Forkenburg

ehemalige Flieh- oder Wallburg in Wehren, einem Stadtteil von Fritzlar in Nordhessen

Die Forkenburg ist eine ehemalige Flieh- oder Wallburg in der Gemarkung von Wehren, einem Stadtteil von Fritzlar im Schwalm-Eder-Kreis in Nordhessen.

Forkenburg
Alternativname(n): Fackenburg (1575), Fackenburgk (1579), Vockenburg (1580)
Staat: Deutschland (DE)
Ort: Fritzlar-Wehren
Entstehungszeit: 9. bis 10. Jahrhundert
Burgentyp: Niederungsburg
Erhaltungszustand: abgegangen, Wall erkennbar
Geographische Lage: 51° 10′ N, 9° 17′ OKoordinaten: 51° 9′ 55,1″ N, 9° 16′ 52,3″ O
Höhenlage: 198 m ü. NN
Forkenburg (Hessen)
Forkenburg

GeographieBearbeiten

Sie liegt 197 m ü. NHN etwa 1 km westsüdwestlich von Wehren und rund 1 km ostnordöstlich von Haddamar auf einem niedrigen, spornartigen Vorsprung nördlich über dem Wiesengrund des kleinen, von Haddamar kommenden Bachs Kingelborn, der bei Wehren in den Eder-Zufluss Ems mündet. Die Bundesstraße 450 von Fritzlar nach Wolfhagen verläuft etwa 700 m westlich. Von dieser zweigen unweit östlich von Haddamar die Kreisstraße 78 ostwärts nach Werkel und bald darauf die Kreisstraße 80 ebenfalls ostwärts nach Wehren ab. Die Forkenburg liegt in der Feldflur zwischen diesen beiden Straßen und ist über einen Feldweg von der rund 300 m nördlich vorbeiführenden K 80 zu erreichen.

Die AnlageBearbeiten

Von der einstigen, nahezu rechteckigen Wallanlage mit abgerundeten Ecken sind noch Reste im Westen, Norden und Osten sichtbar. Sie ist wohl frühmittelalterlichen Ursprungs, möglicherweise aus dem 9. oder 10. Jahrhundert, wird aber erstmals im Jahre 1575 als Fackenburg, danach 1579 als Fockennbergk und Fackenburgk und letztmals 1580 als Vockenburg urkundlich erwähnt. Sie mag Sitz der im Mittelalter einflussreichen Herren von Wehren oder zumindest in deren Besitz gewesen sein,[1] was jedoch nicht nachgewiesen ist.

In den Kartenwerken zum Kurfürstentum Hessen aus den Jahren 1840 bis 1861 war die Wallanlage in Hufeisenform verzeichnet.[2]

Bis 1986 war die Forkenburg als „Flächenhaftes Naturdenkmal (FND)“ ausgewiesen.[3] Heute ist dort eine Reaktivierung ehemaliger Magergrünlandflächen in Planung.[4]

LiteraturBearbeiten

  • Rolf Gensen: Die Forkenburg bei Wehren. In: Georg Bachmann: Der Schwalm-Eder-Kreis. (Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland, Band 8.) Theiss, Stuttgart, 1986. S. 39 ff.
  • Werner Ide: Von Adorf bis Zwesten. Ortsgeschichtliches Taschenbuch für den Kreis Fritzlar-Homberg. Bernecker, Melsungen, 1972, S. 100
  • Georg Landau: Historisch-topographische Beschreibung der wüsten Ortschaften im Kurfürstenthum Hessen und in den großherzoglich hessischen Antheilen am Hessengaue, am Oberlahngaue und am Ittergaue (Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, Siebentes Supplement). Fischer, Kassel, 1858, S. 161 (online bei Google Books)

FußnotenBearbeiten

  1. Carl Alhard von Drach (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Cassel, Band II: Kreis Fritzlar. Elwert, Marburg, 1909, S. 201
  2. Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 30. Fritzlar. Historische Kartenwerke. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 4. Juni 2018.
  3. Verordnung zum Schutze der Naturdenkmale im Schwalm-Eder-Kreis vom 28.04.1986; Anlage: Tabelle 1 – gelöschte Naturdenkmäler (ND 634.110)
  4. Höchstspannungsleitung Wilster – Grafenrheinfeld; BBPIG Vorhaben Nr. 4, SuedLink: Anhang XV. Einstufung und Auflistung räumlich planungsrelevanter Hinweise aus dem Projektdialog (pdf 132 kB)

WeblinksBearbeiten