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GeographieBearbeiten

Faverney liegt auf einer Höhe von 220 m über dem Meeresspiegel, etwa 17 Kilometer nordnordwestlich der Stadt Vesoul (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich im zentralen Teil des Departements, in der breiten Talniederung der Lanterne, östlich des Saônetals, am Südrand des Bois de la Raie.

Die Fläche des 18,23 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt im Bereich der leicht gewellten Landschaft östlich des oberen Saônetals. Von Osten nach Westen wird das Gebiet von der Alluvialniederung der Lanterne durchquert, die für die Entwässerung zur Saône sorgt. Die Talebene liegt durchschnittlich auf 215 m und weist eine Breite von rund drei Kilometern auf. Sie wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Ehemalige Sand- und Kiesgruben südlich der Lanterne sind mit Wasser gefüllt und dienen teilweise als Wassersportflächen. Die östliche Abgrenzung wird durch den Wasserlauf des Fossé de la Marcelle markiert.

Flankiert wird das Lanterne-Tal auf seiner Südseite von waldigen Höhen, die aus einer Wechsellagerung von sandig-mergeligen und kalkigen Sedimenten der mittleren Jurazeit bestehen. Der Hang steigt dabei steil zu den Hochplateaus von La Roche (314 m) und La Croix d'Argent (326 m) an. Mit 331 m wird im Bois de Breurey die höchste Erhebung von Faverney erreicht. Im Norden wird das Tal der Lanterne vom bewaldeten Rücken des Bois de la Raie (bis 270 m) und Bois des Balières gesäumt. Diese Höhen sind aus Sedimenten aufgebaut, die während der Lias (Unterjura) abgelagert wurden. Mit einem schmalen Streifen erstreckt sich das Gemeindeareal westwärts bis an den Flusslauf der Saône.

Zu Faverney gehören neben dem eigentlichen Ort zwei Weilersiedlungen:

  • Le Bout du Pont (220 m) am südlichen Ufer der Lanterne
  • Port-d'Atelier-Amance (216 m) in der Niederung der Saône am Westrand des Bois des Balières

Nachbargemeinden von Faverney sind Amance und Menoux im Norden, Mersuay und Breurey-lès-Faverney im Osten, Fleurey-lès-Faverney und Conflandey im Süden sowie Purgerot und Baulay im Westen.

GeschichteBearbeiten

Der Ortsname Faverney geht vermutlich auf die keltische Sprache zurück und bedeutet so viel wie feuchter Ort, an dem Erlen wachsen. Den Ursprung der Siedlung bildete die Gründung des Klosters im 8. Jahrhundert durch den Burgunder Wideradus. Im Jahr 1132 war das Kloster im Verfall begriffen, als Benediktinermönche von der Abtei La Chaise-Dieu kamen und dem Ort zu einer neuen Blütezeit verhalfen.

Im Mittelalter gehörte Faverney zur Freigrafschaft Burgund und darin zum Gebiet des Bailliage d’Amont. Faverney war ein befestigter mittelalterlicher Flecken, über den der Abt die Herrschaft innehatte. Es war Sitz eines der fünf Archidiakonen der Diözese Besançon. Den Bewohnern wurden im 13. Jahrhundert gewisse Freiheitsrechte zugesprochen. Im Lauf der Geschichte wurde das Städtchen mehrfach von Bränden heimgesucht, besonders schwer in den Jahren 1568, 1595 und 1641. An Pfingsten des Jahres 1608 ereignete sich das eucharistische Wunder von Faverney. Die Mönche stellten in der Abteikirche das allerheiligste Sakrament in der Monstranz zur Anbetung aus. Ein Feuer zerstörte während der Nacht den Altar, doch die Monstranz, deren Inhalt unbeschädigt war, schwebte in der Luft und senkte sich erst nach dem Bau eines provisorischen Altars auf diesen nieder. In der Folge wurde das Kloster zu einem weitherum bekannten Pilgerziel.

