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Qarabağ Ağdam

aserbaidschanischer Fußballverein
(Weitergeleitet von FK Qarabağ Ağdam)

Der Qarabağ Futbol Klubu, im deutschsprachigen Raum bekannt als Qarabağ Ağdam, ist ein aserbaidschanischer Fußballverein, der ursprünglich aus Ağdam in der historischen Region Karabach stammt. Seit der Besetzung der Stadt durch armenische Einheiten im Rahmen des Bergkarabachkonfliktes 1993 ist der Klub in Baku ansässig, da aus Ağdam eine Geisterstadt wurde. Gemeinsam mit Neftçi Baku und dem PFK Turan Tovuz ist der Qarabağ Ağdam Dauergast in der Premyer Liqası, der 1. Liga des Landes. Der Verein trägt seine Spiele in der Azərsun-Arena mit 5800 Plätzen aus.[1]

Qarabağ Ağdam
Vereinslogo
Basisdaten
Name Qarabağ Futbol Klubu
Sitz Baku, Aserbaidschan
Gründung 1951
Farben blau-weiß
Präsident Tahir Gozal
Website qarabagh.com
Erste Mannschaft
Cheftrainer Qurban Qurbanov
Spielstätte Azərsun-Arena
Plätze 5800
Liga Premyer Liqası
2018/19 1. Platz Star full.svg Meister
Heim
Auswärts
Alternativ

GeschichteBearbeiten

1951–1968Bearbeiten

Nachdem 1951 in Ağdam ein Fußballstadion gebaut worden war, gab es Versuche, ein Profiteam zu gründen. Aus diesen Versuchen ging der Verein hervor, damals unter dem Namen „Məhsul“. 1966 spielte die Mannschaft erstmals um die aserbaidschanische Meisterschaft und wurde Vierter. Größter Erfolg war der zweite Platz im Jahr 1968. Nach 1968 geriet der Verein in finanzielle Probleme und nahm für lange Zeit nicht an der Meisterschaft teil.

1977–1990Bearbeiten

1977 wurde der Verein unter dem Namen „Şəfəq“ neu gegründet. 1988 bekam er seinen heutigen Namen und gewann die aserbaidschanische Meisterschaft.

1991–heuteBearbeiten

Der Zusammenbruch der Sowjetunion führte zum Krieg zwischen Aserbaidschan und seinem Nachbarn Armenien um die Region Bergkarabach. Im Rahmen des Krieges besetzten armenische Separatisten unter anderem die Stadt Ağdam und halten sie bis heute besetzt. Die Stadt ist fast gänzlich zerstört. Der Verein flüchtete in die Hauptstadt Baku.

Nach der Unabhängigkeit des Landes 1991 spielte man in der 1992 gegründeten Premyer Liqası mit. In der zweiten Saison gewann man den Meistertitel, als man sich in den Meisterschaftsplayoffs durchsetzte. Mit dem Sieg im Pokalfinale gegen İnşaatçı Baku gewann man das Double. In den folgenden Jahren spielte der Verein immer um die Meisterschaft mit. 1997 wurde man zwar nur Tabellenzweiter, aufgrund von „Jugendpunkten“, die für Leistungen der U-15- und U-16-Auswahlen vergeben wurden, wurde dennoch der Meistertitel zuerkannt. In den Jahren 1998 bis 2001 geriet der Verein erneut in finanzielle Schieflage.

2003 wurde die Meisterschaft abgesagt. Das stattdessen stattfindende Turnier zum 65. Geburtstag von Neftçi Baku PFK wurde im Finale im Elfmeterschießen gegen den Gastgeber gewonnen, der Meistertitel wurde für diese Spielzeit jedoch nur inoffiziell vergeben.

2009 wurde man zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte Pokalsieger, als İnter Baku mit 1:0 besiegt wurde.

In den Play-Off-Spielen zur UEFA Europa League 2010/11 trat der Verein am 19. und 26. August 2010 gegen den Bundesligisten Borussia Dortmund an, schied aber nach Niederlagen im Hin- und Rückspiel aus. 2013/14 traf der Verein in den Play-Offs zur Europa League auf Eintracht Frankfurt und verlor abermals Hin- und Rückspiel. Nach 21 Jahren wurde in derselben Saison zum vierten Mal die aserbaidschanische Meisterschaft gewonnen.

In der Saison 2014/15 erreichte Qarabağ Ağdam erstmals die Gruppenphase der UEFA Europa League. Nachdem man in der 3. Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League knapp am FC Red Bull Salzburg scheiterte, setzte man sich in der Playoff-Runde zur Europa League gegen den FC Twente Enschede durch. In der Gruppenphase schied man dann allerdings als 3. gegen Inter Mailand, Dnipro Dnipropetrowsk und AS Saint-Étienne aus.

