Fergus (Galloway)

erster König oder der Herr von Galloway

Fergus von Galloway (gälisch Fearghus, latein Fergus de Galwedia, * vor 1100; † 12. Mai 1161) war Herrscher von Galloway.

LebenBearbeiten

Seine Herkunft ist unklar. Er wird erstmals um 1136 urkundlich genannt. Er herrschte womöglich schon seit den 1110er oder 1120er Jahren über die schottische Region Galloway. Seit dem Ende des Königreichs Strathclyde im 11. Jahrhundert wurde die Oberhoheit über die Region Galloway von den Königen von Schottland beansprucht. Die tatsächliche schottische Königsmacht in der Region war jedoch schwach. Es ist unter Historikern umstritten, ob Fergus sich in Opposition zur schottischen Krone als „König von Galloway“ ein souveränes Herrschaftsgebiet usurpierte, oder als „Lord von Galloway“ mit dem Wohlwollen der schottischen Krone als deren loser Vasall die Verwaltung der Region übernahm.

Auf Druck des schottischen Königs Malcolm IV., der 1160 mit seinem Heer nach Galloway zog, legte Fergus seine Herrschaft nieder und trat als Mönch ins Kloster von Holyrood ein, wo er im folgenden Jahr starb. Galloway wurde zwischen seinen beiden Söhnen aufgeteilt, die Malcolm IV. als ihren Lehnsherrn anerkannten.

Ehe und NachkommenBearbeiten

Spätestens 1124 heiratete er in Carrick, Elisabeth, eine uneheliche Tochter König Heinrichs I. von England. Er hatte drei mindestens zwei Söhne und eine Tochter, wobei umstritten ist, ob sie alle aus jener Ehe stammen:

RezeptionBearbeiten

Der im 13. Jahrhundert von Guillaume le Clerc verfasste altfranzösische höfische Roman Roman de Fergus bezieht sich vermutlich auf die historische Figur des Fergus von Galloway.

LiteraturBearbeiten

  • Richard D. Oram: Fergus, Galloway and the Scots. In: Richard D. Oram, G.P. Stell (Hrsg.): Galloway. Land and Lordship. The Scottish Society for Northern Studies, Edinburgh 1991, ISBN 0-9505994-6-8, S. 117–130 (PDF bei ssns.org.uk).
  • George Edward Cokayne (Hrsg.): The Complete Peerage. Band 3, Alan Sutton Publishing, Gloucester 2000, S. 55.
  • Alison Weir: Britain's Royal Families. The Complete Genealogy. The Bodley Head, London 1999, S. 49.

WeblinksBearbeiten