Zusammen mit der Franche-Comté gelangte Faverney mit dem Frieden von Nimwegen 1678 definitiv an Frankreich. Im Rahmen der Französischen Revolution wurde das Kloster 1789 aufgehoben und seine Güter zum Staatsbesitz erklärt. In den Klostergebäuden wurde später ein Priester- und Philosophieseminar der Diözese Besançon eingerichtet. Faverney wurde 1793 zum Hauptort des gleichnamigen Kantons erhoben, der 1801 in den Kanton Port-sur-Saône eingegliedert wurde. 1806 erfolgte die Umteilung in den Kanton Amance. Seit dem 18. Jahrhundert war Faverney Standort einer Gießerei, die 1955 geschlossen wurde. 1860 wurde die Ortschaft mit der Eröffnung der Bahnstrecke Aillevillers–Port-d'Atelier-Amance nach Aillevillers an das französische Eisenbahnnetz angeschlossen. Der Betrieb der Linie wurde 1991 eingestellt. Heute ist Faverney Verwaltungssitz des 16 Ortschaften umfassenden Gemeindeverbandes Communauté de communes de la Saône Jolie.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Klosterkirche Notre-Dame la Blanche

Faverney hat sein spätmittelalterliches Stadtbild bewahrt und ist mit dem Label „Petite Cité Comtoise de Caractère“ ausgezeichnet. Die ehemalige Klosterkirche Notre-Dame la Blanche wurde 1803 zur Pfarrkirche und 1860 als Monument historique klassiert. Sie stammt ursprünglich aus dem 11. Jahrhundert, besitzt ein romanisches Schiff und einen gotischen Chor (13. Jahrhundert). Seitenkapellen und Apsiden wurden im 15. Jahrhundert hinzugefügt. Weitere Veränderungen gab es im 18. und 19. Jahrhundert, und auch die Ausstattung stammt überwiegend aus dieser Zeit. Die mächtigen Klostergebäude wurden in der Zeit zwischen 1713 und 1733 errichtet. Das ehemalige Abtshaus, 1682 neu erbaut, beherbergt heute die Gemeindeverwaltung. Davor steht ein Kreuz aus dem 16. Jahrhundert.

Im Halbkreis um das Kloster gruppieren sich die Häuser des alten Zentrums von Faverney. Die Bausubstanz stammt aus dem 15. bis 18. Jahrhundert. Besonders erwähnenswert sind dabei das Maison des Hôtes (15. Jahrhundert), das früher die weltlichen Gäste des Klosters beherbergte, das Maison Wagner, die ehemalige Gendarmerie, ein Gebäude in U-Form, das 1839 an der Stelle der früheren Pfarrkirche erbaut wurde, und die Markthalle (um 1700). Über die Lanterne führte eine im 18. Jahrhundert errichtete Steinbogenbrücke.

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 1.228
1968 1.073
1975 1.072
1982 1.116
1990 1.112
1999 1.019
2006 1.052

Mit 953 Einwohnern (1. Januar 2016) gehört Faverney zu den mittelgroßen Gemeinden des Département Haute-Saône. Während des gesamten 20. Jahrhunderts wurde insgesamt ein Rückgang der Einwohnerzahl verzeichnet (1901 wurden noch 1488 Personen gezählt).

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Faverney war lange Zeit ein Städtchen, das durch Handel und Gewerbe sowie die Verarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte des Umlandes geprägt war. Heute ist Faverney ein Kleinzentrum, das zentralörtliche Funktionen für die nähere Region übernimmt. Es gibt verschiedene Betriebe des Klein- und Mittelgewerbes, vor allem in den Bereichen Metallverarbeitung, Feinmechanik, Heizungsbau, Holzverarbeitung und Baugewerbe. Daneben sind im Ort zahlreiche Dienstleistungsunternehmen und Einzelhandelsgeschäfte für den täglichen Bedarf ansässig. Faverney ist Standort eines Collège und eines Kinos. Alljährlich wird hier ein Musik-Festival ausgetragen.

Die Ortschaft liegt abseits der größeren Durchgangsachsen an einer Departementsstraße, die von Vesoul nach Vauvillers führt. Weitere Straßenverbindungen bestehen mit Purgerot, Amoncourt, Breurey-lès-Faverney und Mersuay. Der ehemalige Bahnhof wurde stillgelegt. Durch das westliche Gemeindegebiet verläuft die 1858 eröffnete Eisenbahnlinie von Vesoul nach Langres.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Faverney – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien