Frankendorf (Weihenzell)

Ortsteil der Gemeinde Weihenzell

Frankendorf (umgangssprachlich: Franggədorf[2]) ist ein Ortsteil der Gemeinde Weihenzell im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Frankendorf
Gemeinde Weihenzell
Koordinaten: 49° 20′ 38″ N, 10° 39′ 49″ O
Höhe: 357 m ü. NHN
Einwohner: 111 (1. Jan. 2017)[1]
Postleitzahl: 91629
Vorwahl: 09802

GeografieBearbeiten

Das Dorf liegt an der Rippach, die ein linker Zufluss des Haselbachs ist, und am Dünnholzgraben, der dort als linker Zufluss in die Rippach mündet. Im Nordosten liegt das Waldgebiet Kohlschlag, im Nordwesten das Dünnholz und ca. 0,5 km südwestlich das Langholz.[3]

GeschichteBearbeiten

Erstmals namentlich erwähnt wurde der Ort 1303 als „Franckendorff“. Das Bestimmungswort des Ortsnamens kann a) der Personenname Franko sein oder b) das Volk der Franken. Sollte die zweite Deutung die zutreffende sein, dann wäre das ein Beweis dafür, dass die Franken in dieser Gegend zu diesem Zeitpunkt nicht die Mehrheit der Bevölkerung stellten, sondern nur eine dünne Schicht der Eroberer bildeten.[2]

Frankendorf unterstand bis 1826 zwei Grundherren, von welchen den Herren von Eyb auf Vestenberg die östlichen, dagegen den Herren von Crailsheim die westlichen Höfe unterstanden. Beide waren Mitglieder des Fränkischen Ritterkreises.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Frankendorf 14 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Frohnhof der Herren von Eyb inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherren: sieben Anwesen dem Rittergut Frohnhof und sieben Anwesen dem Rittergut Rügland der Herren von Crailsheim. Neben den Haushalten gab es folgende kommunale Gebäude: Hirtenhaus, Brechhaus.[4]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Frankendorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Vestenberg zugeordnet. Es gehörte auch der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Vestenberg an.[5] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Frankendorf nach Bruckberg umgemeindet. Am 13. August 1827 wurde sie in die neu gebildete Gemeinde Forst umgemeindet.[6] Am 1. Juli 1971 wurde diese schließlich im Zuge der Gebietsreform nach Weihenzell eingemeindet.

BaudenkmalBearbeiten

  • Brücke: einbogiger Quaderbau über den Bach, 18./19. Jh.; am Ortsrand Richtung Weihenzell

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Weihenzell#Frankendorf

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 001999 002011 002017
Einwohner 106 165 160* 85 85 86 90 120 100 95 85 111 114 111
Häuser[7] 15 15 14 14 14 15 15 20
Quelle [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [1]
* inklusive Fessenmühle

ReligionBearbeiten

Der Ort ist seit der Reformation protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Stephanus (Forst) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach St. Bonifatius (Dietenhofen).

VerkehrBearbeiten

Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Forst und die Staatsstraße 2246 kreuzend nach Thurndorf. Die Kreisstraße AN 10 führt nach Weihenzell und zur Staatsstraße 2246 bei Neubruck.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b www.weihenzell.de
  2. a b E. Fechter, S. 77.
  3. Frankendorf im BayernAtlas
  4. M. Jehle, Bd. 2, S. 855.
  5. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 961.
  6. M. Jehle, Bd. 2, S. 947.
  7. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  8. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 26 (Digitalisat).
  9. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 39 (Digitalisat). Einwohnerzahl ist höchstwahrscheinlich falsch.
  10. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 984, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  11. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1148, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  12. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1088 (Digitalisat).
  13. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1152 (Digitalisat).
  14. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1189 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1025 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 754 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 172 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 332 (Digitalisat).
  19. Günther Roesner: Weihenzell, S. 152.