FC Memmingen

deutscher Fußballverein

Der Fußball-Club Memmingen 1907 Verein für Leibesübungen e.V. (kurz FC Memmingen) ist ein Fußballverein in Memmingen. Der (Stand: November 2019) 841 Mitglieder[1] zählende Verein spielt seit der Saison 2012/13 als Gründungsmitglied in der viertklassigen Regionalliga Bayern.

FC Memmingen
Vereinsemblem des FC Memmingen
Basisdaten
Name Fußball-Club Memmingen 1907
Verein für Leibesübungen e.V.
Sitz Memmingen, Bayern
Gründung 30. Mai 1907
Farben Rot-Weiß
Mitglieder 841 (November 2019)[1]
Vorstand Armin Buchmann
Website fc-memmingen.de
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Esad Kahric
Spielstätte Memminger Arena
Plätze 5000
Liga Regionalliga Bayern
2019–21 15. Platz
Heim
Auswärts

GeschichteBearbeiten

Der Verein wurde am 30. Mai 1907 als Abteilung des Memminger Turnvereins gegründet. Der FC Memmingen entstand 1924 nach der Abspaltung der Fußballer von den Turnern. Bis 1945 war der Verein siebenmal Meister der jeweiligen Spielklasse, die fast jährlich geändert, abgeschafft oder komplett neu geschaffen wurden. In der Nachkriegszeit verschwand der FCM jedoch für einige Jahrzehnte aus dem gehobenen Amateurfußball.

Erst 1970 gelang der erstmalige Aufstieg in die Bayernliga, die damals als 1. Amateurliga die höchste bayerische Spielklasse war. Zwar konnte der Verein nur 1979/80 mit einem dritten Rang vom Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga träumen, dennoch hielt sich der FC Memmingen immerhin 17 Jahre in der Liga, ehe er 1987 den Gang zurück in die Landesliga bestreiten musste, aus der der FCM jedoch nach nur zwei Jahren wieder aufsteigen konnte.

In diesem Abschnitt der Vereinsgeschichte waren einstellige Tabellenplätze wieder häufiger zu erreichen. Am erfolgreichsten dabei war das Spieljahr 1996/97, als der Klub den Aufstieg in die Regionalliga nur knapp verpasste. Hier wurde der FC Memmingen, der im Spiel gegen die Offenbacher Kickers in der Nachspielzeit im Rhein-Neckar-Stadion in Mannheim mit 3:2 Toren geführt hatte und damit Aufsteiger in die Fußball-Regionalliga gewesen wäre, nur durch einen Flutlichtausfall und den dadurch bedingten Spielabbruch gestoppt. Das Wiederholungsspiel im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion verlor der FC Memmingen mit 0:2 und somit waren die Kickers aus Offenbach in die Regionalliga aufgestiegen. Die guten Leistungen der Saison konnten jedoch nicht bestätigt werden; ein Jahr später entging der Klub als 15. nur knapp dem Abstieg, welcher 2002 dann aber dennoch kam. Seit dem direkten Wiederaufstieg 2003 gehörte der FC Memmingen ununterbrochen der Bayernliga an. Insgesamt gehörte der Verein 37 Jahre der Bayernliga an und ist Tabellenführer in der ewigen Tabelle selbiger.

Im Jahr 2007 feierte der Verein das 100-jähriges Bestehen mit einigen Veranstaltungen. Zur Jubiläumssaison wurde auch das vom FC Memmingen genutzte Stadion an der Bodenseestraße von der Stadt in eine moderne Fußballarena umgebaut. Eröffnet wurde die Memminger Arena und damit zugleich die Bayernligasaison 2007/08 am 28. Juli 2007 mit dem Allgäu-Derby gegen den FC Kempten, das von 6.650 Zuschauern besucht wurde und vom Bayerischen Fernsehen in der zweiten Halbzeit live übertragen wurde.

