Hauptmenü öffnen

AFC Sunderland

englischer Fußballverein
(Weitergeleitet von FC Sunderland)

Der AFC Sunderland (offiziell: Sunderland Association Football Club) – auch bekannt als The Black Cats – ist ein englischer Fußballverein aus Sunderland im Nordosten von England.

AFC Sunderland
Das Logo seit 1997
Basisdaten
Name Sunderland Association Football Club
Sitz Sunderland, England
Gründung 1879
Eigentümer Stewart Donald
Website safc.com
Erste Mannschaft
Cheftrainer Jack Ross
Spielstätte Stadium of Light
Plätze 49.000
Liga Football League One
2018/19 5. Platz
Heim
Auswärts
Alternativ

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Sunderland und Aston Villa erschienen 1895 in einer frühen Fußballmalerei von Thomas M.M. Hemy

Der Verein wurde im Jahr 1879 unter dem Namen Sunderland & District Teachers Association gegründet. Sieben Jahre später, nun unter dem Namen „Sunderland Association Football Club“, wurde der Verein professionell und rekrutierte die ersten „ausländischen“ Spieler aus Schottland. Er war später die erste englische Fußballmannschaft, die dreimal englischer Meister wurde.

Im Jahr 2003 stieg man aus der Premier League ab und spielte zwei Jahre lang in der Football League Championship. In der Saison 2004/05 wurde der AFC Sunderland Meister der Football League Championship und stieg somit wieder in die Premier League auf, wurde in der Saison 2005/06 aber nur 20. und musste sofort wieder absteigen. 2006/07 wiederholten sie den Aufstieg nach nur einem Jahr in der zweiten Liga. Damit spielt Sunderland seit der Saison 2007/08 wieder erstklassig.

Ein siebenköpfiges irisches Konsortium mit dem Namen „Drumaville Consortium“ kaufte im Juli 2006 den Verein aus der Eigentümerschaft von Bob Murray heraus. Nachdem der anvisierte Spitzentrainer jedoch nicht verpflichtet werden konnte, wurde Niall Quinn als Mitglied dieser Vereinigung selbst in das Traineramt eingesetzt. Er legte jedoch in seinen ersten fünf Spielen mit dem AFC Sunderland einen Fehlstart hin, verlor dort neben dem Aus im Ligapokal gegen den Viertligisten FC Bury alle vier Meisterschaftspartien und platzierte sich als Tabellenletzter. Am 27. August gab die neue Vereinsführung bekannt, dass mit Roy Keane – dem langjährigen Mannschaftskapitän von Manchester United – ein neuer Trainer gefunden wurde. Quinn selbst übernahm fortan das Amt des Vereinspräsidenten. Noch in der gleichen Saison gelang dem AFC Sunderland der Aufstieg in die englische Eliteklasse. Ihm folgte in der Spielzeit 2007/08 der Klassenerhalt auf Rang 15. Am 3. Dezember 2011 wurde Martin O’Neill zum neuen Teammanager und Nachfolger von Steve Bruce bestimmt. Nach der 0:1-Niederlage gegen Manchester United wurde O’Neill am 30. März 2013 entlassen. Ein Tag darauf übernahm Paolo Di Canio die vakante Trainerstelle und unterschrieb einen Zweieinhalbjahresvertrag.[1] Di Canio war aufgrund seines klaren Bekenntnisses zum Faschismus nicht unumstritten. Daraufhin trat aus Protest David Miliband als Vize-Präsident und Aufsichtsratschef zurück. Miliband erklärte auf seiner Internetseite:

„I wish Sunderland AFC all success in the future. It is a great institution that does a huge amount for the north-east, and I wish the team very well over the next vital seven games. However, in the light of the new manager’s past political statements, I think it right to step down.“

„Ich wünsche AFC Sunderland für die Zukunft viel Erfolg. Es ist eine großartige Institution, die einen großen Beitrag für den Nordosten leistet und ich wünsche der Mannschaft für die nächsten sieben wichtigen Spiele alles Gute. Angesichts der früheren politischen Aussagen des neuen Trainers, halte ich es aber für richtig, zurückzutreten.“[2]

Nach nur 13 Pflichtspielen wurde Di Canio im September 2013 entlassen, nachdem eine verbale Auseinandersetzung mit mehreren Spielern die tiefen Gräben in der Mannschaft aufgezeigt hatte. Di Canio hatte zuvor mehrmals öffentlich Spieler kritisiert.[3] Nachfolger von Di Canio wurde der ehemalige Profi Gustavo Poyet.[4]

