Francis Breyer

deutscher Ägyptologe

Francis Amadeus Karl Breyer (* 29. Januar 1977 in Ludwigsburg) ist ein deutscher Ägyptologe.

Er studierte von 1996 bis 2001 Ägyptologie, Altorientalistik und Allgemeine Sprachwissenschaft an der Universität Tübingen, wo er anschließend bis 2002 als Assistent von Wolfgang Schenkel tätig war. Im Anschluss daran nahm er an dem Forschungsprojekt Sprachkontakt und kultureller Einfluss. Nichtsemitische Lehnwörter im Ägyptischen unter der Leitung von Thomas Schneider teil. 2005 wurde er mit der Dissertation Ägypten und Anatolien. Politische, materielle und sprachliche Beziehungen zwischen dem Niltal und Kleinasien im 2. Jahrtausend v. Chr. an der Universität Basel promoviert. 2006 bis 2007 erhielt er das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts, im Zuge dessen er eine einjährige wissenschaftliche Forschungsreise von Nordafrika bis nach China unternahm. 2010/2011 war er Vertretungsprofessor für Ägyptologie an der Universität Wien. 2013 wurde er mit der Arbeit Punt. Die Suche nach dem Gottesland an der Universität Bonn habilitiert und erhielt die doppelte venia legendi Ägyptologie und Altorientalistik zugesprochen. Von 2002 bis 2004 arbeitete er an einem vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Projekt an der Universität Basel zu ägyptischen Namen und Wörtern in der Bibel. Seit 2011 ist er hauptverantwortlicher Mitarbeiter des DFG-Projektes Schriften im Kontakt. Adaption und Neuschöpfung von Schrift in den antiken Kulturen Nubiens und Abessiniens an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Breyers Forschungsschwerpunkte sind die altägyptische Sprache und Schrift, insbesondere Sprachkontakte und Lehnwortforschung. Daneben beschäftigt er sich mit der Geschichte Aksums, der meroitischen Sprache und Forschungen zum Land Punt. Außerdem führte er epigraphische Aufnahmen verschiedener Inschriften in Ägypten und Aksum durch. Breyer ist auch als Opernsänger ausgebildet.

Schriften (Bücher)Bearbeiten

  • Tanutamani. Die Traumstele und ihr Umfeld (Ägypten und Altes Testament. Band 57). Harrassowitz: Wiesbaden, 2003.
  • Ägypten und Anatolien. Politische, materielle und sprachliche Beziehungen zwischen dem Niltal und Kleinasien im 2. Jahrtausend v. Chr. Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften: Wien, 2010.
  • Das Königreich Aksum. Geschichte und Archäologie Abessiniens in der Spätantike. Philipp von Zabern: Mainz, 2012.
  • Altakkadisches Elementarbuch (Subsidia et Instrumenta Linguarum Orientis Band 3) Harrassowitz: Wiesbaden, 2014.
  • Einführung in die Meroitistik (Einführungen und Quellentexte zur Ägyptologie, Band 8) Lit Verlag: Münster, 2014.
  • Punt. Die Suche nach dem „Gottesland“ (Culture and History of Ancient Near East, Band 80). Brill: Leiden, Boston, 2016.
  • Ägyptische Namen und Wörter im Alten Testament (Ägypten und Altes Testament 93). Zaphon: Münster 2019.
  • Schrift im antiken Afrika. Multiliteralismus und Schriftadaption in den antiken Kulturen Numidiens, Ägyptens, Nubiens und Abessiniens. De Gruyter: Berlin, 2021.
  • Schwarze Pharaonen. Nubiens Königreiche am Nil. C.H. Beck: München 2021.

WeblinksBearbeiten