Hauptmenü öffnen
Faistenau
Wappen Österreichkarte
Wappen von Faistenau
Faistenau (Österreich)
Faistenau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Salzburg-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: SL
Fläche: 51,2 km²
Koordinaten: 47° 46′ N, 13° 13′ OKoordinaten: 47° 46′ 0″ N, 13° 13′ 0″ O
Höhe: 784 m ü. A.
Einwohner: 3.100 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 61 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5324
Vorwahl: 06228
Gemeindekennziffer: 5 03 11
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Lindenplatz 1
5324 Faistenau
Website: www.faistenau.gv.at
Politik
Bürgermeister: Josef Wörndl (ÖVP)
Gemeinderat: (2019)
(19 Mitglieder)
12
4
3
12 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Faistenau im Bezirk Salzburg-Umgebung
AnifAntheringBergheimBerndorf bei SalzburgBürmoosDorfbeuernEbenauElixhausenElsbethenEugendorfFaistenauFuschl am SeeGömingGroßgmainHallwangHenndorf am WallerseeHinterseeHof bei SalzburgKöstendorfLamprechtshausenMattseeNeumarkt am WallerseeNußdorf am HaunsbergOberndorf bei SalzburgObertrum am SeePlainfeldSankt Georgen bei SalzburgSankt GilgenSchleedorfSeehamSeekirchen am WallerseeStraßwalchenStroblThalgauWals-SiezenheimGrödigKopplSalzburgSalzburgLage der Gemeinde Faistenau im Bezirk St. Johann im Pongau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Faistenau ist eine Gemeinde im Bezirk Salzburg-Umgebung im Salzburger Land in Österreich mit 3100 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019).

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde liegt im Salzburger Land, 14 Kilometer östlich der Stadt Salzburg. Sie ist die höchstgelegene Gemeinde (784 m ü. A.) des sog. Flachgaues und gehört zum Gerichtsbezirk Thalgau.

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende acht Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Alm (59) samt Krin, Plaik und Strübl
  • Anger (675) samt Bramsau, Grünau, Höfern, Lohmühle, Todtbauer, Wittau, Wörlehen und Wurmwinkel
  • Faistenau (564)
  • Lidaun (134) samt Ebnerwirt, Eckschlag, Grabenhäuser, Lettengraben und Pionting
  • Ramsau (335) samt Ausweg, Botenwirt, Brandstatt, Fischlehen und Schmiedbauer
  • Tiefbrunnau (394) samt Aschau, Döller, Gimplbauer, Hatz, Keflau, Kühleiten, Kurzmühle, Mitterholz, Schreier und Steg
  • Vordersee (737) samt Brunnwald, Hamoosau, Hirschpoint, Raffl, Rosenlehen, Steg und Wassermoos
  • Wald (202) samt Kesselmann und Klaushof

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Anger, Faistenau, Lidaun, Tiefbrunau und Vordersee.

GeschichteBearbeiten

1182

Ein Gemeindegebiet der Faistenau ist im Jahre 1182 erwähnt, nämlich die Tiefbrunnau: als Konrad III. dieses Gebiet der Pfarre Thalgau überließ.

1324 die Geswant in der Vaistenow

Der Ausdruck die Faistenau (bairisch d‘ Foastnau), und Gschwandt für das Dorf, fallen nachweislich das erste Mal 1324: Am 1. Mai 1324 wies Vicedom Heinrich von Lampoding († 1347) in einer Urkunde[2] einen Bauplatz für eine Kirche auf dem Gebiet des heutigen Dorfes aus, das Rodungsgebiet gewesen war und nennt den Ort darin in der Geswant.[3]
In einer weiteren Urkunde,[4] die Erzbischof Friedrich III. am 11. November 1324 unterzeichnete, wird die Gegend innerhalb des waldes erwähnt: Vaistenow, Tevffenprunneow und Chueleuten, also die jetzigen Ortschaften Wald, Faistenau und Tiefbrunnau, zudem das Gebiet der Kühleiten in der Tiefbrunnau.

