Flatschach

ehemalige Gemeinde in Österreich, Steiermark

Flatschach ist eine ehemalige Gemeinde mit 192 Einwohnern (Stand: 31. Oktober 2013)[1] im Bezirk Murtal und Gerichtsbezirk Judenburg nördlich von Zeltweg im Aichfeld in der Steiermark. Die heutige zusammengelegte Gemeinde hat 5.379 Einwohner (Stand: 31. Oktober 2020)[2] und liegt direkt am Red Bull Ring.

Flatschach (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde Flatschach
Flatschach (Österreich)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Murtal (MT), Steiermark
Gerichtsbezirk Judenburg
Pol. Gemeinde Spielberg
Koordinaten 47° 12′ 57″ N, 14° 45′ 2″ OKoordinaten: 47° 12′ 57″ N, 14° 45′ 2″ Of1
Höhe 622 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 191 (1. Jän. 2022)
Gebäudestand 58 (2001f1)
Fläche d. KG 7,42 km²
Postleitzahl 8720f1
Vorwahl +43/3577f1
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 15362
Katastralgemeinde-Nummer 65106
Zählsprengel/ -bezirk Flatschach (60903 004)
Bild
Lage von Flatschach im Bezirk Murtal
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk
191

Der Ort, die Ortschaft und die Katastralgemeinde bestehen zwar noch, doch im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform ist sie seit 2015 mit der Stadt Spielberg zusammengeschlossen,[3] die neue Gemeinde führt den Namen Stadtgemeinde Spielberg weiter. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG vom 17. Dezember 2013.[4]

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Flatschach liegt direkt nördlich von Zeltweg und zieht sich entlang des Flatschacher Baches auf die Flatschacher Höhe (auch Flatschacher-Schlag) (1363 m) nördlich des Ortes. Der tiefste Punkt liegt im Aichfeld mit 669 m. Der Flatschacherbach ist nach Flatschach benannt. Nachbargemeinden sind Zeltweg, Spielberg, Gaal und Fohnsdorf.

GliederungBearbeiten

Die Gemeinde bestand aus einer einzigen gleichnamigen Katastralgemeinde und Ortschaft.

EingemeindungenBearbeiten

Im Zuge der steirischen Gemeindestrukturreform wurde die Gemeinde Flatschach 2015 mit der Stadtgemeinde Spielberg fusioniert.[5]

In der Volksabstimmung am 9. Juni 2013 lehnten 84,78 % der Flatschacher die Zusammenlegung der Gemeinde Flatschach mit der Stadtgemeinde Spielberg ab.[6]

Umgebung (Beginn 2022)Bearbeiten

Gaal Graden Seckau
Fohnsdorf   Knittelfeld
Judenburg Zeltweg Spielberg bei Knittelfeld

GeschichteBearbeiten

Um 1400 gab es zahlreiche Goldbergbaue am Tremmelberg.

Um 1670–1680 kam der Goldbergbau allerdings laut Stift Admont wegen protestierenden Bergarbeitern zum Erliegen.

1716 Bergbau wurde erneut durch Benediktinermönche des Stift Seckau betrieben.

1741 Erste Wasserschwierigkeiten beim Bergbau. Genau zur gleichen Zeit starb der Leiter des Unternehmens.

Am 1. November 1789 wurde der Bergbau wieder aufgelassen, da die Ausgaben viel höher als die Einnahmen waren.

1849/50 Die politische Gemeinde Flatschach wurde errichtet.[7]

1864 Erneute Wiedereröffnung mancher Stollen. Kurz danach erneute Auflassung durch unerfolgreiche Erträge.

1906/07 Letzte Arbeiten in einem Unterstollen.

1951 Dissertation über die Flatschacher Gänge wurde vorgelegt.[8]

BevölkerungBearbeiten

Die Gemeinde hatte laut Volkszählung 2021 192 Einwohner. 99,4 % der Bevölkerung besaßen die österreichische Staatsbürgerschaft. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 92,7 % der Einwohner, 2,8 % zur evangelischen Kirche. 5,6 % waren ohne religiöses Bekenntnis.


Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Laut Arbeitsstättenzählung 2001 gab es 4 Arbeitsstätten mit 10 Beschäftigten in der Gemeinde sowie 55 Auspendler und 7 Einpendler. Es gab 16 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (davon 10 im Haupterwerb), die zusammen 916 ha bewirtschafteten (1999).

PolitikBearbeiten

Der Gemeinderat bestand zuletzt aus neun Mitgliedern und setzte sich seit der Gemeinderatswahl 2010 aus Mandataren der folgenden Parteien zusammen:

Die ÖVP stellte mit Alois Pichler den Bürgermeister.

WappenBearbeiten

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Oktober 2004.
Blasonierung (Wappenbeschreibung):

„Unter goldenem Schildhaupt mit einem roten vierblättrigen und mit fünf Eicheln (1:3:1) besetzten Stieleichenzweig in Rot ein goldener Frosch.“[9]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Land Steiermark: Endgültiger Bevölkerungsstand am 31.10.2013 (Memento des Originals vom 15. April 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistik.steiermark.at (Excel-Datei, 74 kB; abgerufen am 2. Mai 2015)
  2. Land Steiermark: https://www.landesentwicklung.steiermark.at/cms/dokumente/12651292_141979459/7bdc688c/ST-Bevzahl%2031.10.2020%20f%C3%BCr%20Finanzjahr%202022%20%28Gebietsstand%202020%29.xls Gemeinde Spielberg Endgültiger Bevölkerungsstand am 31.10.2020 (Excel-Datei, 51 kB)
  3. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  4. § 3 Abs. 8 Z 4 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 3.
  5. Das Land Steiermark: Die neue Gemeindestruktur der Steiermark. Archiviert vom Original am 15. Dezember 2013; abgerufen am 10. November 2013.
  6. Gemeinde Flatschach (Memento vom 13. November 2014 im Internet Archive)
  7. Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark, 21. Stück, 7. Oktober 1850, Nr. 378.
  8. Wassil Jarlowsky: Die Kupfererzgänge von Flatschach bei Knittelfeld — Dissertation. Hrsg.: Archiv für Lagerstättenforschung in den Ostalpen. 1951, S. 32–38.
  9. Landesgesetzblatt Steiermark Nr. 54/2004

WeblinksBearbeiten

Commons: Flatschach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien