Hauptmenü öffnen
Fernitz-Mellach
Wappen Österreichkarte
Wappen von Fernitz-Mellach
Fernitz-Mellach (Österreich)
Fernitz-Mellach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Graz-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: GU
Hauptort: Fernitz
Fläche: 20,51 km²
Koordinaten: 46° 58′ N, 15° 30′ OKoordinaten: 46° 58′ 27″ N, 15° 29′ 54″ O
Höhe: 321 m ü. A.
Einwohner: 4.813 (1. Jän. 2019)
Postleitzahlen: 8072
8410 Dillach (tw.), Mellach (tw.)
Vorwahl: 03135
Gemeindekennziffer: 6 06 62
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Grazer Straße 1
8072 Fernitz
Website: www.fernitz-mellach.gv.at
Politik
Bürgermeister: Karl Ziegler (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
     
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Fernitz-Mellach im Bezirk Graz-Umgebung
DeutschfeistritzDobl-ZwaringEggersdorf bei GrazFeldkirchen bei GrazFernitz-MellachFrohnleitenGössendorfGratkornGratwein-StraßengelHart bei GrazHaselsdorf-TobelbadHausmannstättenHitzendorfHitzendorfKainbach bei GrazKalsdorf bei GrazKumbergLaßnitzhöheLiebochNestelbach bei GrazPeggauRaaba-GrambachSankt BartholomäSankt Marein bei GrazSankt Oswald bei PlankenwarthSankt Radegund bei GrazSeiersberg-PirkaSemriachStatteggStiwollThalÜbelbachPremstättenVasoldsbergWeinitzenWerndorfWundschuhGrazSteiermarkLage der Gemeinde Fernitz-Mellach im Bezirk Graz-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Ortszentrum von Fernitz mit Erzherzog-Johann-Park
Ortszentrum von Fernitz mit Erzherzog-Johann-Park
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Fernitz-Mellach ist eine Gemeinde mit 4813 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Bezirk Graz-Umgebung in der Steiermark, Österreich. Die Gemeinde entstand am 1. Jänner 2015 im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark[1] aus den mit Ende 2014 aufgelösten Gemeinden Fernitz und Mellach.[2]

GeografieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Fernitz-Mellach liegt im südlichen Teil des Bezirks Graz-Umgebung, etwa zehn Kilometer südlich von Graz am südöstlichen Rand des Grazer Feldes (ehemals Fernitz Feld) am Übergang zum Oststeirischen Hügelland. Die Gemeinde wird von der Mur durchflossen.

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[3]):

  • Dillach (382)
  • Enzelsdorf (294)
  • Fernitz (3106) samt Vorstadt
  • Gnaning (424) samt Fernitzberg und Tropbach
  • Mellach (607)

Die Gemeinde besteht aus drei Katastralgemeinden (Fläche: Stand 31. Dezember 2018[4]):

NachbargemeindenBearbeiten

Drei der acht Nachbargemeinden liegen im Bezirk Leibnitz (LB).

000000 Gössendorf
Feldkirchen bei Graz000000
Hausmannstätten Empersdorf (LB)
Kalsdorf bei Graz

Werndorf
  Heiligenkreuz am Waasen (LB)
Wildon Wildon (LB) Heiligenkreuz am Waasen

GeschichteBearbeiten

Das Gebiet der Gemeinde Fernitz-Mellach war bereits römerzeitlich besiedelt. Kupferzeitliche Funde im Raum von Mellach und Enzelsdorf sowie Siedlungsreste aus der Hallstattzeit weisen auf eine noch frühere Siedlungsgeschichte hin.

Im 6. Jahrhundert kamen Slawen aus dem Osten in das Gebiet. Der Name Fernitz zeigt deutlich slawischen Ursprung. 1160 erbauten die Herren von Pranckh eine Kapelle. 1209 wird Fernitz in einer Urkunde unter dem Namen „Vorenze“ (= Ansiedlung am Föhrenbach) erstmals urkundlich erwähnt. 1210 bestätigt Eberhard II., Erzbischof von Salzburg, die Entscheidung des Streites über die Zugehörigkeit der Kirche zu Straßengel. In dieser Urkunde wird wieder die Hube von Vorinze erwähnt.

Die Jahre 1469 bis 1490 waren Schreckensjahre: die Magyaren drangen mit großer Brutalität in das Land ein. 1480 wurde nach dem Türkeneinfall die Kirche Maria Trost zu Fernitz von Kaiser Friedrich III. in ihrer heutigen Form als Votivkirche errichtet. 1482 verpfändet Friedrich III. das Ungeld zu Vatersdorf und umher u. a. zu Fernitz um jährlich hundert Pfund an einen Jörg Pettenböck.

1680 wütete die Pest in Fernitz und raffte viele Bewohner hinweg. Zu dieser Zeit bestand in Fernitz bereits ein Schulhaus, welches zu den ältesten Häusern des Ortes gezählt haben muss. 1826 wurden bei einem Brand das Schulhaus und mit ihm 30 Häuser und 34 Wirtschaftsgebäude vernichtet.

Im Jahr 2009 wurde im Ortsteil Fernitz ein römisches Grab mit einem vermutlich weiblichen Skelett sowie Perlen, einem Glasgefäß und einem Keramiktrinkbecher gefunden. Von einer zugehörigen römischen Siedlung ist nichts bekannt.[5]

Die Volksschule Fernitz wurde 2012 im Zuge von Sanierungsarbeiten und zu Ehren der gleichnamigen Entwicklungshelferin in „Marianne Graf Volksschule“ umbenannt.

Am 1. Jänner 2015 entstand durch Zusammenlegung der Gemeinden Fernitz und Mellach die Fusionsgemeinde.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Fernitz-Mellach liegt verkehrsgünstig südlich von Graz, viele Hauptverkehrsstraßen liegen in Gemeindenähe, ohne direkt durch die Gemeinde zu führen.

Die Pyhrn Autobahn A 9 ist in rund fünf Kilometern über die Anschlussstelle Kalsdorf (exit 194) zu erreichen. Auch die Süd Autobahn A 2 führt in Gemeindenähe vorbei. Die nächstgelegene Anschlussstelle ist der Knoten Graz-Ost bei Raaba-Grambach (exit 179) in etwa sechs Kilometern Entfernung.

An das Netz der ehemaligen Bundesstraßen ist Fernitz-Mellach gut angeschlossen, so ist die Grazer Straße B 67 in etwa zwei Kilometern im Nachbarort Kalsdorf oder im Süden in etwa acht Kilometern über Wildon erreichbar. Die Kirchbacher Straße B 73 ist in etwa zwei Kilometern im Nachbarort Hausmannstätten zu erreichen.

Fernitz-Mellach hat keinen eigenen Bahnhof. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich im Nachbarort Kalsdorf (ca. 3 km) und bietet Zugang zur Österreichischen Südbahn mit stündlichen Regionalzug-Verbindungen nach Graz und Leibnitz.

Der Flughafen Graz ist etwa sieben Kilometer entfernt.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Der Verbund betrieb im Gebiet von Mellach ein Öl/Gas-Kombikraftwerk, welches durch die integrierte Kraft-Wärme-Kopplung nicht nur Strom, sondern auch Wärme lieferte und höchste ökologische Anforderungen erfüllte. 1996 wurde das Kraftwerk als sauberste und beste Anlage Europas mit dem Öko-Audit zertifiziert. 2007 wurde am selben Standort der Bau eines 850 MW starken Gas- und Dampfkraftwerk Mellach genehmigt, welches am 22. Juni 2012 offiziell vom Generalunternehmer Siemens an den Verbund übergeben wurde. Insgesamt wurden damit rund zwei Millionen Tonnen CO2 emittiert, was den gesamten CO2-Ausstoß des Bundeslands Steiermark um rund 20 % erhöhte. Das Öl/Gas-Kraftwerk mit 175 m hohem zweizügigem Schlot wurde im Sommer 2017 abgerissen, wofür im Juli mehrere Wochen lang ein samt Ausgleichsgewichten 1000 Tonnen schwerer Raupenkran aufgebaut worden ist.[6]

Das nahe gelegene Steinkohlekraftwerk soll Mitte 2020 stillgelegt werden. Das moderne Gasturbinen-Dampfturbinen-Kombikraftwerk wollte der Eigner Verbund verkaufen oder einmotten, hat jedoch im März 2017 entschieden es zu behalten und setzt es bedarfsflexibel untertags seit Mai 2017 ein.[7][8]

In der Nähe befindet sich außerdem als Laufkraftwerk in der Mur, das Wasserkraftwerk Mellach, sowie etwas weiter Flussaufwärts das 2013 in Betrieb genommene Kraftwerk Kalsdorf.

Bildung, Soziales und KulturBearbeiten

Kindergarten und SchulenBearbeiten

In Fernitz-Mellach gibt es drei öffentliche Schulen: die Volksschule Mellach sowie die Marianne Graf Volksschule gemeinsam mit der Musikschule Fernitz im Ortsteil Fernitz. Zur frühen Kinderbetreuung gibt es zwei Kindergärten und Kinderkrippen und einen Hort zur ganztägigen Kinderbetreuung. Eine allgemein bildende mittlere Schule befindet sich in der Nachbargemeinde Hausmannstätten, die NMS Hausmannstätten.

BibliothekenBearbeiten

  • öffentliche Bibliothek Fernitz-Mellach[9]

SportBearbeiten

In Fernitz-Mellach gibt es mehrere Sportvereine, unter anderem der Fußballverein FC Fernitz - Mellach, zwei Eisstockvereine sowie Lauf- und Tennisclubs.

Ärzte und ApothekeBearbeiten

Für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung stehen eine Apotheke, mehrere Ärzte der Allgemeinmedizin sowie Fachärzte zur Verfügung.[10]

PflegeheimBearbeiten

Die Caritas Steiermark betreibt in Fernitz ein Pflegewohnhaus.[11]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Maria Trost zu FernitzBearbeiten

 
Wallfahrtskirche Maria Trost (November 2006)

Die bekannteste Sehenswürdigkeit des Ortes ist die Wallfahrtskirche Maria Trost. Bereits seit 1150 ist Maria Trost in Fernitz ein Wallfahrtsort und zählt damit zu den ältesten der Steiermark. Das heutige spätgotische Bauwerk wurde zwischen 1506 und 1514 errichtet.

Filialkirche hl. JakobBearbeiten

Die Filialkirche hl. Jakob im Ortsteil Enzelsdorf wurde erstmals 1152 urkundlich erwähnt und gilt als eine der ältesten Kirchenbauten der Steiermark. Im 17. Jahrhundert kam es zum Erweiterungsbau der Kirche in der heutigen Form.

Erzherzog-Johann-ParkBearbeiten

1966 wurde durch die Kanalisation, Aufschüttung und Trockenlegung der etwa 12.000 m² umfassenden versumpften Dorfwiese, in die bis dahin Abwässer geleitet wurden, ein Park im Dorfzentrum angelegt. Der neu errichtete Park samt Springbrunnen aus vier Fontänen in einem viereckigen Becken wurde im Jahr darauf eröffnet.

Im Erzherzog-Johann-Jahr 1982 erhielt der Dorfpark im Gedenken an den steirischen Prinzen seinen heutigen Namen: „Erzherzog-Johann Park“.

