Flamanville (Manche)

französische Gemeinde

Flamanville ist eine französische Gemeinde, die im Département Manche in der Region Normandie liegt. Die Einwohner nennen sich Flamanvillais. Bekannt ist der Ort vor allem durch das Kernkraftwerk Flamanville (2 Blöcke in Betrieb, der 3. im Bau).

Flamanville
Wappen von Flamanville
Flamanville (Frankreich)
Flamanville
Staat Frankreich
Region Normandie
Département (Nr.) Manche (50)
Arrondissement Cherbourg
Kanton Les Pieux
Gemeindeverband Cotentin
Koordinaten 49° 32′ N, 1° 52′ WKoordinaten: 49° 32′ N, 1° 52′ W
Höhe 0–90 m
Fläche 7,81 km²
Einwohner 1.766 (1. Januar 2018)
Bevölkerungsdichte 226 Einw./km²
Postleitzahl 50340
INSEE-Code
Website www.flamanville.fr.

Mairie Flamanville

ToponymieBearbeiten

Flamanville leitet sich aus dem französischen Patronym Flamenc ab, gefolgt von der französischen Endung -ville.[1]

GeografieBearbeiten

 
Château de Flamanville
 
Schlossfassade
 
ehemaliges Loch (Trou) Baligan
 
Saint Germain à la Rouelle bei der Ankunft in Diélette (Kirchenfenster)

Flamanville liegt an der Westküste der Halbinsel Cotentin. Das Kap von Flamanville befindet sich zwischen dem Kap la Hague im Norden und dem Kap Carteret im Süden. Flamanville ist für seinen variszischen Flamanville-Granit bekannt,[2] der in allen französischen Geologiebüchern erwähnt wird.[3]

Der Untertagebau einer Eisenerz-Lagestätte (aus Sedimentgesteinen) dauerte bis 1962. Dabei wurde das Eisenerz im Untertagebau unter dem Meer abgebaut.[4] Da das Wasser nicht mehr abgepumpt wird, sind heute die Stollen mit Wasser gefüllt.

Das Trou BaliganBearbeiten

Dieses Loch (Trou) reichte 200 m tief in den Granit. Nach einer lokalen Überlieferung waren nach der Flut schaurige Geräusche zu hören, die auf einen Drachen zurückzuführen wären. Im Jahre 448 landete Saint-Germain à la rouelle aus Irland und besiegte das Monster, das daraufhin in Granit verwandelt wurde.[5] Die sichtbaren "roten Adern" aus Eisenmineralien im Gestein sollen an das Blut des Drachen erinnern.

Das Trou Baligan musste beim Bau des Kernkraftwerkes weichen.

Gliederung der GemeindeBearbeiten

Flamanville erstreckt sich längs einer mehr als drei Kilometer langen Straße. Die Gemeinde besteht aus drei Teilen:

  • Caubus südlich des Schlosses
  • Cité Sainte-Barbe mit dem ehemaligen Untertagebergbau
  • Flamanville mit Kirche und Rathaus stehen

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012 2018
Einwohner 1541 1396 1194 1602 1781 1683 1686 1739 1766

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Das Schloss aus dem 17. Jahrhundert ist auf den Überresten eines Gutshauses aus dem 11. Jahrhundert erbaut. Im Schlosspark befindet sich der Dahliengarten, dieser besteht aus:
    • einer Gemeindesammlung mit mehr als 100 Sorten, viele davon kommen aus dem Lyoner Park Tête d'Or;
    • der Sammlung des Konservatoriumsgartens mit mehr als 400 Sorten
  • Kirche Saint Germain aus dem 13. Jahrhundert
  • 1867 gebauter Semaphor, 1988 in ein Restaurant umgewandelt
  • Hafen Port-Diélette im Norden, teilweise auf dem Gebiet von Tréauville

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Saint Germain à la rouelle (5. Jahrhundert), der den Drachen im Loch Baligan getötet haben soll.[6](französisch).
  • Hervé de Flamanville (XVIIe siècle), Freiherr dann Marquis von Flamanville, großer Vogt von Cotentin ließ das heutige Schloss bauen.
  • Jean-Hervé Basan de Flamanville (Schloss von Flamanville, 15. Februar 1666 – Perpignan, 5. Januar 1721), Sohn des Marquis Hervé de Flamanville. Er wurde Priester in Cherbourg, dann Generalvikar in Chartres, und Bischof von Perpignan durch Louis XIV. im Jahre 1695.[7]
  • Lucien Goubert (1887 in Flamanville – 1964), Maler, wurde im Weiler Caubus geboren. Er hatte zahlreiche Landschaftsbilder gemalt und ist allerdings nur im Département Manche bekannt. Das Collège von Flamanville heißt Lucien Goubert.

BibliografieBearbeiten

  • Hugues Plaideux: Une amitié méconnue : Jean-Jacques Rousseau et le marquis de Flamanville. In: Revue de la Manche. t. 39, fasc. 155, juillet 1997.
  • Paul Vialar: La Maison sous la mer. Roman. éd. Denoël, 1941.

EinzelnachweiseBearbeiten

  • Altitudes : répertoire géographique des communes.[8]
  1. René Lepelley: Dictionnaire étymologique des noms de communes de Normandie. Presses universitaires de Caen, ISBN 2-905461-80-2, S. 123.
  2. Flamanville-Granit Webseite Lithothèque de Normandie.
  3. François Michel: Le tour de France d'un géologue. ISBN 978-2-603-01546-9, S. 38 .
  4. Guide géologique Normandie Maine. 2. Auflage. Edition Dunod, ISBN 2-10-050695-1, S. 90.
  5. Trou Baligan Wikimanche (französisch).
  6. Saint-Germain à la Rouelle Wikimanche
  7. Vérusmor: Le domaine seigneurial et le château de Flamanville. In: Annuaire du département de la Manche. Elie fils, Saint-Lô 1863.
  8. Site de l'IGN (Memento des Originals vom 2. Mai 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/professionnels.ign.fr.

WeblinksBearbeiten

Commons: Flamanville – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien