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Ferdinand Wagner (Maler, 1847)

deutscher Maler
Ferdinand Wagner, An der Quelle (Öl auf Leinwand, 150 × 92 cm)

Ferdinand Wagner (* 27. Januar 1847 in Passau; † 30. Dezember 1927 in München) war ein deutscher Maler.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

 
Hofbräuhaus am Platzl, Historische Ansicht des großen Saales des Hofbräuhauses auf einer Postkarte; an der Wandfläche das Gemälde „Patrona Bavariae“ von Ferdinand Wagner

Ferdinand Wagner war Sohn des als Zeichenlehrer an der Gewerbeschule Passau wirkenden Ferdinand Wagner senior, der nicht mit dem Münchner Kunstmaler Ferdinand Wagner verwechselt werden darf.[1] Er erhielt seine erste Ausbildung bei seinem Vater, anschließend studierte er an der Münchner Kunstakademie bei Peter von Cornelius und Julius Schnorr von Carolsfeld, gefolgt von einem Italienaufenthalt 1867/68.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland erregte er Aufmerksamkeit mit der Ausmalung der ehemaligen Weinstube zum Tenormayer in München, in der Folge erhielt er zahlreiche Aufträge als Dekorationsmaler. Wagner erwarb 1889 die bisher als Kaserne gewidmete Veste Niederhaus, verkaufte diese 1907 an den Kunstmaler Eduard Stroblberger, nachdem er sich im Zuge der Planungen zum Bau der Luitpoldbrücke mit den Kommunalpolitikern zerstritten hatte. Wagner zog nach München, wo er 1927 80-jährig verstarb. Wagners Leichnam wurde nach Passau überführt und im Hochfriedhof bestattet.

Von Ferdinand Wagners Werken fanden insbesondere Beachtung die Wand- und Deckengemälde im Münchner Ratskeller[2] und im Deutschen Theater, die Ausschmückung des Speisezimmers in der Drachenburg[3] bei Königswinter am Rhein, die Dekoration der Cafés Roth und Luitpold in München und des Restaurants Tivoli in London. Dazu fertigte er 1890/91 zahlreiche Dekorationen für das Dampfschiff Fürst Bismarck an. In Passau schuf er die beiden Staatsbilder im Großen Rathaussaal und malte die Rathaussäle sowie von 1886 bis 1890 den Ratskeller aus. Ab 1892 war er mit Folgeaufträgen bis 1916 mit der Ausmalung von Schloss Ratibor bei Roth beschäftigt, wo er 1894 das Hauptbild „Thriumph der Aphrodite“ malte. Andere noch erhaltene Werke sind die Fassadenmalereien am Rathaus von Schwyz (1891), das Deckengemälde im Neuen Großen Festsaal von Schloss Bückeburg (1895), die Dekoration des Großen Saales im Münchner Hofbräuhaus (1897) sowie Darstellungen im Turmsaal des Neuen Rathauses zu Hamburg (1899).

Ferdinand Wagner wurde in Passau mit zahlreichen Ehrungen bedacht. So wurde ihm 1887 die Ehrenbürgerschaft verliehen, des Weiteren wurde die Ferdinand-Wagner-Straße und der von ihm ausgemalte Ferdinand-Wagner-Saal im Ratskeller nach ihm benannt.

WerkeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Christian Hecht: Ferdinand Wagner – Historienmaler. In: Ostbairische Lebensbilder (Band II), Dietmar Klinger Verlag, Passau 2005, ISBN 3-932949-51-X
  • Horst Ludwig: Malerei der Gründerzeit, In: Band 6 von Bayerische Staatsgemäldesammlungen. Gemäldekataloge, Hirmer, 1977, ISBN 3777429406, Seite 308.
  • Walther Killy und Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. Band 10, K.G. Saur Verlag GmbH & Co. KG, München 1996, ISBN 3-598-23163-6, Seite 280.
  • Historischer Verein von Oberbayern: Oberbayerisches Archiv, Bände 124-125, 2000, Seite 72.
  • Richard Schaffner: „Schämt Euch für Euer Tun, ihr Brückenmänner“. In: Passauer Neue Presse vom 22. August 2011, Seite 35.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Category:Ferdinand Wagner (Passau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Christian Hecht: Ferdinand Wagner – Historienmaler, in: Ostbairische Lebensbilder, Band II, S. 83, mit ausdrücklicher Korrektur der Angabe im Künstlerlexikon Thieme-Becker
  2. Der Münchner Ratskeller und seine Geschichte@1@2Vorlage:Toter Link/www.ratskeller.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. in www.ratskeller.com
  3. Ferdinand Wagner stellt in fünf Gemälden den Verlauf einer Jagd des Ritters der Drachenburg im 14. Jahrhundert dar (Memento des Originals vom 4. April 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schloss-drachenburg.de in www.schloss-drachenburg.de