach (Taunus) vertreten.

Tochtergesellschaften und bedeutende BeteiligungenBearbeiten

  • 1822direkt (100 %)
  • Versicherungsservice der Frankfurter Sparkasse (VFS) (100 %)
  • Sparkassen Markt Service GmbH (50 %)

Die Sparkassen-Informatik (heute Finanz Informatik) erwarb zum 1. Oktober 2007 den Anteil an der 1822 S iNFORM Software GmbH (heute Finanz Informatik Solutions Plus GmbH).

Geschichte im 20. JahrhundertBearbeiten

Im September 1996 wurde die Direktbank 1822direkt als Tochtergesellschaft gegründet. Diese ist die erste Direktbank einer deutschen Sparkasse. Geschäftsführer ist seitdem Manfred Weinel.

Geschichte im 21. JahrhundertBearbeiten

2004 geriet die Frankfurter Sparkasse in eine schwere finanzielle Krise. Ein hoher Wertberichtigungsbedarf für das Geschäftsjahr 2003 zehrte die Rücklagen auf. Im Frühjahr 2004 trat der damalige Vorstandsvorsitzende von seinem Amt zurück. Nach einer Prüfung des Jahresabschlusses 2003 forderte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zudem die sofortige Abberufung zweier weiterer Vorstandsmitglieder, die im Oktober 2004 fristlos entlassen wurden. Da die bisherigen Anteilseigner keine Kapitalerhöhung finanzieren konnten, wurde das Institut in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und verkauft. Im Februar 2005 übernahm die Helaba sämtliche Anteile. Gegen den Verkauf an eine Privatbank, für den es ebenfalls Interessenten gegeben hatte, hatten politische Bedenken bestanden. Im Zuge der Übernahme ist das Corporate Design, das bisher von einem eigenen 1822-Logo und den Farben Blau und Gelb geprägt war, seit 29. Mai 2006 auf das einheitliche Sparkassen-Auftreten mit „S“-Logo und der Farbe Rot umgestellt worden. Der Begriff 1822 bleibt zwar als Schriftzug erhalten, jedoch verschwand er aus dem offiziellen Sprachgebrauch und den Produktnamen der Sparkasse.

Gesellschaftliches EngagementBearbeiten

Neben ihrem unternehmerischen Handeln unterstützt die Frankfurter Sparkasse soziale und kulturelle Projekte in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet. Anlässlich ihres 175-jährigen Jubiläums gründete die Frankfurter Sparkasse 1997 zu diesem Zweck die Stiftung der Frankfurter Sparkasse. Zweck der Stiftung ist die Verbesserung der Lebensqualität der Bürger in Frankfurt und in der Region durch Förderung in gemeinnützigen Bereichen Kunst, Kultur und Musik, Heimatgedanke, Denkmalschutz und Völkerverständigung, Forschung und Wissenschaft, Bildung, Erziehung, Sport, Natur- und Umweltschutz, Gesundheit, Wohlfahrtspflege, Jugend- und Altenhilfe und Religion.

Die wichtigsten Projekte der Stiftung und der Frankfurter Sparkasse sind:

  • 1822-Neujahrskonzert
  • 1822-Forum
  • 1822-Kunstpreis
  • Kunsthistorische Ausstellungen in der Galerie in der Neuen Mainzer Straße
  • Kooperation mit den Museen und Kultureinrichtungen in Frankfurt
  • Ausstellungen und Veranstaltungen im Stoltze-Museum
  • Dauerausstellung in der Frankfurter Paulskirche
  • 1822-Universitätspreis
  • Förderung der Frankfurter Kunsthochschulen
  • Förderung der Städelschule in Frankfurt
  • Förderung der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main
  • 1822-Schule und Natur
  • Lesezauber
  • Buchstapler
  • Schüler-Presse-Preis
  • Schulkünstlerprojekt
  • 1822-Schulförderpreis der Stadt Dreieich
  • Erstellung von Stadtteilbroschüren
  • 1822-Mini-Cup
  • 1822-Hallen-Cup
  • 1822-Fußball-Cup
  • 1822-Schulschachturnier

Sparkassen-FinanzgruppeBearbeiten

Die Frankfurter Sparkasse ist Teil der Sparkassen-Finanzgruppe und gehört damit auch ihrem Haftungsverbund an. Er sichert den Bestand der Institute und sorgt dafür, dass sie auch im Fall der Insolvenz einzelner Sparkassen alle Verbindlichkeiten erfüllen können. Die Sparkasse vermittelt Bausparverträge der regionalen Landesbausparkasse, offene Investmentfonds der Deka und Versicherungen der SV SparkassenVersicherung. Im Bereich des Leasing arbeitet die Frankfurter Sparkasse mit der Deutschen Leasing zusammen. Die Funktion der Sparkassenzentralbank nimmt die Landesbank Hessen-Thüringen wahr.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Sparkassenrangliste 2017. In: Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband. DSGV.de, 1. Mai 2018, abgerufen am 1. Mai 2018 (PDF; 392 kB, 9 Seiten).
  3. Heinrich Ludwig: Geschichte des Dorfes und der Stadt Bockenheim, 1940, Seite 316
  4. Bericht über die Übernahme vom 14. Mai 2005 auf focus.de
  5. Gesetz zur Errichtung der Frankfurter Sparkasse als Anstalt des öffentlichen Rechts (Fraspa-Gesetz) vom 14. Mai 2007
  6. https://www.frankfurter-sparkasse.de/content/dam/myif/spk-frankfurt/work/dokumente/pdf/ihre-sparkasse/geschaeftsdaten/satzung_fsp.pdf Satzung der Frankfurter Sparkasse
  7. Sparkassenrangliste 2017. In: Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband. DSGV.de, 1. Mai 2018, abgerufen am 1. Mai 2018 (PDF; 392 kB, 9 Seiten).

Koordinaten: 50° 6′ 43,1″ N, 8° 40′ 17,9″ O