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Der FC Kilia Kiel (volls.: Fußball-Club Kilia Kiel von 1902 e.V.) ist ein Fußballverein aus Kiel. Die erste Herrenmannschaft spielt ab der Saison 2018/19 in der Verbandsliga. Kilia ist der insgesamt erfolgreichste Kieler Fußballverein nach Holstein Kiel. Zu den großen Erfolgen der Vereinsgeschichte gehören mehrere zweite Plätze in der damals erstklassigen Nordkreisliga, erste Plätze in der in Staffeln aufgeteilten Nordkreisliga in den 1920er Jahren, der zweite Platz in der erstklassigen Gauliga Schleswig-Holstein in der Saison 1943/1944 und der erste Platz um die damals ebenfalls erstklassige Bezirksmeisterschaft Ost B 1945/46.

FC Kilia Kiel
Logo
Basisdaten
Name Fußballclub Kilia
Kiel von 1902 e.V.
Sitz Kiel, Schleswig-Holstein
Gründung 23. Juli 1902
Farben rot-weiß
Vorstand Volker Roese (1. Vorsitzender)
Website fckilia.de
Erste Mannschaft
Cheftrainer Astrit Meshekrani
Spielstätte Kilia-Stadion
Plätze 5.500
Liga Verbandsliga Schleswig-Holstein Ost
2018/19 12. Platz
Heim
Auswärts

GeschichteBearbeiten

1902 verließen einige junge Spieler den 1. Kieler Fußballverein von 1900, heute Holstein Kiel. Sie gründeten am 23. Juli den Fußballverein Kilia Kiel. Bis 1913 wurden die Spiele auf dem Gutenbergplatz ausgetragen, seit 1913 spielt der Verein auf dem Kiliaplatz. Lange Zeit in der Geschichte Kilias bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg war das Kürzel „FVgg“ (für: Fußballvereinigung) statt des heutigen Kürzels „FC“ (für: Fußballclub) in Gebrauch. Am 9. Juni 1919 wurde eine Tribüne eingeweiht (Kosten: 25.000 Goldmark), die damit die älteste heute noch existierende Fußballplatz-Tribüne Deutschlands sein dürfte.

In den 1920er-Jahren konnte Kilia in der Nordkreisliga regelmäßig gute Plätze belegen: 1922, 1923 und 1924 beendete Kilia die Saison jeweils auf Platz 2 hinter Holstein. Ab der Saison 1924/25 war die Liga zweigeteilt, Holstein spielte in der Fördestaffel und Kilia in der Eiderstaffel. Diese Zweiteilung existierte bis 1927, in allen drei Spielzeiten konnte Kilia die Eiderstaffel gewinnen. Damit zog der Verein in die Meisterschaftsendrunde des norddeutschen Verbands ein, blieb dort jedoch ohne große Erfolge: 1925 belegte Kilia den letzten Platz, 1926 wurde die Qualifikation durch eine Niederlage gegen den Hamburger SV im Qualifikationsspiel verpasst, und 1927 belegte Kilia Rang 4 von 5. – Nach 1927 konnte sich Kilia nicht mehr für die Endrunde qualifizieren.

Ein weiterer Höhepunkt der Vereinsgeschichte war 1941 der Aufstieg in die Gauliga Nordmark, die damals höchste Spielklasse. In der ersten Saison belegte Kilia den achten Rang von zehn Mannschaften und wäre damit vermutlich abgestiegen, die Liga wurde aber 1942 dreigeteilt, so dass Kilia in der höchsten Spielklasse, nun in der Gauliga Schleswig-Holstein verbleiben konnte. In der Saison 1943/44 wurde in dieser Liga der zweite Platz erreicht, Gaumeister wurde Holstein Kiel. Nach abweichenden Angaben ging seit der Saison 1943/44 oder der Saison 1944/45 Kilia eine Kriegsspielgemeinschaft zusammen mit Union-Teutonia Kiel ein, die sowohl als „KSG Kilia Kiel / Union Teutonia Kiel“ als auch als „KSG Kiel“ bezeichnet wurde. Diese KSG wurde wegen Sportplatzmangels von Union-Teutonia eingegangen.[1]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs spielte Kilia 1945/46 zunächst in der Punkterunde um die Bezirksmeisterschaft Ost B, der damals höchsten Spielklasse. Als Meister dieser Klasse war Kilia eigentlich für die Teilnahme an der Norddeutschen Meisterschaft qualifiziert, wurde aber als unbeteiligter Verein von erlassenen Maßnahmen der britischen Militärregierung in der Auseinandersetzung um die Nominierung zwischen dem Eckernförder SV (Meister), Holstein Kiel (Vizemeister) und dem 'Kieler Verband für Leibesübungen im Bezirk Ost A mitbetroffen und erhielt keine Startgenehmigung; als Gegner war bereits die SpVgg Blankenese zugelost worden. 1946/47 und 1947/48 kam Kilia in die Endspiele um die Landesmeisterschaft Schleswig-Holstein und belegte dabei den 1947 den vierten sowie 1948 den zweiten Rang. Seit Gründung der zweithöchsten Spielklasse 1947/48, der Landes- beziehungsweise später Amateurliga Schleswig-Holstein, der heutigen Schleswig-Holstein-Liga, gehörte Kilia ihr an.

