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Flugplatz Eichsfeld

Flugplatz in Deutschland

Der Flugplatz Eichsfeld befindet sich nördlich von Heilbad Heiligenstadt. Er liegt ca. 20 Kilometer südöstlich von Göttingen und ist als Sonderlandeplatz zugelassen. Der Platz ist seit 1991 im Besitz des Luftsportvereins Eichsfeld-Göttingen und wurde 2005 mit einer 700 Meter langen Asphaltbahn ausgestattet, welche nun auch größeren Privatflugzeugen eine Landung ermöglicht.

Flugplatz Eichsfeld
Logo LVG.jpg
Sonderlandeplatz EDHD.JPG
Kenndaten
ICAO-Code EDHD
Koordinaten

51° 24′ 27″ N, 10° 8′ 43″ OKoordinaten: 51° 24′ 27″ N, 10° 8′ 43″ O

363 m (1191 ft) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 3 km nördlich von Heilbad Heiligenstadt,
2 km westlich von Günterode,
20 km südöstlich von Göttingen
Straße A 38, L 1009
Basisdaten
Eröffnung 1991
Betreiber Luftsportverein Eichsfeld-Göttingen e. V.
Fläche 30 ha
Terminals 3 Hangars
Flug-
bewegungen
ca. 2200 pro Jahr
Start- und Landebahnen
24/06 700 m × 15 m Asphalt
24/06 700 m × 30 m Gras
Webseite
http://www.lsv-eichsfeld-goettingen.de/

GeographieBearbeiten

Der Flugplatz Eichsfeld liegt im Landkreis Eichsfeld etwa drei Kilometer nördlich der thüringischen Kreisstadt Heilbad Heiligenstadt im Landkreis Eichsfeld in 363 m ü. MSL direkt an der Autobahn 38.

Geschichte des FlugplatzesBearbeiten

Nutzung zu Zeiten der DDRBearbeiten

 
Agrarflugzeug Z-37

Zu Zeiten der DDR wurde der Flugplatz Günterode (ehemaliger Name) von der Interflug als Agrarflugplatz genutzt. Dabei kamen Agrarflugzeuge vom Typ PZL M18 Dromader und Let Z-37 zum Einsatz, die in der Umgebung Felder aus der Luft bearbeiteten. Eine Z-37 war in Günterode fest stationiert.

Es landeten und starteten dort auch sehr oft Flugzeuge und Hubschrauber der Nationalen Volksarmee. Unter anderem wurden gesichtet:

Wegen seiner Grenznähe zur BRD(4 km Luftlinie) war der Flugplatz sehr beliebt bei der NVA, zum einen, um Generäle der Grenztruppen abzuholen oder zu bringen, zum anderen, um bei Überwachungsflügen zu tanken. Dafür befand sich in Günterode extra eine Tankstelle.

Nutzung nach der WendeBearbeiten

 
neues Towergebäude inkl. Sozialgebäude, erbaut 2011

Gleich nach der Wende kaufte die Luftsportvereinigung Göttingen e. V. (ehemaliger Vereinsname) das Gelände. Im April 1991 bekam die LVG dann eine vorläufige Fluggenehmigung für das Segelfluggelände Günterode. Die luftrechtliche Zulassung wurde beantragt und Pacht-, beziehungsweise Kaufverträge zwischen den Besitzern des Geländes in Günterode und dem Verein geschlossen. Eine unbefristete Genehmigung des Platzes in Günterode wurde im September 1991 erteilt. Es folgte die Aufnahme in den Landesluftsportverband Thüringen des Deutschen Aeroclubs und der Beginn der Flugausbildung in Günterode. 1992 wurde die Baugenehmigung für eine Flugzeughalle erteilt. In etwa 8000 Baustunden wurde das Gebäude bis zum Herbst desselben Jahres errichtet. Am 17. Mai 1994 fand die offizielle Einweihung der neuen Flugzeughalle statt. Es begann ein regelmäßiger Flugbetrieb. Am 10. und 11. September 1994 wurde der erste Flugtag im Eichsfeld ausgetragen und ein fahrbarer Tower wurde gebaut. 1995 wurden weitere Grundstücke um den Flugplatz dazugekauft und 1998 wurde ein neues Benzinlager errichtet und eine zweite Halle an die erste angebaut.

Im Jahr 2005 wurde zusätzlich zur Graslandebahn eine 750 m lange Asphaltbahn gebaut. Damit können seitdem auch größere Geschäftsflugzeuge landen.

Anfang 2011 wurde dann der bis dahin als Segelfluggelände klassifizierte Platz als Sonderlandeplatz zugelassen und erhielt den ICAO-Code EDHD. Damit einher ging eine Namensänderung von Günterode/Heiligenstadt nach Heilbad Heiligenstadt. Weiterhin wurde 2011 eine weitere Flugzeughalle für private Ultraleichtflugzeuge errichtet und die bestehende Flugzeughalle um neue Vereinsräume und einen Tower erweitert.[1]

Im Herbst 2012 wurde mit dem Bau einer weiteren Halle für private Geschäftsflugzeuge begonnen. Auswärtige Piloten, die die Region Göttingen oder das Eichsfeld privat oder geschäftlich besuchen möchten, nutzen den Flugplatz vielfach. Der Flugplatz entwickelt sich somit immer mehr hin zum Geschäftsflugplatz mit regionaler Bedeutung.[2]

2012 wurde außerdem der Flugplatz in Flugplatz Göttingen-Heilbad Heiligenstadt umbenannt.[3] Seit dem 20. Juli 2016 gilt die Bezeichnung Eichsfeld.

FlugbetriebBearbeiten

 
Ultraleichtflugzeuge auf dem Flugplatz
 
Pilatus PC-12 beim Rollen

Der Flugplatz ist Eigentum des Luftsportvereins Eichsfeld-Göttingen e. V., die dort Flugsport betreibt.

Der Flugplatz wird genutzt von:

  • Segelflugzeugen und Motorgetriebenen Flugzeugen der Luftsportvereiniung Göttingen e. V.
  • Privat- und Geschäftsflugzeugen (z. B. die Pilatus PC-12)
  • Private Ultraleichtflugzeugen von Vereinsmitgliedern

ZulassungBearbeiten

Der Flugplatz ist zugelassen für Flugzeuge bis 5,7 t und Hubschrauber bis 2 t Gesamtgewicht, Segelflugzeuge, Motorsegeler, Ultraleichtflugzeuge und Fallschirmabsprünge. Der Flugplatz ist von außen nach vorheriger Anmeldung (PPR) anfliegbar.

Unfälle/ZwischenfälleBearbeiten

Bis jetzt nur ein Unfall mit Personenschaden:

  • Am 22. Juni 2008 prallte eine vereinsfremde Fallschirmspringerin infolge eines Steuerfehlers gegen die Giebelwand der Flugzeughalle. Sie überlebte schwerverletzt den Unfall und wurde mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus nach Göttingen geflogen.[4]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Flugplatz Eichsfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Extra Tip Göttingen vom 14. August 2011, Seite 6
  2. Wer wird denn gleich in die Luft gehen? (Memento des Originals vom 5. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.die-wochenblaetter.de; Blick Göttingen vom 13. September 2013
  3. Neuer Name für Eichsfelder Flugplatz, TLZ vom 6. Juni 2012
  4. Fallschirmspringerin prallt gegen Giebel Aus: Thüringer Allgemeine, 23. Juni 2008