Forum Mentoring

Das Forum Mentoring ist ein deutscher Bundesverband für Mentoring in der Wissenschaft. Sitz des Vereins ist Hannover.

Forum Mentoring e. V. sieht sich als bundesweite Plattform für Wissenstransfer, Know-how-Austausch und Vernetzung um das Thema Mentoring in der Wissenschaft. Der Bundesverband vertritt die Belange der Mitglieder in Hochschulen sowie Wissenschaftsinstitutionen und begleitet die Entwicklung von Mentoring-Angeboten im Bereich der geschlechtergerechten Personalentwicklung und Nachwuchsförderung. In diesem Zusammenhang unterstützt und nutzt das Forum Mentoring das Wissen seiner Mitglieder, die sich zweimal jährlich zu Mitgliederversammlungen und zusätzlich in verschiedenen Arbeitsgruppen treffen.

Ziele des VerbandesBearbeiten

Ziele des Bundesverbands sind die Initiierung, konzeptionelle Weiterentwicklung und Qualitätssicherung von Mentoring-Maßnahmen unter Aspekten der Chancengleichheit in der akademischen Personalentwicklung und Nachwuchsförderung.

Angestrebt wird, dass Mentoring-Programme als Teil eines geschlechtergerechten Personalmanagements dauerhaft als Bestandteil an Universitäten, Universitätsklinika und wissenschaftlichen Einrichtungen institutionalisiert werden. Eine institutionelle Verankerung sichert die Chancen auf reelle strukturelle Veränderungen im Hinblick auf Aufstiegsmechanismen, aktive Entwicklung und Akquise von Frauen für gehobene und hohe Leitungstätigkeiten sowie die sichtbare weibliche Vorreitereigenschaft in der Wissenschaft.

GründungBearbeiten

Erste bundesweite Treffen zwischen Koordinatorinnen von Mentoring-Programmen verschiedener Hochschulen fanden im Jahr 2001 statt. Ein Mentoring-Expertennetzwerk bildete sich, das sich 2006 mit der Gründung des Vereins „Forum Mentoring e.V.“ formal etablierte und im Juni 2012 über 100 Mitglieder hatte. 2010 richtete der Verband mit Unterstützung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und think ING., der Initiative zur Nachwuchsförderung des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, den ersten bundesweiten Mentoring-Kongress aus und stellte die Mentoring-Qualitätsstandards einer Öffentlichkeit vor.

Mentoring in der WissenschaftBearbeiten

In der deutschen Wissenschaftslandschaft kann Mentoring, als informelle Förderbeziehung, auf eine lange Tradition blicken. Als formales Mentoring-Angebot, d. h. in Form modular konzipierter Programme, entstand Mentoring Ende der 1990er Jahre im Rahmen der Gleichstellungsarbeit. Das Ziel war, der Unterrepräsentanz von Frauen in bestimmten Fachgruppen (MINT-Fächern) und in der weiteren wissenschaftlichen Laufbahn entgegenzuwirken.

Als effektives Personalentwicklungsinstrument trägt Mentoring dazu bei, der stetigen Abnahme von Frauen mit zunehmender wissenschaftlicher Qualifikation („leaky pipeline“) entgegenzuwirken und exzellente Nachwuchskräfte für die Wissenschaft zu gewinnen und zu halten.

Insbesondere im Hinblick auf die nachhaltige Sicherung der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit von Hochschulen, stellen sie als kreativer Ansatz zur Erprobung neuer Lern- und Lehrformen einen wichtigen Beitrag zur Qualifizierung und Erhöhung des wissenschaftlichen Nachwuchses dar.

QualitätsstandardsBearbeiten

Gemeinsam ist den meisten Mentoring-Programmen in der Wissenschaft, dass sie neben der Mentoring-Beziehung – die in verschiedenen Formen wie One-to-One-, Peer- oder Gruppen-Mentoring ablaufen kann – durch die Module „Trainings zu Schlüsselkompetenzen“ und „Vernetzungsangebote“ ergänzt werden. Der Gestaltungsspielraum ist hierbei groß.

Vor diesem Hintergrund sowie im Hinblick auf die kontinuierlich steigende Anzahl von Mentoring-Programmen und -Systemen (als Studienberatung), hat die Qualitätssicherung und -entwicklung dieses Personalentwicklungsinstruments zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Qualitätsstandards sind nach Ansicht des Vereins unumgänglich. Aus diesem Grund bilden die von der Arbeitsgruppe „Qualitätsmanagement im Mentoring“ (2005–2008)[1] entwickelten Qualitätskriterien eine zentrale Basis für die künftige Entwicklung und Gestaltung von Mentoring-Programmen. In dieser Arbeitsgruppe hatten Mentoring-Koordinatorinnen des Forum Mentoring e. V. gemeinsam mit dem Ada-Lovelace Verein und dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall gearbeitet. Die Qualitätskriterien wurden schließlich 2010 auf dem Mentoring-Kongress des Forum Mentoring e. V. in modifizierter Form in der Broschüre Qualitätsstandards im Mentoring einer Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und im Frühjahr 2012 durch den neuen Vorstand des Forum Mentoring e. V. für den Wissenschaftsbereich weiterentwickelt (überarbeitete 2. Auflage).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Mitglieder der AG waren: Carolin Bausum, Christel Buchinger, Wolfgang Gollub, Susanne Witteriede (Kiefer), Manuela Kieseier, Franziska Kluttig, Sybille Krummacher, Christine Kurmeyer, Carmen Leicht-Scholten, Vera Lohel, Regina Milatović, Sylvia Neuhäuser-Metternich, Helga Rudack, Roswitha Rump, Anette Schönborn, Linda Steger, Eva Wochnik, Henrike Wolf0.