In der Saison 2009/10 sicherte sich der FCM souverän und vorzeitig die Bayernliga-Meisterschaft. Der sportliche Aufstieg in die Regionalliga Süd ist der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Das erste Aufeinandertreffen mit dem weiteren Lokalrivalen SSV Ulm 1846 in einem Punktspiel überhaupt endete am 3. September 2010 in der mit 5.100 Zuschauern ausverkauften Arena 1:1-Unentschieden. Am letzten Spieltag traten die Memminger beim SV Darmstadt 98 vor 17.000 Zuschauern an – Zuschauerrekord in der Memminger Vereinsgeschichte. Durch die Reform im deutschen Fußball spielt der FC Memmingen seit der Saison 2012/13 in der neuen Regionalliga Bayern und gehört damit konstant seit fast 50 Jahren dem bayerischen Amateur-Spitzenfußball an. Am 14. September 2013 trat nach 16 Jahren Amtszeit (Spieler und Trainer) der bosnische Trainer Esad Kahric von seinem Amt als Cheftrainer zurück.[2] Im Jahr 2014 richtete der FCM zusammen mit dem Fanclub „Red Baarons Dietmannsried“ das alljährliche Traumspiel des FC Bayern München aus. Mit Zusatztribünen wurde das Fassungsvermögen auf 11.000 Besucher aufgestockt – es war der größte Zuschauerzuspruch bei einem Fußballspiel im Allgäu bislang.

NachwuchsarbeitBearbeiten

Die zweite Mannschaft des FC Memmingen, die als U21-Team firmiert, ist der Unterbau. Sie schaffte in der Saison 2007/08 den erstmaligen Aufstieg in die Landesliga Süd und spielte in der Saison 2008/09 nur eine Liga unter der Bayernliga-Mannschaft. Nach einer Saison musste die Mannschaft wieder absteigen und spielte in der Bezirksoberliga Schwaben, die im Sommer 2012 aufgelöst wurde. Der FCM II schaffte die Qualifikation für die neue Landesliga Südwest, der er seitdem dauerhaft angehört.

Der Fußballclub ist im Allgäu führend in der Jugendarbeit. Memmingen ist Nachwuchsleistungszentrum des DFB und BFV, wo Talente zusätzlich zum Vereinstraining gefördert und für Auswahlmannschaften gesichtet werden. In den oberen Altersklassen (A-, B- und C-Junioren) spielt der FC Memmingen mit fünf Teams in den höchsten bayerischen Ligen, was für einen reinen Amateurverein herausragend ist. Zwölf Jugendmannschaften sind im Spielbetrieb. Nach vielen erfolgreichen Jahren im Mädchen- und Frauenfußball werden hier aktuell keine Mannschaften gestellt, bei der männlichen C-Jugend ist mit Sarah Lux aktuell eine Junioren-Nationalspielerin aktiv.

ErfolgeBearbeiten

  • Erreichen der Aufstiegsspiele zur Fußball-Regionalliga 1997
  • Tabellenerster der Ewigen Bayernliga-Tabelle
  • Bayerischer Hallenmeister 2009
  • Bayernliga-Meisterschaft und Aufstieg in die Regionalliga Süd 2010

PersönlichkeitenBearbeiten

Die folgenden Spieler/-innen schafften nach ihrer Zeit in Memmingen den Sprung in den Profibereich:

