Fanal (Oper)

Oper von Kurt Atterberg

Fanal (deutscher Titel Flammendes Land) ist eine Oper in drei Akten von Kurt Atterberg (Musik) mit einem Libretto von Oscar Ritter und Ignaz Michael Welleminsky in Anlehnung an die rheinische Sage Der Schelm von Bergen. Die Uraufführung fand am 27. Januar 1934 in Stockholm statt.

Operndaten
Titel: Flammendes Land
Originaltitel: Fanal
Form: Oper in drei Akten
Originalsprache: Schwedisch
Musik: Kurt Atterberg
Libretto: Oscar Ritter und Ignaz Michael Welleminsky
Literarische Vorlage: Die Sage Der Schelm von Bergen
Uraufführung: 27. Januar 1934
Ort der Uraufführung: Königliche Oper Stockholm
Spieldauer: ca. 2 Stunden und 10 Minuten
Ort und Zeit der Handlung: Ein kleines rheinisches Dorf während der Bauernkriege, 1525
Personen
  • Der Herzog (Bass)
  • Rosamund, seine Tochter (Sopran)
  • Martin Scharf, Sohn des Henkers (Tenor)
  • Der Vasall (Tenor)
  • Der Feldhauptmann und zwei Landsknechte (Baritone)
  • Die alte Scharffin, seine Mutter (Alt)
  • Jost der Hundsheimer (Bassbariton)
  • Kunrad und Rochus, Landsknechte (Baritone)
  • Der Bauernhauptmann (Bariton)
  • Pankraz Knipperlein, Gerichtsschreiber (Tenor)
  • Peter Unz, der Wirt (Tenor)
  • Die rote Ursel, eine Dirne (Sopran)
  • Gefolge des Herzogs, Landsknechte, Mönche, Bauern, Volk

HandlungBearbeiten

Die Handlung spielt in einem kleinen rheinischen Dorf während der Bauernkriege um 1525. Das Libretto weicht von den bekannten Sagenvorlagen stark ab und verlegt insbesondere die Zeit der Handlung bewusst. Es wurde vermutet, dass dadurch politische Bedenken, z. B. wegen der Nähe zu Heinrich Heines bekannter Dichtung, vermieden wurden. So wurde in Deutschland die Handlung als Parabel auf die gegenwärtige politische Situation gedeutet und gepriesen.[1]

Erster AktBearbeiten

Prinzessin Rosamunde wird von aufständischen Bauern gefangen genommen und zum Tode verurteilt. Der junge Scharfrichter Martin soll die Hinrichtung vollstrecken. Er verliebt sich aber in Rosamunde, kann sie befreien und mit ihr fliehen.

Zweiter AktBearbeiten

Sie fliehen zu Martins Mutter. Martin konnte sein Handwerk bisher vor Rosamunde verbergen und verleugnet es. Als sie die Wahrheit herausfindet, erschrickt sie und will alleine fliehen. In diesem Augenblick werden sie von ihren Verfolgern überrascht und können nur mit Gewalt gemeinsam fliehen.

Dritter AktBearbeiten

Der Herzog hat unterdessen geschworen, dem Retter seiner Tochter zum Schwiegersohn zu ernennen. Die Flüchtenden werden von herzoglichen Truppen gestellt und Rosamunde gibt Martin als ihren Retter aus. Martin hat wegen seines Berufes aber Bedenken, Rosamunde zu heiraten. Er gibt sich dem Herzog als Henker zu erkennen. Daraufhin schlägt der Herzog Martin feierlich zum Grafen.

GeschichteBearbeiten

EntstehungBearbeiten

Die Komposition (op. 35) entstand ab 1929 und wurde 1934 in der Königlichen Oper Stockholm unter dem Dirigat von Nils Grevillius in schwedischer Sprache uraufgeführt.[2] Die Hauptrolle sang Jussi Björling, der schon kurze Zeit später die populäre Arie I männer över lag og rätt auf Schallplatte einsang. Die weiteren Sänger waren Helga Görlin (Rosamund), Joël Berglund (Jost der Hundsheimer) sowie Britta Ewert, Conny Molin, Sven d’Ailly, Emil Stiebel und Leon Björker.[3]

Die Oper war sehr erfolgreich. Allein Björling sang die Rolle noch 22 Mal in den nächsten fünf Jahren.[4]

RezeptionBearbeiten

Die deutsche Erstaufführung erfolgte schon zwei Monate später am Staatstheater Braunschweig.[5] Die Aufführung wurde enthusiastisch aufgenommen und es kam in Folge zu weiteren Aufführungen in Lübeck, Chemnitz und Dortmund.[1]

Aufnahmen / DiskographieBearbeiten

  • Kungliga Teatern Orkester Stockholm: Fanal (Flammendes Land) (Gesamtaufnahme in schwedischer Sprache), Line Music, 1957

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Erik Levi: Opera in the Nazi period. In: John London (Hrsg.): Theatre under the Nazis, Manchester University Press, 2000, S. 136–186.
  2. Flammendes Land, Besprechung auf musirony, abgerufen am 31. Januar 2017.
  3. 27. Januar 1934: „Fanal“. In: L’Almanacco di Gherardo Casaglia..
  4. Stephan Hastings: The Björling Sound. University of Rochester Press, 2012
  5. Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. Band 4, 4. Auflage, de Gruyter, 2004