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Extreme Championship Wrestling

Wrestling Show
HHG Corporation

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Rechtsform Private
Gründung 25. April 1992
Auflösung 4. April 2001
Auflösungsgrund Übernommen von WWE
Sitz Philadelphia, Pennsylvania
Leitung Tod Gordon
(Chairman 1992–1996)
Paul Heyman
(CEO 1996–2001)
Branche Wrestling

Extreme Championship Wrestling (ECW) ist eine ehemalige Wrestling-Promotion, die sich vornehmlich dem Hardcore-Wrestling-Genre verschrieben hatte und offiziell bis 2001 bestand bis die World Wrestling Entertainment sämtliche Rechte (Namen, Logo, TV- und Videomaterial) der ehemaligen Wrestling-Promotion erwarb.

Die ehemalige Wrestling-Liga zeichnete sich vor allem durch die Konzentration auf Cruiserweight- und Hardcore-Wrestling aus und sprach mit ihren Storylines eine erwachsene Zielgruppe an, was auch die Entwicklung der marktbeherrschenden, familienfreundlichen Ligen WWF (heute WWE) und WCW entscheidend prägte.

GeschichteBearbeiten

VorgeschichteBearbeiten

 
Die Ehemaligen Wrestling Territorien in den USA und Kanada.

Die Geschichte der späteren Wrestling-Promotion ECW begann im Jahr 1989, als Joel Goodhart im Rahmen der National Wrestling Alliance eine eigene Wrestling-Liga gründete, die sich über drei NWA-Territorien (Pennsylvania, Delaware und Maryland) erstreckte. Diese Promotion hatte ihren Sitz, wie ihre Nachfolge-Organisationen, in Philadelphia, Pennsylvania. Der Unternehmer Tod Gordon finanzierte diese neue Promotion, die den Namen NWA Tri-State Wrestling Alliance (TWA) führte.

Die neue Liga machte sich schnell durch ihr unkonventionelles Booking, den für die Fans leicht nachvollziehbaren Storylines und ihren für damalige Wrestlingverhältnisse sehr harten Stil einen Namen. Diese Liga diente vielen späteren Wrestlingstars als Karrieresprungbrett. In der TWA waren unter anderem Eddie Gilbert, Mike Awesome, Cactus Jack, Terry Funk, The Sandman, Chris Benoit und Owen Hart unter Vertrag. Auch verfügte diese Promotion über ein festes TV-Format, dass in den drei Bundesstaaten empfangen werden konnte.

1992 verkaufte Goodhart, der sich nun vom Wrestling zurückzog, die Promotion an seinen Partner Tod Gordon.

NWA Eastern Championship Wrestling (1992–1994)Bearbeiten

Tod Gordon kaufte von seinem ehemaligen Partner Joel Goodhart die Wrestling-Promotion Tri-State Wrestling und wandelte sie nun zu Eastern Championship Wrestling um. Auch diese Liga blieb Mitglied im Dachverband der NWA. Eastern Championship Wrestling fuhr mit seinen TV-Programmen und den damit verbundenen Werbeverträgen einen wesentlichen Teil der NWA-Einnahmen ein.

Am 27. August 1994 veranstaltete NWA Eastern Championship Wrestling in ihrer ECW-Arena in Philadelphia ein Turnier um den vakanten NWA World Heavyweight Championship-Titel. Dieser bildete einen der wichtigsten Wrestling-Titel zu dieser Zeit. Dennis Coralluzzo, der amtierende Präsident der NWA, ließ es sich nicht nehmen, die absolute Kontrolle über das Turnier zu übernehmen, woraufhin Paul Heyman zusammen mit Shane Douglas, der es gewinnen sollte, einen denkwürdigen Angle ausarbeitete.[1] Douglas konnte in diesem Turnier Too Cold Scorpio besiegen und nahm den vakanten NWA-Titel nur deswegen an, um diesen nach einer kurzen Ansprache verächtlich wegzuwerfen. Shane Douglas erklärte, dass ihm der Titel eines NWA-Champions und die Tradition des NWA-Gürtels sowie die Personen, die diesen einst besessen hatten völlig egal seien und das sie ihm „den Hintern küssen könnten“.[2] Douglas weiter in seinem Statement: „Ich trage keinen Titel einer Promotion, die schon sieben Jahre oder länger tot ist. Ich selbst erkläre hiermit, den ECW-Titel zum Titel eines Weltchampions“.[3][4] Ende August 1994 verkündete Tod Gordon die Schließung von NWA Eastern Championship Wrestling. Er erklärte, dass die Buchstaben ECW nun mehr für Extreme Championship Wrestling stehen würden und dass Shane Douglas ECW World Heavyweight Champion, Weltmeister von Extreme Championship Wrestling sei.[2] Damit war am 1. September 1994 der Austritt der ECW aus dem Dachverband der NWA vollzogen und ECW galt nun als drittgrößte Wrestling-Promotion der Vereinigten Staaten.

Extreme Championship Wrestling (1994–2001)Bearbeiten

 
Paul Heyman ist der ehemalige Eigentümer von ECW.

Extreme Championship Wrestling entwickelte daraufhin ihren eigenen, zur damaligen Zeit einmaligen und auch eigenwilligen Stil. Sie wurde zur US-Ikone des Hardcore-Wrestlings, bot jedoch gleichzeitig auch Matches, die sich an der mexikanischen Tradition des Lucha Libre orientierten. In der Viking Hall, einem ehemaligen Kaufhaus und späteren Bingohalle in Süd-Philadelphia (in der schon zuvor alle regulären Shows aufgenommen wurden), entstand eine treue Fanbasis, die weniger auf das traditionelle Face-Heel-Schema reagierte, sondern vielmehr die inner- und außerhalb des Rings gebotene Action genoss und auch den als „böse“ dargestellten Wrestlern gebührenden Respekt zollte. Mit zuvor weitgehend unbekannten Leuten wie Tommy Dreamer und Taz, aber auch etablierten Wrestlern wie Shane Douglas und Cactus Jack schuf Booker Paul Heyman eine erfrischende Alternative zu den beiden großen amerikanischen Ligen und grenzte sich bewusst vom Mainstream ab. Wegen der mangelnden landesweiten TV-Präsenz blieb die ECW allerdings zunächst ein Phänomen des Underground und war nur im Osten der USA bekannt.

Die ECW-Promotion wurde während ihres Bestehens fünf Mal von den Independent Wrestling Fans (den unabhängigen [keiner Liga nahestehenden] Fans) zur beliebtesten Wrestling-Promotion gewählt; davon vier Mal in Folge: 1995, 1996, 1997, 1998 und letztmals 2000. Um für den eigenen Wrestling-Nachwuchs zu sorgen, gründete die ECW eine eigene Wrestlingschule namens „The House of Extreme – ECW Wrestling School“, deren wichtigste Abteilung das Dojo von Team Taz war.[2]

Seit 1995 arbeitete die ECW auch eng mit der japanischen FMW zusammen. Diese Zusammenarbeit wurde auf Rat der Wrestler Sabu und Mike Awesome gestartet. Seit diesem Jahr traten auch offiziell ECW-Wrestler bei dieser Promotion an und die ECW wurde als ein Karrieresprungbrett für FMW-Wrestler in die Vereinigten Staaten benutzt. Bekanntester FMW-Wrestler in den USA war Masato Tanaka. Allerdings hatten die beiden Wrestling-Promotionen schon seit Anfang der 1990er Jahre einen losen (und nicht gerade einen freundschaftlichen) Kontakt, als nämlich der ECW-Wrestler Sabu bei einem angesetzten Tag Team Match der ECW fernblieb und stattdessen bei einer Veranstaltung der FMW in Japan antrat. Sabu wurde noch am selben Abend durch Paul Heyman entlassen, sein damaliger Tag Team Partner Taz musste in einem Handicap-Match antreten, bei dem er sich schwer verletzte.