Ein weiterer Erfolg war 1964 der zweite Platz in dieser Liga und damit die – allerdings erfolglose – Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Regionalliga. 1966 stieg Kilia in die 2. Amateurliga (Landesliga) und 1973 in die Bezirksliga ab. Seit 1984 spielte Kilia wieder in der Verbandsliga Schleswig-Holstein, der höchsten Spielklasse auf Landesebene. In der Saison 2001/02 gab es noch einmal eine kurze Zugehörigkeit zur Oberliga, Kilia stieg dann aber freiwillig wieder in die Verbandsliga Schleswig-Holstein ab, die ab der Saison 2008/09 Schleswig-Holstein-Liga heißt. Diese Saison 2008/09 beendete Kilia Kiel auf einem Abstiegsplatz und spielte seit der Spielzeit 2009/10 in der sechstklassigen Verbandsliga Nord-Ost. In der Saison 2010/11 belegte Kilia den vorletzten Platz und stieg somit in die Kieler Kreisliga ab. Mit der Saison 2013/14 holte sich der FC Kilia die Kreisligameisterschaft mit dem Erreichen des 1. Platzes und stieg wieder direkt in die Verbandsliga Nord-Ost auf. Dort gelang bereits drei Spieltage vor Saisonende der Gewinn des Meistertitels, womit sich der Verein für die kommende Spielzeit 2015/16 für die fünftklassige Schleswig-Holstein-Liga qualifizierte. Dort stieg man nach zwei Spielzeiten 2017 in die Landesliga Schleswig ab und wurde ein Jahr später in die Bezirksliga durchgereicht.

In der jüngsten Vergangenheit wurde die oben erwähnte historische Tribüne mit Eigenmitteln und Spenden vor dem weiteren Verfall bewahrt, u. a. konnte das Dach neu eingedeckt werden. Im Mai 2013 wurden zunächst zwei weitere (mobile) Sitzplatz-Tribünen neben der historischen, sowie eine Sitzplatz-Tribüne auf der Gegengeraden errichtet, da die Football-Erstligisten der "Kiel Baltic Hurricanes" ihre Bundesligaspiele im Kilia-Stadion austragen. Die beiden mobilen Tribünen neben der historischen wurden jedoch nach Ende der Spielsaison der Hurricanes vorerst wieder entfernt.

 
Fußballspiel zwischen Flensburg 08 und dem FC Kilia Kiel im Jahr 1963 in der 1. Amateurliga, 2:2

Bekannte SpielerBearbeiten

  • Willy Hamann, bekannt geworden durch die sogenannte "Hamann-Affäre". Ursprünglich aus Eckernförde stammend, kurzzeitig nach dem Krieg bei Kilia aktiv, anschließend bei der SpVgg Weiden und dann 1947/48, nachdem zuvor der Eckernförder SV Hamanns Bewerbung ablehnte, fünfmaliger Oberliga-Spieler bei Holstein Kiel. Die Punkte, die Holstein in den Spielen mit Hamann holte, wurden nach achtmonatigem Hin und Her nachträglich aberkannt, da Hamann nach endgültiger Stellungnahme des "Norddeutschen Fußballausschußes" sich nie bei Kilia abgemeldet hatte, bei Nacht und Nebel als sogenannter "Zonenspringer" kurzzeitig nach Weiden ging und nach erfolgter Rückkehr in den Norden immer noch für Kilia spielberechtigt war. Holstein habe das bei der Paßantragstellung verschwiegen und sich so die Spielberechtigung erschlichen. Nach Abzug der Punkte war Holstein (und nicht Hannover 96, dessen Funktionäre treibende Kraft bei der Verurteilung Holsteins waren) sportlich 1947/48 abgestiegen, nach bereits acht Spielen der Saison 1948/49 wurde Holstein deshalb aus der laufenden Oberligarunde ausgeschlossen, wurde aber durch eine Aufstockung von 13 auf 16 Teams in der Folgesaison wieder in die Oberliga eingestuft.
  • Tobias Homp, späterer Bundesligaspieler
  • Hubert Rupprecht, später Oberliga-Spieler bei Holstein Kiel und VfL Osnabrück (1947–1963)
  • Sidney Sam, deutscher Nationalspieler, spielte bis 2003 für Kilias Jugend.
  • Harry Schmidt, Linksaußen und heute noch als Zuschauer aktiv
  • Hans Söhnker, Schauspieler, spielte bis zu seinem Weggang aus Kiel (1924) und auch gelegentlich später noch bei Kilia.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. die eigene Spielstätte von UT, der Professor-Peters-Platz glich „aufgrund mehrerer Bombeneinschläge einer Mondkraterlandschaft“ ( Archivlink (Memento des Originals vom 20. Februar 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.utkiel.de)

Koordinaten: 54° 19′ 8″ N, 10° 6′ 5″ O