1832

Benedikt Pillwein veröffentlichte 1843, mit dem Wissensstand von 1832 bzw. basiert derselbe auf Angaben des Faistenauer Vikars (1826–1832) Simon Bauernfeind, Folgendes über das Vikariat Faistenau, geographisch mit der heutigen Gemeinde Faistenau ident:[5]
Im Vikariate F a i s t e n a u (fett, windig) befinden sich außer dem gleichnamigen Dorfe noch die Ortschaften Alm, Anger, Lidaun, Ramsau, Tiefbrunnau, Vordersee und Wald mit 167 Häusern, 193 Wohnparteyen und 1090 Einwohnern.
Feistenau, F a i s t e n a u, ein Dorf mit 9 Häusern, 10 Wohnparteyen, 66 Bewohnern.
Die hiesige Kirche mit 4 Altären, verschiedenen Gemählden und Schnitzwerken wurde zu Ehren des h. Jakob des Größeren (mit der Rosenkranzbruderschaft) um 1390 durch 2 Brüder von T h u r n erbaut, 1625 die Kirche und der Thurm vergrößert, 1703 die Emporkirche errichtet, 1825 die Orgel von Karl M a u r a c h e r aus Fügen in Tyrol aufgestellt, 1829 ein neuer Chor aufgeführt. Viele alte Grabsteine sind bereits abgetreten; sieben andere von weißem und rothem Marmor dem Andenken hier verstorbener Vikare und einigen Privaten gewidmet, und von den Jahren 1604, 1705, 1708, 1759, 1789, 1801 und 1809.
Die vier Glocken enthalten die Jahreszahlen von 1400, 1580, 1731 und 1774.
Der Gottesacker entstand 1605.
Im Jahre 1622 trat J o h a n n C h r i s t o p h S t e n g l m a y r als Vikar auf. Früher versahen das Vikariat Priester aus Thalgau.
Ein ordentlicher Schulmann kam erst 1822 hierher; früher versah ein Meßner seine Dienste. 1803 wurde das gegenwärtige Schul- und Meßnerhaus aufgeführt. Die Schule zählt 112 Werktags-, 73 Wiederholungsschüler. (Vikar Siegmund Bauernfeind[6] mit neuen Daten).

WappenBearbeiten

Das Wappen der Gemeinde ist: „In rotem Schild ein silberner Sparren, jeder Schenkel mit einer schwarzen Schrägstückung; unter dem Sparren auf silbernem Boden ein natürlicher silberner Lindenbaum“.

PolitikBearbeiten

BW

Die Gemeindevertretung hat insgesamt 19 Mitglieder.

Bürgermeister
  • 1994–2013 Hubert Ebner (ÖVP)[7]
  • seit 2013 Josef Wörndl (ÖVP)[8]

WirtschaftBearbeiten

Der Ort Faistenau bietet Winter- und Sommertourismus an.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Die Lärchenhütte in Faistenau
 
Das Felsenbad am Almbach
  • In Faistenau findet seit 1971 alle drei Jahre die Aufführung vom Faistenauer Jedermann – Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes nach Hugo von Hofmannsthal in Dialektbearbeitung – statt. Seit 1963 wird das Spiel direkt unter der 1000-jährigen Linde aufgeführt, die nächste Spielsaison ist im Sommer 2019.[9]
  • Ein lohnendes Ausflugsziel sind die benachbarten Almhütten auf der Sausteigalm und die Lärchenhütte an der Nordseite des Zwölferhorns. Man hat dort einen einmaligen Ausblick auf St. Gilgen und die drei Seen: Wolfgangsee, Krotensee und Mondsee (Dreiseenblick). Zu erreichen sind die Almen von Faistenau über die Tiefbrunnau, das letzte Stück über eine Mautstraße bis fast zu den Hütten.

FilmeBearbeiten

 
Vier Frauen und ein Todesfall

ReligionBearbeiten

Faistenau gehörte zur Urpfarrei Thalgau, 1324 wurde eine Filialkirche gestiftet, die noch erhaltene Kirche in der Faistenau. 1622 erhob man die Faistenau zum Vikariat, 1873 zur selbständigen röm. kath. Pfarre.

BildungBearbeiten

In der Gemeinde Faistenau befinden sich zwei Kindergärten sowie eine Volks- und Mittelschule.

