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Frankfurt-Nieder-Erlenbach

Stadtteil von Frankfurt am Main

Nieder-Erlenbach ist seit dem 1. August 1972 der nördlichste Stadtteil und Ortsbezirk von Frankfurt am Main.

Wappen von Nieder-Erlenbach
Wappen von Frankfurt am Main
Nieder-Erlenbach
42. Stadtteil von Frankfurt am Main
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Über dieses Bild
Koordinaten 50° 12′ 11″ N, 8° 42′ 32″ OKoordinaten: 50° 12′ 11″ N, 8° 42′ 32″ O
Fläche 8,367 km²
Einwohner 4721 (31. Dez. 2018)
Bevölkerungsdichte 564 Einwohner/km²
Postleitzahl 60437
Vorwahl 06101 (Ortsnetz Bad Vilbel)
Website www.frankfurt.de
Gliederung
Ortsbezirk 13 – Nieder-Erlenbach
Stadtbezirke
  • 640 – Nieder-Erlenbach
Verkehrsanbindung
Bus 25 27 29 65 n4
Quelle: Statistik aktuell 01/2019. Einwohner mit Hauptwohnung in Frankfurt am Main. Abgerufen am 20. Februar 2019.

Geographische LageBearbeiten

Nieder-Erlenbach, gegründet als Haufendorf, liegt in den südlichen Ausläufern der Wetterau am gleichnamigen Erlenbach, rechter Nebenfluss der Nidda. Die Frankfurter Hauptwache liegt ca. 9 Kilometer entfernt, Bad Vilbel (Rathaus) etwa 2,5 Kilometer. Petterweil liegt 3 km im Norden. Nach Dortelweil im Osten sind es ebenso wie nach Frankfurt-Nieder-Eschbach im Westen etwa 2 km. Im Südwesten liegt Frankfurt-Harheim und im Südosten Massenheim – jeweils 2 km entfernt.

GeschichteBearbeiten

Im Jahr 779 wurde Nieder-Erlenbach im Lorscher Codex als Arilbach (Erlenbach) erstmals erwähnt: eine Frau Meginburc beschenkte das Kloster Lorsch mit ihrem gesamten dort gelegenen Eigentum. Das waren neben landwirtschaftlichen Flächen, Wirtschaftsbauten und Wohnhäusern auch vier Leibeigene. Nieder-Erlenbach lag nach dieser Eintragung im Gau Wettereiba (Wetterau).

Ab 1376 übte die Reichsstadt Frankfurt am Main die Herrschaft in Nieder-Erlenbach aus; die Stadt konnte nach dem von Karl IV. verliehenen Recht der Dorfherrschaft auch die Schultheißen und Schöffenämter besetzen. Im Jahr 1401 gebot der König den Nieder-Erlenbachern noch einmal ausdrücklich, Frankfurt gehorsam zu sein. Der Grund dieser Anordnung ist nicht überliefert, lässt aber nicht auf große Liebe der Dörfler zu ihren städtischen Herrschern schließen. Die von Frankfurt eingesetzten Beamten nannten sich in der Folge (spätestens ab 1403) Burggrafen.

Im 17. Jahrhundert wurde Nieder-Erlenbach zweimal durch verheerende Brände weitgehend vernichtet (1602 und 1677). Nach der Gründung der Freien Stadt Frankfurt waren die Nieder-Erlenbacher ab 1823 durch einen Deputierten im Gesetzgebenden Körper repräsentiert, aber erst 1853 erhielten die Dorfbewohner das allgemeine Wahlrecht. 1866 besetzte Preußen die Freie Stadt Frankfurt nach dem Deutschen Krieg und gab im Friedensvertrag vom 3. September 1866 Nieder-Erlenbach an das Großherzogtum Hessen ab.[1]

GebietsreformBearbeiten

Nieder-Erlenbach blieb eine eigenständige Gemeinde im Landkreis Friedberg, bis es am 1. August 1972 im Rahmen der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz zusammen mit Harheim und Nieder-Eschbach nach Frankfurt am Main eingemeindet wurde.[2] Zuvor war ein Zusammenschluss mit fünf Nachbargemeinden zur Gemeinde Eschbachtal gescheitert.

Einwohnerentwicklung, soziale LageBearbeiten

Daten sind erst seit dem 19. Jahrhundert bekannt. 1815 hatte Nieder-Erlenbach 556 Einwohner. Im Jahre 1900 ist die Bevölkerungszahl auf 1900 angewachsen, 1950 dann auf 1500 Einwohner. 2010 sind es ungefähr 4500 Die Einwohnerzahl beträgt 000000000004721.00000000004.721. Nieder-Erlenbach hat eine überdurchschnittlich gute soziale Schichtung, im hier noch ländlich geprägten Raum ist der Anteil der Eigenheimbesitzer besonders hoch und mit nur ca. 1,3 Prozent Arbeitslosen (2012) wird der niedrigste Stand in Frankfurt verzeichnet.

