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Unter Farbigen versteht man nicht-hellhäutige Menschen. Der Begriff entstammt historischen Rassentheorien und rassistischen Ansichten, und wird heute als problematisch gesehen. Besondere Bedeutung hatte und hat er in allen Systemen der Rassentrennung.[1] Als Selbstbezeichnung war er nie verbreitet.[2]

Zum einen bezeichnet der Ausdruck speziell Personen mit dunkler Hautfarbe, als Synonym für den Ausdruck Schwarze, diverse Gruppen Indiens oder Aborigines. In weiterem Sinne bezeichnet er Personen, die nicht hellhäutig („weiß“) sind, also alle Nichteuropäer (und deren Nachfahren weltweit), in noch weiterem Sinne auch Südeuropäer dunkleren Einschlags, womit der Begriff in den Kontext der Arier-Rassentheorie gerät. Dazu kommen dann Aspekte der „Mischlingsfrage“, sodass man auf Definitionen wie „eine braune oder schwarze Hautfarbe habend“ oder erweitert „eine braune, schwarze, rote oder gelbe Hautfarbe habend“ kam.[3], wo sich neben der „schwarzen Rasse“ auch die „gelbe“ der „Asiaten“ und „rote“ der „Indianer“ findet, allesamt ebenfalls überkommene Konzepte.

Verwandte Ausdrücke:

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Wiktionary: Farbiger – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Der braune Mob e. V.: Informationen für Journalisten zu m korrekten sprachlichen Umgang mit rechtsextremistischen oder rassistisch motivierten Straftaten. 2006, abgerufen am 25. Mai 2017.
  2. Daniel Bartel, Doris Liebscher, Juana Remus: Rassismus vor Gericht: weiße Norm und Schwarzes Wissen im deutschen Recht. In: Karim Fereidooni, Meral El (Hrsg.): Rassismuskritik und Widerstandsformen. Springer, Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-658-14720-4, S. 362 Anm. 3.
  3. vergl. farbig, Duden Rechtschreibung online, abgerufen 6. Oktober 2013
  4. Constantin Wagner: Wer ist „wir“? In: Miriam Aced, Tamer Düzyol, Arif Rüzgar, Christian Schaft (Hrsg.): Migration, Asyl und (post-)migrantische Lebenswelten in Deutschland. Bestandsaufnahme und Perspektiven migrationspolitischer Praktiken. Lit, Berlin 2014, ISBN 978-3-643-12463-0, S. 179.
  5. Susan Arndt: Die 101 wichtigsten Fragen – Rassismus. C.H. Beck, München 2017, ISBN 978-3-406-67765-6.