Nach drei Jahren Projektierung und drei weiteren Monaten Ausführung wurde im Zuge der Ortskernerneuerung 1999 auch der Park neu gestaltet. Neben Neubepflanzungen und Wahrung alter Baumbestände wurden die Flanierwege sowie der Brunnen erneuert. Mit diesem Projekt wurde die Gemeinde im Jahr 2000 mit dem steirischen Ortserneuerungspreis ausgezeichnet.[12]

Im Frühjahr 2006 wurde der Park mit Funkien-Themengärten erweitert. Zu den circa 200 Funkiensorten wurde ungefähr 4000 Begleitpflanzen gesetzt. Somit ist der Erzherzog-Johann-Park in seiner Art österreichweit einzigartig.

Für dieses Bemühen wurde die Gemeinde Fernitz in den Jahren 2004, 2008, 2009, 2011, 2013, 2014, 2015, 2016 und 2017 Fernitz zum „schönsten Blumendorf der Steiermark“ gewählt.

Weitere Sehenswürdigkeiten
  • Tierpark Aumühle

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat von Fernitz besteht aus 21 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2015 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:

Partei 2015
Stimmen % Mandate
ÖVP 1704 62 14
SPÖ 280 10 2
FPÖ 270 10 2
Bürgerliste Mellach 293 11 2
Die Grünen 215 8 1
Wahlbeteiligung 72 %

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist Karl Ziegler (ÖVP). Dem Gemeindevorstand gehören weiters die erste Vizebürgermeisterin Nina Kostner (ÖVP), der zweite Vizebürgermeister Helmut Baudendistel (ÖVP), der Gemeindekassier Werner Skringer (ÖVP) und das Vorstandsmitglied Robert Maitz (ÖVP) an.

WappenBearbeiten

Beide Vorgängergemeinden hatten je ein Gemeindewappen. Wegen der Gemeindezusammenlegung verloren diese mit 1. Jänner 2015 ihre offizielle Gültigkeit.

Die Neuverleihung eines Gemeindewappens für die Fusionsgemeinde erfolgte im September 2019.[13]

Die Blasonierung lautet:

„In Rot ein goldener, mit einer blauen heraldischen Lilie belegter Pfahl, vorne und hinten je eine silberne, mit der Schneide nach außen gewandte Streitaxt.“

Damit zeigt das neue Wappen Elemente aus den beiden Wappen der Altgemeinden.

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Bekannte EinwohnerBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Ingo Mirsch: Die Geschichte der Gemeinde Fernitz. Gemeinde Fernitz, 2005, ISBN 3200002654. Erhältlich im Gemeindeamt.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Fernitz-Mellach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. § 3 Abs. 3 Z 2 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jg. 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 3.
  3. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  4. CSV-Datei aus REGIONALINFORMATION.zip (1.221 KB); abgerufen am 12. Jänner 2019
  5. Artikel des Bundesdenkmalamts über den Fund eines römischen Grabes in Fernitz, bda.at, Februar 2009
  6. Höchstes Bauwerk der Steiermark wird abgetragen, kleinezeitung.at am 28. Juli 2017; abgerufen am 17. September 2019.
  7. Manfred Neuper: Mellach spielt jetzt die Feuerwehr. Kleine Zeitung, Print 28. Juli 2017, S. 28 f.
  8. Österreich schließt letzte Kohlekraftwerke, steiermark.orf.at am 3. Juni 2019; abgerufen am 17. September 2019.
  9. Gemeinde Fernitz-Mellach, Bildung, Öffentliche Bibliothek. Abgerufen am 23. Juni 2019.
  10. Gemeinde Fernitz-Mellach, Gesundheit, Ärzte und Apotheke. Abgerufen am 23. Juni 2019.
  11. Caritas Steiermark, Unsere Angebote, Pflegewohnhäuser. Abgerufen am 23. Juni 2019.
  12. Beschreibung des Projekt (PDF) (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  13. 67. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 12. September 2019 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Gemeinde Fernitz-Mellach (politischer Bezirk Graz-Umgebung), ris.bka.gv.at, abgerufen am 17. September 2019.