François de Rugy

französischer Politiker, Mitglied der Nationalversammlung

François de Rugy (* 6. Dezember 1973 in Nantes, Frankreich) ist ein französischer Politiker. Er ist Vorsitzender der von ihm mitbegründeten Partei Parti écologiste und gehört seit 2017 La République en Marche an. Ab Mai 2016 war er Vizepräsident der Nationalversammlung und von Juni 2017 bis September 2018 ihr Präsident. Vom 4. September 2018 bis zum 16. Juli 2019 war er französischer Umweltminister.

François De Rugy

LebenBearbeiten

Im Jahr 1991 trat François de Rugy zunächst der ökologischen Partei Génération écologie bei, bevor er 1997 Mitglied der französischen Grünen wurde. 2001 wurde er in den Stadtrat seiner Heimatstadt Nantes gewählt und war dort als einer der Stellvertreter des Bürgermeisters für den Verkehr zuständig. Seit 2007 ist er für den ersten Wahlkreis des Département Loire-Atlantique Abgeordneter der französischen Nationalversammlung und war dort von 2012 bis 2015 Vizepräsident der grünen Fraktion. Als Befürworter einer Rückkehr seiner Fraktion in die Regierung und wegen der seiner Ansicht nach zu linken Ausrichtung der Partei verließ er im August 2015 Europe Écologie-Les Verts. Er gründete zusammen mit dem Senator Jean-Vincent Placé die ökologische Partei Écologistes! (später in Parti écologiste umbenannt), deren Vorsitzender er seitdem ist.

François de Rugy nahm an der offenen Vorwahl der Parti socialiste für die Präsidentschaftswahl 2017 teil, um die Ökologie ins Zentrum der Debatte der Linken zu stellen. Dabei erreichte er 3,82 Prozent der Stimmen. Im Februar 2017 kündigte er an, dass er sich nicht für den Gewinner der Vorwahl Benoît Hamon, sondern für die Kandidatur von Emmanuel Macron und seine Bewegung En Marche engagieren werde.

Bei der Parlamentswahl in Frankreich 2017 zog de Rugy für Macrons La République En Marche in die Nationalversammlung ein. Nach deren Konstituierung wurde er am 27. Juni 2017 zu deren Präsidenten gewählt. Er hatte diesen Posten bis zum 4. September 2018 inne, als er zum Nachfolger des zurückgetretenen Umweltministers Nicolas Hulot ernannt wurde.

Im Juli 2019 veröffentlichte Mediapart mehrere Enthüllungen, u. a. über die Verwendung von öffentlichen Geldern für seine Wohnung in Paris. Mitte 2019 richtete de Rugy in der Nationalversammlung ein Abendereignis auf öffentliche Kosten aus, das privater Natur gewesen sei und dessen Bilder (mit teuren Weinen und Hummer) später im Internet kursierten.[1] Er reichte am 16. Juli 2019 seinen Rücktritt ein,[2] zur Nachfolgerin wurde Élisabeth Borne ernannt.[3]

WeblinksBearbeiten

Commons: François de Rugy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. ORF at/Agenturen red: F: Umweltminister verteidigt sich gegen Luxusvorwürfe. 12. Juli 2019, abgerufen am 15. Juli 2019.
  2. Frankreichs Umweltminister tritt zurück. Der Standard, 16. Juli 2019, abgerufen am selben Tage.
  3. Nachfolgerin für in «Hummer-Affäre» gestolperten Minister ernannt. Aargauer Zeitung, 17. Juli 2019, abgerufen am selben Tage.
VorgängerAmtNachfolger
Claude BartolonePräsident der französischen Nationalversammlung
27. Juni 2017 – 4. September 2018
Richard Ferrand