Finnur Jónsson (Bischof)

isländischer Geistlicher, Bischof von Skálholt

Finnur Jónsson (* 16. Januar 1704 in Hítardalur; † 23. Juli 1789 in Skálholt) war ein evangelisch-lutherischer Bischof von Skálholt im Süden von Island. Er war der vorletzte Bischof, der dort noch seinen Sitz hatte.

LebenBearbeiten

Familie und AusbildungBearbeiten

Finnur Jónsson wurde am 16. Januar 1704 als Sohn des Pastors und Geschichtsschreibers Jón Halldórsson und dessen Frau Sigríður Björnsdóttir in Hítardalur auf der Halbinsel Snæfellsnes in Westisland geboren.

Er wurde zunächst zu Hause unterrichtet, erhielt dann seine höhere Schulbildung in Skálholt und fuhr schließlich nach Kopenhagen, um an der dortigen Hochschule Theologie zu studieren.

Beruflicher Werdegang und WirkenBearbeiten

Von 1732 bis 1743 war er Pfarrer in Reykholt. Anschließend wurde er zum Stiftspropst in der Diözese Skálholt befördert und schließlich wirkte er dort von 1754 bis 1785 als Bischof.

Es scheint, dass er zunächst wegen der damit verbundenen Verwaltungsaufgaben zögerte, das Bischofsamt zu übernehmen.

Wissenschaftliche ArbeitenBearbeiten

Wie auch sein Vater und diverse Verwandte war Finnur Jónsson ein bekannter Geisteswissenschaftler, der im Jahre 1774 als erster Isländer den Doktorgrad in Theologie erwarb.[1]

Unter dem Titel Historia Ecclesiastica Islandiæ veröffentlichte er in den Jahren 1772–1778 in Kopenhagen eine in lateinischer Sprache verfasste Kirchengeschichte Islands. Auch zahlreiche andere Schriften entstammen seiner Feder, besonders in den Bereichen von Theologie und Kirchengeschichte.

Familie und ErbeBearbeiten

Finnur Jónsson war verheiratet mit Guðríður Gísladóttir (1707–1766), die ihrerseits von Jón Vigfússon, dem Bischof von Hólar abstammte.

Der Nachfolger von Finnur auf dem Bischofsstuhl war einer seiner Söhne Hannes Finnsson. Dieser wurde eigentlich schon 1777 zum Bischof geweiht und führte das Amt für seinen Vater, bis dieser am 23. Juli 1789 starb.

Obwohl die meisten Häuser in Skálholt in einem großen Erdbeben im Jahre 1784 beschädigt und ein Großteil des Viehs als Folge der giftigen Niederschläge der Vulkanausbrüche der Laki-Krater nach 1783 gestorben war, weigerte sich Finnur bis zu seinem Tod, den Ort zu verlassen.[2]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 19. Dezember 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.skalholt.is Website von Skálholt, abger.: 15. August 2010
  2. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 19. Dezember 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.skalholt.is Website von Skálholt, abger.: 15. August 2010
VorgängerAmtNachfolger
Ólafur GíslasonBischof von Skálholt
17541785
Hannes Finnsson