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Fernand Cortez

Oper von Gaspare Spontini
Werkdaten
Titel: Fernand Cortez, ou La conquête du Mexique
Stubenrauch: Telasco in Spontinis Fernand Cortez

Stubenrauch: Telasco in Spontinis Fernand Cortez

Form: Oper in drei Akten
Originalsprache: Französisch
Musik: Gaspare Spontini
Libretto: Victor-Joseph Étienne de Jouy und Joseph-Alphonse Esménard
Uraufführung: 28. November 1809
Ort der Uraufführung: Paris, Académie Royale de Musique
Spieldauer: ca. 3 Stunden
Ort und Zeit der Handlung: Mexiko, um 1534
Personen
  • Fernand Cortez (Tenor)
  • Télasco (Tenor/Bariton)
  • Alvaro (Tenor)
  • Grand prêtre (Bass)
  • Moralèz (Bass)
  • Amazily (Sopran)
Henri-Bernard Dabadie in Spontinis Fernand Cortez

Fernand Cortez, ou La conquête du Mexique (Fernand Cortez oder die Eroberung von Mexiko) ist eine Oper in drei Akten von Gaspare Spontini. Sie wurde am 28. November 1809 an der Académie Royale de Musique uraufgeführt und für die Pariser Aufführung 1817 grundlegend umgearbeitet.

Entstehungsgeschichte und HintergründeBearbeiten

Die Oper war ursprünglich als politische Propaganda dazu bestimmt, Napoleons Invasion der iberischen Halbinsel im Jahr 1808 zu unterstützen. Die Figur des Cortez steht hier für Napoleon, während die blutrünstigen aztekischen Priester die spanische Inquisition darstellen sollen. Der Kaiser selbst soll Spontini das Thema der Oper vorgeschlagen haben, und die Uraufführung fand in seiner Gegenwart statt. Mit den zunehmenden Schwierigkeiten der Französischen Armee Spanien und Portugal zu halten, büßte das Stück seine Popularität rasch ein.

Die Premiere 1809 wurde für ihre spektakulären Bühneneffekte berühmt, darunter die Präsentation von 17 lebenden Pferden. Es sangen Étienne Lainez (Cortez), François Lays (Télasco), Laforêt (Alvaro), Henri Étienne Dérivis (Grand prêtre), Jean-Honoré Bertin (Moralèz) und Caroline Branchu (Amazily). Kritiker beschwerten sich über die abenteuerliche Harmonik und die Lautstärke der Musik. Der Aufwand der Inszenierung, der extensive Einsatz von Balletten und die Behandlung eines historischen Subjekts machen Spontinis Werk zum Vorläufer der französischen Grand opéra. Der Cortez wurde u. a. von Hector Berlioz sehr bewundert.

Für eine Wiederaufführung in Paris am 28. Mai 1817 erarbeitete Spontini eine erste umfassende Revision der Oper. Zwei weitere grundlegende Revisionen wurden in den Jahren 1824 und 1832 für Aufführungen in Berlin unternommen.

Im 19. Jahrhundert wurde Cortez in Europa sehr viel gespielt. 1951 wurde in Neapel eine Ausgrabung (Amazily: Renata Tebaldi) unternommen, die auch auf Tonträgern aufgezeichnet wurde. Weitere szenische und konzertante Aufführungen gab es von den 1970er Jahren an immer wieder. Seit 1998 existiert eine kritische Edition des Dirigenten Jean-Paul Penin, die von ihm auch auf CD eingespielt und in mehreren konzertanten und szenischen Aufführungen (zuletzt am Theater Erfurt 2006) musikalisch einstudiert und geleitet wurde.

Handlung (Fassung 1809)Bearbeiten

Die Oper geht auf die historische Gegebenheit des spanischen Eroberers Hernán Cortés und seine Invasion bei den Azteken in Mexiko zurück.

Erster Akt

Zu Beginn der Oper überredet Cortez seine meuternden Truppen, sich nicht auf den Heimweg zu begeben. Sein Bruder, Alvaro, ist bereits Gefangener der Azteken und Cortez ist auch dem aztekischen Prinzessin, Amazily in Liebe verbunden. Amazilys Bruder Telasco kommt und behauptet, die Spanier würden Mexiko bald verlassen. Cortez lässt daraufhin Feuer auf seinen eigenen Schiffen anlegen, um eine Rückkehr auszuschließen.

Zweiter Akt

Der Spanier Voraus auf der aztekischen Tempel mit Telasco ihr Gefangener. Es gelingt ihnen die Befreiung Alvaros. Telasco beschuldigt seine Schwester Amazily des Verrats und die Azteken drohen, sie zu enthaupten, falls die Mexikaner Alvaro nicht freilassen. Amazily beschließt, sich zu opfern und liefert sich den Azteken aus. Cortez befiehlt seinen Leuten, den Tempel anzugreifen.

Dritter Akt

Im Tempel bereiten die Priester das Opfer vor, als Alvaro und Amazily ankommen. Ein Orakel der Gottheit verkündet, dass das Blut der Feinde fließen soll. Nun kommt die Nachricht, dass der aztekische Herrscher Montezuma von den Spaniern gefangen gesetzt wurde. Der Hohepriester entscheidet, mit der Opferung von Amazily fortzufahren. Die Spanier kommen gerade rechtzeitig, um sie zu retten. Amazily und Cortez können nun heiraten.

Handlung (Fassung 1817)Bearbeiten

Erster Akt

Drei gefangene Spanier befinden sich in der Hand der Mexikaner, ihnen droht der Tod. König Montezuma aber will Alvar, den Bruder des Cortez, lieber als Geisel behalten. Die mexikanische Prinzessin Amazily tritt für den Frieden und auch für Cortez, den Anführer der Spanier ein, mit dem sie ein Liebesverhältnis eingegangen ist. Sie wird jedoch zu den Spaniern gesandt, um ihnen mitzuteilen wie es um Alvar steht.

Zweiter Akt

Telasko erscheint als Bote der Mexikaner bei Cortez und bietet an, Alvar freizugeben, wenn sich die Spanier zurückziehen. Diese nehmen nun aber ihrerseits Telasko als Geisel. Obwohl nun ein Austausch der Geiseln stattfinden soll, fordert das mexikanische Volk die Opferung von Alvar. Cortez zögert nun nicht mehr, die Hauptstadt der Mexikaner anzugreifen. Deren König lässt nun aber seine Hauptstadt selbst in Brand setzen, damit sie nicht in die Hände der Feinde fallen kann.

Dritter Akt

Cortez gelingt es, die Flammen zu löschen, und auf Bitten von Amazily lässt er auch deren Bruder Telasco und Vater Montezuma frei. Damit ist Mexiko erobert und die zum Christentum übergetretene Amazily reicht Cortez ihre Hand.

LiteraturBearbeiten

  • Charles Bouvet: Spontini. Paris 1930
  • Hans Engel: Wagner und Spontini. In: Archiv für Musik-Wissenschaft. Band 12. 1955
  • Dennis Albert Libby: Gaspare Spontini and His French and German Operas. Dissertation Princeton 1969
  • Paolo Fragapane: Spontini, Bologna 1954, Neuausgabe: Florenz 1983

WeblinksBearbeiten