PolitikBearbeiten

OrtsbeiratBearbeiten

Ortsbeiratswahl vom 6. März 2016
(Stimmen in %)[3]
 %
50
40
30
20
10
0
48,2
16,8
18,4
8,8
7,8
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011[4]
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+4,9
-5,4
-1,3
-3,0
+4,9
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d vorh. FW

Die 9 Sitze des Ortsbeirats sind nach der Kommunalwahl 2016 wie folgt verteilt:[3]

Ortsvorsteher ist seit September 2016 Yannick Schwander (CDU)[5]

WappenBearbeiten

Am 3. Juli 1968 wurde der Gemeinde Nieder-Erlenbach im damaligen Landkreis Friedberg ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: Schild von Rot und Silber geteilt, oben ein goldgekrönter silberner Adler, unten ein blauer gewellter Schrägbalken.[6]

Der silberne Adler steht für Frankfurt, der blaugewellte Schrägbalken für den Erlenbach.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

Auf dem Alten Friedhof Nieder-Erlenbach sind Gruft und Gräber der Familie von Lersner kulturhistorisch bedeutsam.

Hauptartikel: Liste der Kulturdenkmäler in Frankfurt-Nieder-Erlenbach

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Spätestens seit 1537, der ersten urkundlichen Erwähnung dieser Festlichkeit, feiert der Ort alljährlich die Nieder-Erlenbacher Kerb. Seit 1976 findet im Juni regelmäßig das Internationale Volleyball-Freiluftturnier statt.

LapidariumBearbeiten

Im Juli 2010 wurden in der Nähe des Gedenksteins zu 1200-Jahr-Feier auf einem kleinen Platz vier im Jahre 2009 gefundene Grenzsteine und einer aus Privatbesitz zu einem Lapidarium vereint. Markant ist der Stein mit der Inschrift Ca. für die Casa alma, also die Stiftung Städtischer Almosenkasten. Ferner fällt der Stein mit der Gravur VS, dem Kürzel für die Sondershausen-von Gläsernthalsche Stiftung, auf.[7]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Die Ausfahrt Frankfurt-Nieder-Eschbach an der Bundesautobahn 661 erreicht man in 6 km. Eine weitere Verbindung zur Innenstadt und zur A 661 führt Richtung Bad Vilbel zur Bundesstraße 3, Anschluss Massenheim. Über die Buslinien 25 (Berkersheim/Harheim), 27 (Preungesheim; nur morgens) und 29 (Nordwestzentrum) ist der Ort an die S6 in Berkersheim bzw. die U-Bahn-Linie 2 in Nieder-Eschbach angebunden. Die Buslinie 65 verbindet den Frankfurter Stadtteil mit Bad Vilbel und Bad Homburg-Ober-Erlenbach, während die Linie N4 in allen Nächten den Anschluss an das Frankfurter Nachtbusnetz herstellt.

Als erste Straße Frankfurts wurde 2009 die Straße Alt-Erlenbach als „Shared Space“ eingerichtet.[8] Nach Kritik der Anwohner und Verkehrsbehinderungen wurde das Projekt jedoch 2013 wieder beendet.[9]

BildungBearbeiten

  • Schule am Erlenbach (Grundschule)
  • Anna-Schmidt-Schule (privates Ganztagsgymnasium)
  • Schule im Reinhardshof (private Förderschule)

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Frankfurt-Nieder-Erlenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Art. 15, Nr. 6 des Friedensvertrages, abgedruckt bei: Ernst Rudolf Huber: Dokumente zur deutschen Verfassungsgeschichte 2 = Deutsche Verfassungsdokumente 1851–1900. 3. Aufl., Stuttgart 1986. ISBN 3-17-001845-0, Nr. 192, S. 260ff.
  2. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Büdingen und Friedberg vom 11. Juli 1972. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 230, §15 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  3. a b – Ortsbeiratswahl am 6. März 2016 in Frankfurt am Main (Memento des Originals vom 11. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wahlen.frankfurt.de, abgerufen am 9. März 2016
  4. Kommunalwahlen 2011 in Frankfurt am Main, abgerufen am 22. April 2011
  5. Extrem heimatverbunden auf der Website der Frankfurter Rundschau; abgerufen am 13. Oktober 2016
  6. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Nieder-Erlenbach, Landkreis Friedberg vom 3. Juli 1968. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1968 Nr. 30, S. 1099, Punkt 828 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,7 MB]).
  7. FAZ, 15. Juli 2010, Seite 39
  8. “Shared Space”-Modell Nieder-Erlenbach In: Frankfurter Rundschau, 14. Mai 2010
  9. Kein Verkehrsschild ist auch keine Lösung In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. Juli 2013