Sport und FreizeitBearbeiten

Faistenau ist eine der Gemeinden des Flachgaus mit touristischem Schwerpunkt. Neben Sportmöglichkeiten wie Mountainbiking, Wandern, Schwimmen, Langlauf, Canyoning und Rodeln gibt es das Skigebiet Gaißau-Hintersee mit mehreren Liften bis auf eine Höhe von 1567 m ü. A. (Wieserhörndl). Am Hintersee hat der Verein „Beach Volley Faistenau“ einen Beachvolleyballplatz errichtet.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde
  • Maria Brandstätter (* 1887; † 1941 in Hartheim) von der „Oberramsau“, Volksschullehrerin in Itzling, im Rahmen der Aktion T4 getötet
  • Hemma Mathilde Ebner (* 1965), Kunstgeschichtlerin
  • Walli Ebner (* 1980), Politikerin (ÖVP)
  • Franz Klaushofer (* 1856, Priesterweihe am 25. Juli 1879; † 1935) vom „Oberdöller“, Kanonikus von Seekirchen
  • Franz Xaver Klaushofer (* 1888; Priesterweihe am 16. Juli 1911; † 1976) vom „Mitterdöller“, Pfarrer und Gründer der Seehamer Prangerstutzenschützenkompanie
  • Josef Koch (* 1927; † 1941 in Hartheim getötet) vom „Mitterausweg“
  • Elisabeth Resch (* 1889; † 1941 in Hartheim getötet) vom „Laimer“
  • Josef Resch (* 1944; † 2014), 1978–1991 Pfarrer von Eugendorf, 1991–2012 Pfarrer von Golling
  • Roman Schmeißner (* 1956), Kirchenmusiker, Lehrer, Musikwissenschaftler
  • Andreas Teufl (* 1963), Vizebürgermeister (FPÖ)
  • Josef Wörndl (* 1958), Bürgermeister (ÖVP)
Personen mit Bezug zur Gemeinde
Ehrenbürger der Gemeinde
  • Georg Bernard 1968–1994 Pfarrer von Faistenau (1989)
  • Mark W. Clark, General (1946)
  • Harry J. Collins, Major General (1946)
  • Andreas Gstrein, Sprengelarzt (1950)
  • Edgar E. Hume, General (1946)
  • Daniel Etter (* 1876; † 1955), Landesrat und Domdechant
  • Walther Koller (* 1921; † 2014), Sprengelarzt (1990)
  • Anneliese Koller
  • Franz Laimböck, 1940–1964 Pfarrer von Faistenau (1960)
  • Andrä Radauer, Riegerbauer, 1909–1912 Bürgermeister der Gemeinde Faistenau (1935)
  • Rupert Radauer, Mahdl, 1945–1969 Bürgermeister der Gemeinde Faistenau (1959)
  • Franz Rehrl, Landeshauptmann (1946)
  • Johann Schmeißner, Gemeindesekretär (1950)

LiteraturBearbeiten

  • Benedikt Pillwein (Hrsg.): Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns und des Herzogthums Salzburg. Mit einem Register, welches zugleich das topographische und genealogische Lexikon ist und der Kreiskarte versehen. Geographisch-historisch-statistisches Detail nach Distrikts-Kommissariaten. 1. Auflage. 5 Teile. Joh. Christ. Quandt, Linz (1827–39). 2. Auflage 1843
    • Erzherzogthum Oesterreich ob der Enns. Fünfter Theil: Der Salzburgkreis, 1839 (Google). 2. Auflage 1843 (Google)
      Detailausgabe: Das Herzogthum Salzburg oder der Salzburger Kreis. Historisch-geographisch-statistisch beschrieben, und als ein selbstständiges Lese-, Studier- und Nachschlage-Buch bearbeitet. Linz 1839.
  • Gemeinde Faistenau (Hrsg.): Chronik Faistenau. Hillstein Verlag, Salzburg.
  • Karl Wagner: Zur Geschichte der Schulverbesserung in Salzburg unter Erzbischof Hieronymus Grafen Colloredo. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Bd. 55, Salzburg 1915, S. 95–182. Digitalisat.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Urkunde: Salzburg, Domkapitel (831-1802) AUR 1324 V 01 im europäischen Urkundenarchiv Monasterium.net.
  3. Bis Ende des 20sten Jahrhunderts konnte man noch den Ausdruck „Gschwandtler/in“ hören, mit dem ein Dörfler oder eine Dörflerin gemeint war, also eine Person, die direkt im Dorf Faistenau wohnt.
  4. Urkunde: Salzburg, Domkapitel (831-1802) AUR 1324 XI 11 im europäischen Urkundenarchiv Monasterium.net.
  5. Benedikt Pillwein (Hrsg.): Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns und des Herzogthums Salzburg. Mit einem Register, welches zugleich das topographische und genealogische Lexikon ist und der Kreiskarte versehen. Geographisch-historisch-statistisches Detail nach Distrikts-Kommissariaten. 1. Auflage. 5 Teile. Joh. Christ. Quandt, Linz (1827–39). 2. Auflage 1843 S. 390f.
  6. Simon Bauernfeind war 1826–1832 Vikar in der Faistenau gewesen. Siehe: Liste der Vikare von Faistenau, abgerufen am 27. Juni 2016.
  7. Hubert Ebner. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  8. Josef Wörndl (Faistenau). In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  9. Heimatverein „Zur Alten Linde“: Jedermann