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Fehrbach (historisch auch: Fahrbach[1]) ist ein Stadtteil von Pirmasens.

Fehrbach
Stadt Pirmasens
Koordinaten: 49° 13′ 44″ N, 7° 35′ 3″ O
Höhe: 392 m ü. NHN
Einwohner: 1400
Eingemeindung: 7. Juni 1969
Postleitzahl: 66954
Vorwahl: 06331
Fehrbach (Rheinland-Pfalz)
Fehrbach

Lage von Fehrbach in Rheinland-Pfalz

Ehemalige Schule

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

MittelalterBearbeiten

Das Gründungsdatum von Fehrbach ist unbekannt. Die älteste erhaltene Erwähnung stammt von 1202: Der Ort wird zusammen mit Lemberg, Gersbach, Ruppertsweiler, Münchweiler, Winzeln und Ruhbankerhof als Filiale der Pfarrei Pirmasens genannt.[2] Das ehemalige Klostergut wurde damals Forlebach geschrieben. Das Dorf lag später im Amt Lemberg der Grafschaft Zweibrücken-Bitsch und dort in der Amtsschultheißerei Pirmasens.[3] Die Nähe zu Pirmasens und die Lage an einer alten Salzstraße (die heutige B 10) prägten Fehrbach.

Frühe NeuzeitBearbeiten

1570 verstarb Graf Jakob von Zweibrücken-Bitsch (* 1510; † 1570) als letztes männliches Mitglied seiner Familie. Das Amt Lemberg erbte seine Tochter, Ludovica Margaretha von Zweibrücken-Bitsch, die mit dem (Erb-)Grafen Philipp (V.) von Hanau-Lichtenberg verheiratet war. Ihr Schwiegervater, Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg, gab durch die sofortige Einführung des lutherischen Bekenntnisses dem streng römisch-katholischen Herzog Karl III. von Lothringen Gelegenheit, militärisch zu intervenieren, da dieser die Lehnshoheit über die ebenfalls zum Erbe gehörende Herrschaft Bitsch besaß. Im Juli 1572 besetzten lothringische Truppen die Grafschaft. Da Philipp IV. der lothringischen Übermacht nicht gewachsen war, wählte er den Rechtsweg. Beim anschließenden Prozess vor dem Reichskammergericht konnte sich Lothringen hinsichtlich der Herrschaft Bitsch durchsetzen, das Amt Lemberg dagegen – und somit auch Fehrbach – wurde der Grafschaft Hanau-Lichtenberg zugesprochen.

Nach der Entvölkerung durch den Dreißigjährigen Krieg siedelten 1665 französische Einwanderer unter der Führung Antony Raquet im "neuen" Fehrbach.[4] Seine Nachkommen leben noch heute im Ort. 1714 siedelten außerdem Bauern aus Tirol in Fehrbach.

1736 starb mit Graf Johann Reinhard III. der letzte männliche Vertreter des Hauses Hanau. Aufgrund der Ehe seiner einzigen Tochter, Charlotte (* 1700; † 1726), mit dem Erbprinzen Ludwig (VIII.) (* 1691; † 1768) von Hessen-Darmstadt fiel die Grafschaft Hanau-Lichtenberg nach dort. Im Zuge der Französischen Revolution fiel der linksrheinische Teil der Grafschaft Hanau-Lichtenberg – und damit auch das Amt Lemberg und Fehrbach – 1794 an Frankreich. Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft kam Fehrbach zum bayerischen Rheinkreis.[5]

Zum 7. Juni 1969 wurde Fehrbach nach Pirmasens eingemeindet.[6]

BauwerkeBearbeiten

 
Kirche St. Josef

Markantestes Bauwerk des Ortes ist der 1958 fertiggestellte Fehrbacher Wasserturm, der direkt an der Bundesstraße 10 liegt. Früher existierte außerdem das Fehrbacher Wasserreservoir; dabei handelte es sich um einen Wasserbehälter, der nach Fertigstellung des Wasserturms abgerissen wurde. Den Ortskern dominiert die römisch-katholische Kirche St. Josef, ein neugotischer Sandsteinbau nach Plänen von Wilhelm Schulte I. aus den Jahren 1891 bis 1893. Weitere denkmalgeschützte historische Gebäude sind das ehemalige Schulhaus von 1898 und ein eingeschossiges Quereinhaus aus dem Jahr 1810.

PersönlichkeitenBearbeiten

VereineBearbeiten

Es existieren die Fußballvereine FC 1923 Fehrbach e. V. und FC Schoppenbatscher e. V., die Billardfreunde 1960 Fehrbach e. V. und der dem Ringen, Radsport und der Fitness gewidmete Ringer-Sport-Club Pirmasens-Fehrbach 1983 e. V. Der I.TTC Schwarz-Weiß Fehrbach 1951 e. V. bietet Tischtennis und Gymnastik an. Mit dem Gesangverein Concordia 1912 Fehrbach e. V. gibt es außerdem ein Chor.

LiteraturBearbeiten

  • Beamtenverzeichniß und Statistik des Königlich Bayerischen Regierungsbezirkes der Pfalz. Speyer 1870.
  • Guth, Emil: Lemberg. Dorf und Burg im Wandel der Zeit – Aus der Geschichte des ehemaligen Amtsortes von Hanau-Lichtenberg und der Annexen, Höfen und Mühlen. Mit Beiträgen diverser weiterer Autoren, Hrsg. Selbstverlag Ortsgemeinde Lemberg 1984
  • Helfrich, Alfons: Aus der guten alten Zeit. Erzählt in der Geschichte von Fehrbach, 1994
  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480–1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.
  • Reiter, Uwe: Fehrbach: Ein Ortsportrait. SWR Landesschau, 6. November 2009, abgerufen am 3. April 2014.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Matt, S. 9.
  2. Guth.
  3. Knöpp, S. 11; Matt, S. 9.
  4. Helfrich, S. 68.
  5. Beamtenverzeichniß.
  6. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 175 (PDF; 2,8 MB).

WeblinksBearbeiten