Francesco Squarcione

italienischer Renaissancemaler der paduanischen Schule

Francesco Squarcione (* um 1395 in Padua; † um 1468 ebenda) war ein italienischer Maler der paduanischen Schule.[1]

Leben und WerkBearbeiten

Francesco Squarcione ist für die Jahre 1419 und 1423 als Schneider und Sticker dokumentiert.[2] Erst 1429 wird er erstmals als Maler erwähnt. Über seine Lehrzeit ist nichts bekannt, doch kann man aus seinen wenigen Werken einen Einfluss von Fra Filippo Lippi, Donatello und Antonio Vivarini erkennen.[1]

Tätig war er hauptsächlich in Padua, wo er ab 1440 eine größere Werkstatt betrieb und eine Sammlung von Gipsabgüssen antiker Werke sowie eine Sammlung von Zeichnungen der verschiedensten Künstler besaß. Diese dienten als Anschauungs- und Studienmaterial für seine Mitarbeiter.[1][3] Er behauptete, ein vortrefflicher Lehrmeister zu sein, doch in Wirklichkeit beutete er das Talent seiner Schüler schamlos aus.[4] Die Begabtesten versuchte er durch raffiniert ausgeklügelte Verträge und Adoptionen fest und langfristig an sich zu binden.[2] Bedeutendster Schüler und Adoptivsohn war Andrea Mantegna, der von 1441 bis 1448 in seiner Werkstatt tätig war, bevor es ihm gelang, sich von Squarcione zu lösen und eigene Wege zu gehen. Weitere namhafte Schüler waren unter anderen Giorgio Schiavone (* 1433 oder 1436; † 1504) und der auch adoptierte Marco Zoppo.[3][5]

Wie hoch der eigenhändige Anteil der aus der Werkstatt hervorgegangenen Bilder ist, ist nicht bekannt und aus den Werken auch nur schwer ablesbar. Von den wenigen erhaltenen, mit seinem Namen verbundenen Tafelbildern sind nur zwei Werke, in Berlin und Padua, als unbestritten anerkannt. Beide Werke wurden für die in Padua ansässige Familie de Lazzara gemalt. 1958 gelang es, Reste der von Squarcione ausgeführten Fresken für San Francesco in Padua freizulegen, die zu den Spätwerken aus seiner Werkstatt gehören und Szenen aus dem Leben des heiligen Franziskus von Padua zeigen.

WerkeBearbeiten

GemäldeBearbeiten

  • Arzignano, Kirche, Santa Maria in Castello, Chor
    • Maria mit dem Kinde, zwölf Heiligen und Kreuzigung Christi. (zugeschrieben)
  • Berlin, Gemäldegalerie
    • Maria mit dem Kinde (Madonna de Lazzara). um 1460[1]
  • Castello di Arzignano, Chiesa della Visitazione della Beata Vergine Maria
    • Polyptychon mit Maria und den Kindern und den Heiligen Nikolaus von Bari, Matthäus, Johannes der Täufer, Petrus, Bartholomäus, Zeno, Lucia, Katharina von Alexandria, Antonius Abbas, Franziskus, Agatha und Ursula. (zugeschrieben)
  • Maastricht, Bonnefantenmuseum
    • Maria mit dem Kinde. um 1440 (wird überwiegend der Werkstatt zugeschrieben)
  • Padua, Museo Civico
    • Triptychon. um 1449 – 1452[1]
  • Padua, San Francesco
    • Reste von Szenen aus dem Leben des heiligen Franziskus. (Fresken)[1]
  • Rom, Collezione Leonardo Vitetti
    • Maria mit dem Kinde zwischen den Heiligen Rochus und Antonius. (zugeschrieben)

ZeichnungenBearbeiten

  • Berlin, Kupferstichkabinett
    • Herkules und Antäus, gerahmt von zwei Männerakten im Hintergrund. (ist wahrscheinlich das Werk eines Schülers)
  • London, The British Museum
    • Der heilige Christophorus in Lycia.
  • München, Staatliche Graphische Sammlung
    • Zentauren und Satyrn.

Falsche ZuweisungenBearbeiten

Das Bild Christuskind wurde fälschlicherweise Squarcione zugeschrieben, stammte aber von Lorenzo di Credi. Ebenso das Bild Kampf zweier Soldaten, das eigentlich von Pietro di Cristoforo Vannucci stammt.[6]

WeblinksBearbeiten

Commons: Francesco Squarcione – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

ReferenzenBearbeiten

  1. a b c d e f Kathleen Kuiper: The 100 Most Influential Painters & Sculptors of the Renaissance. The Rosen Publishing Group, 2009, ISBN 978-1-61530-004-4 (google.de [abgerufen am 3. Dezember 2017]).
  2. a b Joseph Manca: Mantegna. Litres, 2017, ISBN 978-5-457-50442-4 (google.de [abgerufen am 3. Dezember 2017]).
  3. a b Camillo Sitte, Robert Stalla: Schriften zu Kunsttheorie und Kunstgeschichte. Böhlau Verlag Wien, 2010, ISBN 978-3-205-78458-6 (google.de [abgerufen am 3. Dezember 2017]).
  4. Renate Prochno: Konkurrenz und ihre Gesichter in der Kunst: Wettbewerb, Kreativität und ihre Wirkungen. Oldenbourg Verlag, 2006, ISBN 978-3-05-004991-5 (google.de [abgerufen am 3. Dezember 2017]).
  5. Claire Van Cleave: Master Drawings of the Italian Renaissance. Harvard University Press, 2007, ISBN 978-0-674-02677-3 (google.de [abgerufen am 3. Dezember 2017]).
  6. David Klemm, Hamburger Kunsthalle Kupferstichkabinett: Italienische Zeichnungen 1450-1800. Böhlau Verlag Köln Weimar, 2009, ISBN 978-3-412-20261-3 (google.de [abgerufen am 3. Dezember 2017]).