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Die zur Festung ausgebaute Stadt Stettin 1642

Festung Stettin nennt man den festungsartigen Ausbau der Stadtmauer von Stettin.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Am Ende des Dreißigjährigen Krieges erhielt Schweden im Westfälischen Frieden eine Besitzung an der Südküste der Ostsee, das sogenannte Schwedisch-Pommern. Dies wurde als strategischer Brückenkopf für die Hegemonialstellung Schwedens im Ostseeraum und zur Ausweitung schwedischer Besitzansprüche nach Süden genutzt. Entsprechend wurde die Stadtmauer von Stettin Zug um Zug festungsartig ausgebaut. Stettin war für beide Vorhaben bedeutungsvoll, weil es zum einen von der Ostsee angelaufen werden konnte, zum anderen aber durch die Kontrolle der Odermündung bis tief ins brandenburgische Land wirkmächtig war. Daher bildete die Festung eine latente Bedrohung Brandenburgs.

Im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg kam es daher im August 1676 zur Belagerung von Stettin. Die Brandenburger mussten ihre schlecht vorbereiteten Bemühungen um die Stadt schon am 16. November 1676 einstellen und in die Winterquartiere zurückkehren. Anfang Juli 1677 wurde die Belagerung fortgesetzt. Diesmal führte ein sechsmonatiger Dauerartilleriebeschuss zum Erfolg und die Schweden ergaben sich am 26. Dezember 1677. Mit dem Fall der Festung Stettin konnte am 6. Januar 1678 Kurfürst Friedrich Wilhelm feierlich in das Stettiner Schloss einziehen. Durch diesen Gewinn und auch durch die erfolgreiche Belagerung von Stralsund 1678 war den Schweden der strategische Brückenkopf an der Südküste der Ostsee genommen. Durch den ungünstigen Frieden von Saint-Germain von 1679 wurde es Friedrich Wilhelm aufgelegt, alle in Schwedisch-Pommern eroberten Gebiete bis Ende des Jahres an Schweden zurückzugeben. Schweden wurde verpflichtet, den Grenzvertrag von 1653 umzusetzen, wonach es auf die auf dem rechten Oderufer gelegenen Landstreifen, ausgenommen Damm und Gollnow, zu Gunsten Brandenburgs verzichten sollte. Schweden verzichtete auf die Erhebung von Seezöllen an der Odermündung. Bei der Vertragsunterzeichnung soll der ergrimmte brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm « Exoriare aliquis nostris ex ossibus ultor! » (deutsch: „Rächer, erstehe du mir einst aus meinen Gebeinen!“) geäußert haben,[1] ein Zitat aus der Aeneis[2] von Vergil. Und wirklich, sein Enkel, Friedrich Wilhelm I. setzte die Ambitionen seines Großvaters zum Erwerb der Festung fort. So kam es im Großen Nordischen Krieg 1713 zur zweiten erfolgreichen Belagerung der Festung durch die Brandenburger. Doch diesmal fiel im Frieden von Stockholm 1720 die Festung endgültig an Brandenburg-Preußen.

Friedrich Wilhelm I. ließ zur Sicherung gegen die See- und Oderseite der Festung so unter anderem Fort Wilhelm, Fort Leopold, Fort Preußen, sowie zur Verewigung seines Triumphes das Berliner Tor und das Königstor in der Fortifikation errichten, die sich bis heute erhalten haben. Durch die Verlegung des Infanterieregiments No. 7 wurde Stettin eine starke preußischen Garnisonsstadt. Dennoch wurde die Festung in den napoleonischen Kriegen, anders als bei der Belagerung von Kolbergs 1806 kampflos von den Franzosen eingenommen und bis 1813 besetzt.

Als es in der Industriellen Revolution zur Urbanisierung Vorpommerns kam, und der enge Festungsgürtel die weitere Entwicklung der Stadt hemmte, wurde diese schließlich 1875 geschleift. Ab 1900 wurde auf dem Gelände des Fort Leopolds die Hakenterrasse errichtet. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt im März 1945 zur sogenannten „Festung“ erklärt. Doch dies konnte die Eroberung durch die Rote Armee nicht verhindern.

Preußische Gouverneure und KommandantenBearbeiten

GouverneureBearbeiten

KommandantenBearbeiten

2. KommandantenBearbeiten

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Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Büchmann: Geflügelte Worte
  2. IV, 625 / Dido