Als erster Verein Aserbaidschans erreichte der Klub 2017/18 nach drei überstandenen Qualifikationsrunden die Gruppenphase der Champions League.

EuropapokalbilanzBearbeiten

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1996/97 Europapokal der Pokalsieger Qualifikation Finnland  MyPa Anjalankoski 1:2 0:1 (H) 1:1 (A)
1997/98 UEFA-Pokal 1. Qualifikationsrunde Tschechien  FK Jablonec 0:8 0:5 (A) 0:3 (H)
1998/99 Europapokal der Pokalsieger Qualifikation Danemark  FC Kopenhagen 00:10 0:6 (A) 0:4 (H)
1999 UEFA Intertoto Cup 1. Runde Israel  Maccabi Haifa (a)2:2(a) 2:1 (A) 0:1 (H)
2. Runde Frankreich  HSC Montpellier 0:9 0:3 (H) 0:6 (A)
2004/05 UEFA-Pokal 1. Qualifikationsrunde Slowakei  FK Dukla Banská Bystrica 0:4 0:3 (A) 0:1 (H)
2006/07 UEFA-Pokal 1. Qualifikationsrunde Moldau Republik  Zimbru Chișinău 2:3 1:1 (A) 1:2 (H)
2009/10 UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde Norwegen  Rosenborg Trondheim 1:0 0:0 (A) 1:0 (H)
3. Qualifikationsrunde Finnland  FC Honka Espoo 3:1 1:0 (A) 2:1 (H)
Play-offs Niederlande  FC Twente Enschede 1:3 1:3 (A) 0:0 (H)
2010/11 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Nordmazedonien  FK Metalurg Skopje 5:2 4:1 (H) 1:1 (A)
2. Qualifikationsrunde Nordirland  Portadown FC 3:2 2:1 (A) 1:1 (H)
3. Qualifikationsrunde Polen  Wisła Krakau 4:2 1:0 (A) 3:2 (H)
Play-offs Deutschland  Borussia Dortmund 0:5 0:4 (A) 0:1 (H)
2011/12 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Litauen  Banga Gargždai 7:0 4:0 (A) 3:0 (H)
2. Qualifikationsrunde Faroer  EB/Streymur (a)1:1(a) 1:1 (A) 0:0 (H)
3. Qualifikationsrunde Belgien  FC Brügge 2:4 1:4 (A) 1:0 (H)
2013/14 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Nordmazedonien  FK Metalurg Skopje 2:0 1:0 (A) 1:0 (H)
2. Qualifikationsrunde Polen  Piast Gliwice 4:3 2:1 (H) 2:2 n. V. (A)
3. Qualifikationsrunde Schweden  Gefle IF 3:0 1:0 (H) 2:0 (A)
Play-offs Deutschland  Eintracht Frankfurt 1:4 0:2 (H) 1:2 (A)
2014/15 UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde Malta  FC Valletta 5:0 1:0 (A) 4:0 (H)
3. Qualifikationsrunde Osterreich  FC Red Bull Salzburg 2:3 2:1 (H) 0:2 (A)
2014/15 UEFA Europa League Play-offs Niederlande  FC Twente Enschede (a)1:1(a) 0:0 (H) 1:1 (A)
Gruppenphase Frankreich  AS Saint-Étienne 1:1 0:0 (H) 1:1 (A)
Italien  Inter Mailand 0:2 0:2 (A) 0:0 (H)
Ukraine  Dnipro Dnipropetrowsk 2:2 1:0 (A) 1:2 (H)
2015/16 UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde Montenegro  FK Rudar Pljevlja 1:0 0:0 (H) 1:0 (A)
3. Qualifikationsrunde Schottland  Celtic Glasgow 0:1 0:1 (A) 0:0 (H)
2015/16 UEFA Europa League Play-offs Schweiz  BSC Young Boys 4:0 1:0 (A) 3:0 (H)
Gruppenphase England  Tottenham Hotspur 1:4 1:3 (A) 0:1 (H)
Belgien  RSC Anderlecht 2:2 1:0 (H) 1:2 (A)
Frankreich  AS Monaco 1:2 0:1 (A) 1:1 (H)
2016/17 UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde Luxemburg  F91 Düdelingen 3:1 2:0 (H) 1:1 (A)
3. Qualifikationsrunde Tschechien  Viktoria Pilsen (a)1:1(a) 0:0 (A) 1:1 (H)
2016/17 UEFA Europa League Play-offs Schweden  IFK Göteborg 3:1 0:1 (A) 3:0 (H)
Gruppenphase Tschechien  Slovan Liberec 2:5 2:2 (H) 0:3 (A)
Italien  AC Florenz 2:7 1:5 (A) 1:2 (H)
Griechenland  PAOK Thessaloniki 3:0 2:0 (H) 1:0 (A)
2017/18 UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde Georgien  FC Samtredia 6:0 5:0 (H) 1:0 (A)
3. Qualifikationsrunde Moldau Republik  Sheriff Tiraspol 2:1 0:0 (H) 2:1 (A)
Play-offs Danemark  FC Kopenhagen (a)2:2(a) 1:0 (H) 1:2 (A)
Gruppenphase England  FC Chelsea 00:10 0:6 (A) 0:4 (H)
Spanien  Atlético Madrid 1:1 0:0 (H) 1:1 (A)
Italien  AS Rom 1:3 1:2 (H) 0:1 (A)
2018/19 UEFA Champions League 1. Qualifikationsrunde Slowenien  NK Olimpija Ljubljana 1:0 1:0 (A) 0:0 (H)
2. Qualifikationsrunde Albanien  FK Kukësi 3:0 0:0 (A) 3:0 (H)
3. Qualifikationsrunde Weissrussland  BATE Baryssau 1:2 0:1 (H) 1:1 (A)
2018/19 UEFA Europa League Play-offs Moldau Republik  Sheriff Tiraspol 3:1 0:1 (A) 3:0 (H)
Gruppenphase Portugal  Sporting Lissabon 1:8 0:2 (A) 1:6 (H)
England  FC Arsenal 0:4 0:3 (H) 0:1 (A)
Ukraine  Worskla Poltawa 1:1 0:1 (H) 1:0 (A)
2019/20 UEFA Champions League 1. Qualifikationsrunde Albanien  FK Partizani Tirana 2:0 0:0 (A) 2:0 (H)
2. Qualifikationsrunde Irland  Dundalk FC 4:1 1:1 (A) 3:0 (H)
3. Qualifikationsrunde Zypern Republik  APOEL Nikosia 2:3 2:1 (A) 0:2 (H)
2019/20 UEFA Europa League Play-offs Nordirland  Linfield FC (a)4:4(a) 2:3 (A) 2:1 (H)
Gruppenphase Spanien  FC Sevilla : 0:3 (H) : (A)
Luxemburg  F91 Düdelingen : 4:1 (A) : (H)
Zypern Republik  APOEL Nikosia : : (H) : (A)

Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 114 Spiele, 41 Siege, 29 Unentschieden, 44 Niederlagen, 114:141 Tore (Tordifferenz −27)

ErfolgeBearbeiten

1 Titel der Aserbaidschanischen SSR
2 inoffizieller Titel, die Meisterschaft wurde abgebrochen
3 Titel aufgrund von „Jugendpunkten“ für Leistungen der Jugendmannschaften

Aktueller Kader 2018/19Bearbeiten

Stand 12. Januar 2019[2]

Nr. Position Name
1 Island  TW Hannes Þór Halldórsson
2 Aserbaidschan  AB Qara Qarayev
4 Aserbaidschan  AB Rahil Mammadov
5 Aserbaidschan  AB Maksim Medvedev
6 Bulgarien  MF Simeon Slawtschew
7 Schweiz  ST Innocent Emeghara
8 Spanien  MF Míchel
9 Aserbaidschan  MF Araz Abdullayev
10 Spanien  MF Dani Quintana
11 Aserbaidschan  ST Mahir Madatov
12 Aserbaidschan  TW Şahruddin Məhəmmədəliyev
13 Brasilien  TW Vagner
14 Aserbaidschan  AB Rəşad Sadıqov
Nr. Position Name
17 Frankreich  MF Abdellah Zoubir
18 Aserbaidschan  MF Ismayil Ibrahimli
19 Kroatien  MF Filip Ozobić
20 Aserbaidschan  MF Richard Almeida
21 Aserbaidschan  MF Hajiagha Hajili
25 Albanien  AB Ansi Agolli
28 Kongo Republik  ST Dzon Delarge
30 Aserbaidschan  AB Abbas Hüseynov
52 Polen  AB Jakub Rzeźniczak
55 Aserbaidschan  AB Bədavi Hüseynov
77 Haiti  MF Wilde-Donald Guerrier
88 Aserbaidschan  MF Rafael Maharramli
99 Brasilien  ST Reynaldo

FansBearbeiten

Die Fans rekrutieren sich einerseits aus Bewohnern des Rayons Agdam und andererseits aus in Aserbaidschan verstreut lebenden Flüchtlingen aus der armenisch besetzten Region.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 23. Juni 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/fcgarabagh.com
  2. First Team. (Nicht mehr online verfügbar.) In: qarabagh.com. Qarabağ Ağdam, archiviert vom Original am 5. Juli 2017; abgerufen am 6. Juli 2017 (englisch).   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/qarabagh.com