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Félix Tshisekedi

Politiker in der Demokratischen Republik Kongo
Félix Tshisekedi (2018)

Félix Antoine Tshisekedi Tshilombo (* 13. Juni 1963 in Léopoldville) ist ein Politiker in der Demokratischen Republik Kongo. Er wurde als Kandidat des Bündnisses Cap pour le changement – darunter seine Union pour la Démocratie et le Progrès Social (UDPS) – als Gewinner der Präsidentschaftswahl 2018 ausgerufen, wogegen jedoch noch Rechtsmittel anhängig sind.[1][2]

LebenBearbeiten

Félix Tshisekedis Vater war der langjährige Politiker und mehrfache Premierminister Étienne Tshisekedi, der 1982 die UDPS gegründet hatte, seine Mutter war Marthe Tshisekedi. Er wuchs mit vier Geschwistern auf.[3] Als sein Vater unter der Regierung Mobutu in den Hausarrest gezwungen wurde, musste sein Sohn sein Studium abbrechen und zu seinem Vater in die damalige Provinz Kasaï-Occidental ziehen. 1985 durfte Félix Tshisekedi nach Brüssel ausreisen, wo er in unterschiedlichen Jobs arbeitete. Nach seinen Angaben machte er 1991 am Brüsseler Institut des Carrières Commerciales (ICC) einen Abschluss in „Marketing und Kommunikation“, für den es aber keinen Beleg gibt. Das offenbar gefälschte Zeugnis reichte er zur Präsidentschaftskandidatur 2018 ein.[4]

2008 wählte ihn die UDPS zum nationalen Sekretär für ausländische Beziehungen. Bei der Parlamentswahl 2011 gewann er im Wahlkreis Mbuji-Mayi einen Sitz in der Nationalversammlung, nahm ihn aber nicht an, da die UDPS das nationale Wahlergebnis als gefälscht ansah. 2016 wurde Tshisekedi stellvertretender Generalsekretär der UDPS. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 2017 wurde er im März 2018 zum neuen Parteivorsitzenden, zum Vorsitzenden des Oppositionsbündnisses Rassemblement und später zum Präsidentschaftskandidaten der UDPS gewählt.

Am 11. November 2018 beschlossen mehrere Oppositionspolitiker, darunter Tshisekedi, Martin Fayulu und Vital Kamerhe, in Genf, dass Fayulu als ihr gemeinsamer Kandidat gegen den Kandidaten des bisherigen Machthabers, Emmanuel Ramazani Shadary, antreten solle. Am Folgetag widerriefen Tshisekedi und Kamerhe die Vereinbarung, da sie Fayulu zu wenig politische Erfahrung attestierten.[5] Die beiden beschlossen, dass Tshisekedi kandidieren und Kamerhe seinen Wahlkampf leiten sollte, um dann nach einem Wahlsieg Premierminister zu werden. Im Gegenzug soll Tshisekedi bei den Wahlen im Jahr 2023 den Kandidaten von Kamerhes Partei als Präsidentschaftskandidaten unterstützen.[6]

Zwischen Wahltag und Verkündung der Ergebnisse gab es mehrere Treffen von Beratern Tshisekedis und des scheidenden Präsidenten Joseph Kabila.[7][8]

Tshisekedi gewann laut Wahlkommission die Wahl mit über 7 der gut 18 Millionen abgegebenen Stimmen (38,6 %)[1] mit knappem Vorsprung vor dem zweitplatzierten Martin Fayulu. Nach Angaben von Wahlbeobachtern und geleakter Zahlen der Wahlkommission erhielt Tshisekedi jedoch nur knapp 20 % der Stimmen.[2] Nach seiner Wahl bezeichnete er Kabila „nicht mehr als Gegner, sondern als Partner im demokratischen Wandel in unserem Land“.[9]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Félix Tshisekedi – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Oppositionskandidat Tshisekedi siegt. deutschlandfunk.de vom 10. Januar 2019, abgerufen am 10. Januar 2019
  2. a b Une fuite de données désigne Fayulu comme gagnant des élections avec une large avance. La Libre Belgique (französisch), 15. Januar 2019
  3. Félix Tshisekedi. Jeune Afrique (französisch), abgerufen am 22. Dezember 2018
  4. Congo’s opposition leader’s Belgian academic certificate forgery. brusselstimes.com vom 8. Januar 2019 (englisch), abgerufen am 10. Januar 2019
  5. Wahlen im Kongo: „Ich bin der rechtmäßige Kandidat der Opposition“. dw.com vom 23. November 2018, abgerufen am 20. Dezember 2018
  6. Congo’s Tshisekedi and Kamerhe form presidential pact. Reuters vom 23. November 2018 (englisch), abgerufen am 22. Dezember 2018
  7. Bernd Dörries: Zweifel am Wahlergebnis. Süddeutsche Zeitung vom 10. Januar 2019, abgerufen am 10. Januar 2019
  8. Jason Burke: Why Kabila may be real victor of DRC’s contested election. theguardian vom 11. Januar 2019 (englisch), abgerufen am 11. Januar 2019
  9. ’Kabila partner in democratic change’, Tshisekedi. news24.com vom 10. Januar 2019 (englisch), abgerufen am 11. Januar 2019