  • Benedikt Deigendesch, später 1. FC Nürnberg II, Stuttgarter Kickers, SC Kriens (CH)
  • Martin Dausch, später VfR Aalen, 1. FC Union Berlin, MSV Duisburg, 1. FC Saarbrücken, zurück zum FC Memmingen
  • Ikenna Ezeala, später Vorwärts Steyr/A (U19-Nationalspieler für Österreich)
  • Timo Gebhart, später TSV 1860 München, VfB Stuttgart, 1. FC Nürnberg, Steau Bukarest, Hansa Rostock (ehemaliger Junioren-Nationalspieler U16 – U21, U19-Europameister), zurück zum FC Memmingen
  • Srdan Gemaljevic, später Trainer SW Bregenz (A), Co-Trainer Nationalteam Jugoslawien, mehrere Stationen bei Erstligisten im Iran, FC Lustenau (A)
  • Harald Gfreiter, später SSV Jahn Regensburg
  • Christian Gmünder, später u. a. 1. FC Heidenheim, Waldhof Mannheim
  • Jannik Haberer, später SpVgg Unterhaching, TSG 1899 Hoffenheim, VfL Bochum, SC Freiburg (U-21-Nationalspieler)
  • Alexander Hack, später SpVgg Unterhaching, 1. FSV Mainz 05 (U20-Nationalspieler)
  • Anton Häfele, später SpVgg Unterhaching
  • Michael Heilig, später SSV Ulm 1846
  • Andreas Hindelang, zuvor VfB Stuttgart II, später USV Eschen-Mauren (Liechtenstein)
  • Stefan Keller, später SpVgg Unterhaching
  • Furkan Kircicek, später Türkgücü München, Chemnitzer FC
  • Frank Kramer, später SpVgg Greuther Fürth, Trainer TSG 1899 Hoffenheim II, SpVgg Greuther Fürth, Fortuna Düsseldorf, Arminia Bielefeld (U18/U19/U20-Nationaltrainer, Leiter NLZ Red Bull Salzburg)
  • Sarah Lux, später FC Bayern München (Junioren-Nationalspielerin)
  • Andreas Maier, später SSV Reutlingen, FC Dornbirn (A)
  • Reinhold Mathy, später u. a. FC Bayern München, Bayer 05 Uerdingen und Hannover 96 (U21-Nationalspieler)
  • Reiner Maurer, später u. a. SpVgg Unterhaching, FC Bayern München, VfB Stuttgart, Karlsruher SC, Arminia Bielefeld und TSV 1860 München, Trainer u. a. TSV 1860 München, mehreren griechischen Erstligisten, Co-Trainer FC Augsburg
  • Markus Mendler, später 1. FC Nürnberg, Stuttgarter Kickers, 1. FC Saarbrücken (Junioren-Nationalspieler U18 – U20)
  • Walter Modick, später FC Bayern München, FC Augsburg, SSV Ulm 1846
  • Michael Mutzel, später Eintracht Frankfurt, VfB Stuttgart, Karlsruher SC, Sportdirektor SpVgg Greuther Fürth, Hamburger SV
  • Noel Niemann, später TSV 1860 München, Arminia Bielefeld, SV Türkgücü München
  • Gino Portella, später Philadelphia Union (MLS/USA)
  • Jannik Rochelt, später FC Bayern München II, SSV Ulm 1846
  • Sarah Romert, spielte von 2009 bis 2011 für den Verein, später FC Bayern München (U-19-Nationalspielerin), BFV-Verbandstrainerin
  • Bajram Sadrijaj, später Borussia Dortmund
  • Vinko Šapina, später SC Verl
  • Stefan Schimmer, später SpVgg Unterhaching, 1. FC Heidenheim
  • Patrick Sontheimer, später SpVgg Greuther Fürth, Würzburger Kickers (Junioren-Nationalspieler U17, U19)
  • Richard Stöckle, später MTV Ingolstadt, TSV 1860 München
  • Kevin Volland, später TSV 1860 München, TSG 1899 Hoffenheim, Bayer 04 Leverkusen, AS Monaco (A-Nationalspieler)
  • Frank Wiblishauser, später u. a. FC Bayern München, 1. FC Nürnberg, FC St. Gallen (CH), TuS Koblenz (Junioren-Nationalspieler U15 – U21)
  • Verena Wieder, spielte 2015 bis 2016 für den Verein, später FC Bayern München, SC Freiburg, Bayer Leverkusen (Junioren-Nationalspielerin U15 – U19)
  • Jakob Mayer, zurzeit FC Bayern München 2

WeblinksBearbeiten

Commons: FC Memmingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b FC-Memmingen.de: Infos FC Memmingen
  2. Trainer Esad Kahric erklärt Rücktritt beim FC Memmingen