Im Juli 2016 übernahm David Moyes den Trainerposten. Mit ihm stieg Sunderland als Tabellenletzter aus der Premier League mit 24 Punkten ab. Im Juni 2017 wechselte der Torhüter Jordan Pickford, der seit dem achten Lebensjahr die Nachwuchsabteilung des AFC Sunderland durchlief, für die Rekordsumme von 34 Mio. Euro zum FC Everton.[5] In der Folgesaison 2017/18 stieg Sunderland erneut als Tabellenletzter aus der zweithöchsten englischen Liga ab. Diese Saison wurde in der Netflix Serie Sunderland 'Til I die dokumentiert.[6] In der Folge verkaufte der US-amerikanischer Geschäftsmann Ellis Short den Verein an ein internationales Konsortium von Investoren um den englischen Unternehmer und Fußball-Manager Stewart Donald.[7] In der Saison 2018/19 wechselte der nordirische Stürmer Will Grigg für rund 4,6 Mio. Euro vom Zweitligisten Wigan Athletic zum klassentieferen AFC Sunderland. Er ist damit der teuerste Spieler, der jemals zu einem Klub aus der League One gewechselt ist.[8]

Daten und NamenBearbeiten

 
Das Wappen des AFC Sunderland von 1972 bis 1997

Titel und ErfolgeBearbeiten

Englische Meisterschaft: 6

Englischer Pokal (FA Cup): 2

FA Cup-Finalist: 2

League Cup-Finalist: 2

Charity Shield-Sieger: 1

  • 1936

Ehemalige Spieler (Auswahl)Bearbeiten

 
Kevin Phillips erzielte zwischen 1997 und 2003 über 100 Ligatore für Sunderland

Manager (Trainer)Bearbeiten

 
Peter Reid trainierte den AFC Sunderland von 1995 bis 2002

Interimstrainer werden in dieser Liste nicht berücksichtigt.

Zeitraum Trainer
1889–1896 England  Tom Watson
1896–1899 Schottland  Robert Campbell
1899–1905 Schottland  Alex Mackie
1905–1928 Irland  Bob Kyle
1928–1939 Schottland  Johnny Cochrane
1939–1957 Schottland  Bill Murray
1957–1964 England  Alan Brown
1965–1968 Schottland  Ian McColl
1968–1972 England  Alan Brown
1972–1976 England  Bob Stokoe
1976–1978 England  Jimmy Adamson
1978–1979 England  Billy Elliott
1979–1981 England  Ben Knighton
1981–1984 Wales  Alan Durban
1984–1985 England  Len Ashurst
1985–1987 England  Lawrie McMenemy
1987–1991 England  Denis Smith
1991–1993 England  Malcolm Crosby
1993 England  Terry Butcher
1993–1995 England  Mick Buxton
1995–2002 England  Peter Reid
2002–2003 England  Howard Wilkinson
2003–2006 Irland  Mick McCarthy
2006 Irland  Niall Quinn
2006–2008 Irland  Roy Keane
2008–2009 Schottland  Ricky Sbragia
2009–2011 England  Steve Bruce
2011–2013 Nordirland  Martin O’Neill
2013 Italien  Paolo Di Canio
2013–2015 Uruguay  Gustavo Poyet
2015 Niederlande  Dick Advocaat
2016–2017 Schottland  David Moyes
2017 England  Simon Grayson
2017–2018 Wales  Chris Coleman
2018– Schottland  Jack Ross

LiteraturBearbeiten

  • Paul Days, John Hudson, Bernard Callaghan, Paul Callaghan: Sunderland AFC: The Official History 1879–2000. Business Education Publishers Ltd., Sunderland 1999, ISBN 978-0-9536984-1-7, S. 336.
  • Garth Dykes, Doug Lamming: All the Lads: A Complete Who’s Who of Sunderland A.F.C. Polar Print Group Ltd., Leicester 1999, ISBN 978-1-899538-14-0, S. 480.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Louise Taylor: Paolo Di Canio confirmed as new Sunderland manager. The Guardian, 31. März 2013. Abgerufen am 1. April 2013
  2. Ben Quinn: David Miliband quits Sunderland FC in Di Canio protest. The Guardian, 1. April 2013. Abgerufen am 1. April 2013
  3. Louise Taylor: Sunderland sack Paolo Di Canio after training-ground row with players. The Guardian, 22. September 2013.
  4. Poyet übernimmt die „Black Cats“. kicker.de, 8. Oktober 2013.
  5. Tim Beyer: Und der soll Engländer sein?. Zeit Online, 11. Juli 2018. Abgerufen am 23. Februar 2019.
  6. Andrew Anthony: Sunderland ’Til I Die, and the plight of the merely-very-good football player.The Guardian, 10. Februar 2019. Abgerufen am 23. Februar 2019
  7. Sunderland AFC to change ownership. Presseerklärung AFC Sunderland vom 29. April 2018
  8. Kultstürmer Will Grigg sorgt für Transferrekord Berliner Zeitung, 1. Februar 2019. Abgerufen am 23. Februar 2019.