Feldschlößchen (Wachau)

Ortsteil der Gemeinde Wachau

Feldschlößchen ist ein Ortsteil der Gemeinde Wachau im Landkreis Bautzen in Sachsen.

Feldschlößchen
Gemeinde Wachau
Koordinaten: 51° 8′ 22″ N, 13° 55′ 0″ O
Höhe: 257 m ü. NN
Postleitzahl: 01454
Vorwahl: 03528

GeographieBearbeiten

 
Die spätere Ortslage Feldschlößchen auf einer Karte aus dem frühen 19. Jahrhundert. Sie befindet sich am oberen Kartenrand im Bereich des Schriftzugs „Augustus“ und darüber. Die Radeberger Straße besteht schon, ebenfalls bereits eingezeichnet ist der damals noch unbefestigte Jägerweg.

Der Ortsteil Feldschlößchen liegt im Süden der Gemeinde Wachau an deren Grenze zum Stadtgebiet Radeberg und bildet gemeinsam mit der Altgemeinde Wachau die Ortschaft „Wachau mit Feldschlößchen“ innerhalb der Gemeinde Wachau. Es ist umgeben vom Wachauer Ortsteil Seifersdorf im Nordwesten, Wachau im Norden und dem Wachauer Ortsteil Leppersdorf im Osten. Südwestlich, südlich bzw. südöstlich benachbart sind der Radeberger Ortsteil Liegau-Augustusbad und die Radeberger Gemarkungen Lotzdorf und Friedrichstal.

Feldschlößchen ist eine Kleinsiedlung zwischen dem Tannengrund im nordwestlich gelegenen Augustusbad und einem als Landwehr bezeichneten Waldgebiet im Osten. Der Ortsteil liegt an der Staatsstraße 177, die in der Ortslage „Radeberger Straße“ heißt. Von ihr zweigt hier die Straße über Wachau nach Lomnitz ab, die in Feldschlößchen den Namen „An der Knorpelschänke“ trägt. An den ÖPNV ist Feldschlößchen über die Buslinie 317 des Regionalverkehrs Dresden angebunden, der im Ortsteil zwei Haltestellen bedient.[1] Der Radeberger Rundwanderweg durchläuft die verkehrsberuhigte Siedlung von Kleinwachau kommend und in die Landwehr weiterführend.

GeschichteBearbeiten

 
Die "Restauration zum Feldschlösschen" 1915

Die Siedlung entstand im Zusammenhang mit dem Kurbetrieb im benachbarten Augustusbad, der im Gebiet des heutigen Ortsteils Feldschlößchen zur Einrichtung zweier Gaststätten führte. Das 1858 erstmals erwähnte Gasthaus „Feldschlößchen“ wurde zum Namensgeber des Ortsteils, nach 1864 bildete sich zudem das „Restaurant Mager an der Wachauer Ziegelei“ heraus, später als „Knorpelschänke“ bekannt. Beide Gaststätten haben ihren Betrieb Mitte bzw. Ende des vorigen Jahrhunderts eingestellt. Zunächst entwickelte sich der Ortsteil entlang des südlichen Teils der Radeberger Straße um die „Restauration zum Feldschlößchen“. Das Waldgebiet der Landwehr reichte bis Anfang des 20. Jahrhunderts von Osten her bis an die Straße heran. In den 1930er Jahren dehnte sich die Siedlung zuerst entlang des heutigen Landwehrweges, des Jägerweges und der Arthur-Hustig-Straße nach Osten aus. Später wurden der aus einem alten (die gesamte Landwehr von West nach Ost durchquerenden) Fahrweg hervorgegangene Mittelweg, sowie der Grenzweg, Blumenweg, Hügelweg und Kurzer Weg erschlossen. Danach folgte eine Erweiterung nach Norden, die mit einer systematischen Benennung der neuen Straßen nach Laubbäumen einherging (Linden-, Ahorn-, Buchen- und Birkenweg). Der Ortsteil erreichte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch den Bau der neuen Wohngebiete seine heutige Größe und hat rund 710 Einwohner.

Das lage- und entwicklungsbedingte Fehlen von Bauerngütern und landwirtschaftlichen Betrieben (außer einer Schäferei) machte Feldschlösschen zu einem klassischen Wohndorf bzw. einer reinen Wohnsiedlung und führte zu der engen Verflechtung mit Wachau. Bis zur Eingemeindung weiterer Ortsteile nach Wachau zum 1. Januar 1994 war Feldschlößchen Teil der Altgemeinde Wachau. Der Siedlungscharakter, das Fehlen eines alten Dorfkerns in Feldschlößchen sowie dessen territoriale Verflechtung mit Liegau-Augustusbad führte der Radeberger Stadtrat im Jahre 1997 als Argumente für den Versuch einer Umflurung des Ortsteils nach Radeberg an, als durch die geplanten Eingemeindungen von Lomnitz und Großerkmannsdorf ohnehin eine Gebietsreform bevorstand.[2] Feldschlößchen verblieb jedoch bei Wachau.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. zvon.de: Fahrplan Linie 317@1@2Vorlage:Toter Link/www.zvon.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF-Datei; 211 kB)
  2. Bernd Lichtenberger: Stadt liebäugelt mit Ullersdorf, Feldschlößchen und Schönborn, in: Dresdner Neueste Nachrichten, Ausgabe vom 30. Mai 1997, S. 17.