Seit 1996/97 war ECW-Chef Paul Heyman mit der größten amerikanischen Wrestling-Promotion, der World Wrestling Federation „verbündet“: Beide Ligen hatten verschiedene Verträge geschlossen, die es zum einen der damaligen WWF erlaubte, ihren Nachwuchs aus Reihen der ECW zu holen und zum anderen der ECW erlaubten, in WWF-Sendungen Werbung für sich und ihre Großveranstaltungen zu machen. So tauchten 1997 ECW-Mitglieder in verschiedenen RAW-Sendungen auf und machten dort Werbung für Barely Legal 1997, des ersten ECW-PPV überhaupt. Voraussetzung für diese Verträge war, dass die WWF zum Leidwesen der ECW und ihrer Fans zwei Jahre zuvor (1995) eine King of the Ring-Veranstaltung in Philadelphia abgehalten hatte und dort einige tausend ECW-Fans anwesend waren. Während die WWF-Wrestler bemüht waren, ihre Veranstaltung durch zu bekommen, hallte ihnen in der Halle E-C-W entgegen. Als die in der Halle anwesenden ECW-Wrestler, Sandman und Tommy Dreamer, die mit ihren Familien und Freunden in der ersten Reihe saßen und auch noch die ECW-T-Shirts trugen und die WWF-Wrestler real herausforderten, war das Chaos dort perfekt.

 
WWE Chairman Vince McMahon erwarb ECW im Jahr 2001.

Wenig später brach der RAW-Kommentator Jerry Lawler während einer Live-Aufzeichnung eine reale Fehde mit ECW-Chef Heyman vom Zaun und beleidigte ihn und dessen Promotion auf das Gröbste. Heyman rief noch während dieser Sendung Lawler an und nahm die Fehde auf. Heyman betonte in diesem Telefonat, dass die Wrestler der ECW denen der WWF in jeglicher Hinsicht überlegen seien und diese würden jederzeit gegen Wrestler der WWF antreten. Aus dieser realen Fehde zwischen Heyman und Lawler arbeiteten McMahon und Heyman ein langangelegtes Fehdenprogramm zwischen WWF und ECW aus. So traten nun die Wrestler Sabu und Rob Van Dam bei RAW auf und traten dort tatsächlich gegen WWF-Wrestler an. Sabu und Rob Van Dam bildeten schließlich auch das Team WWF innerhalb der ECW. Aber auch Lawler tauchte überraschend in der ECW auf und griff dort, nach einem Match zwischen Raven und Tommy Dreamer, Letzteren an und verletzte diesen bewusst durch einen harten Schlag in dessen Genitalien.[2]

Um aus dem Schattendasein der WCW und WWF herauszukommen, musste man einen landesweiten TV-Vertrag bekommen. Diesen erhielt die ECW auch 1999 bei TNN, jedoch verlief die Zeit nicht zufriedenstellend: Der Sender stellte für die Produktion der wöchentlichen Shows nur ein geringes Budget zur Verfügung, schaltete kaum Werbung ein und zensierte außerdem die Sendungen, was dem Konzept der ECW völlig widersprach. Dennoch schaffte es ECW on TNN stets, die höchsten Einschaltquoten des Senders zu erreichen. In den Augen von Paul Heyman stellte ECW lediglich ein billig zu produzierendes Versuchskaninchen für TNN dar, um zu sehen, ob sich regelmäßige Wrestlingübertragungen des Senders rentieren würden. Dementsprechend verwunderte es auch nicht, dass TNN den Vertrag Ende 2000 fristlos kündigte und stattdessen die Show RAW is War der WWF ins Programm nahm.

Die finanzielle Situation der ECW brach daraufhin zusammen. Durch die Verbindlichkeiten von über 8 Millionen US-Dollar war es unmöglich geworden, weiterhin die Gehälter der Angestellten und Wrestler zu zahlen sowie die Liga aufrechtzuerhalten. So zog es immer mehr Wrestler, denen die ECW teilweise mehrere zehntausend Dollar schuldete, zur WWF. Als Paul Heyman im April 2001 ebenfalls bei der WWF auftauchte und dort die Stelle des gefeuerten Jerry Lawler als Kommentator übernahm, galt das Ende der ECW offiziell als besiegelt. Trotz Heymans Beteuerungen, ständig nach einer Lösung zu suchen (wenngleich er bei den letzten Shows selbst kaum noch anwesend war und Tommy Dreamer den Großteil des Bookings übernahm), schloss die Liga im Juni des Jahres endgültig ihre Pforten. Aufgrund der breiten Fanbasis der ehemaligen ECW startete World Wrestling Entertainment im Jahr 2006 eine dritte Show namens ECW mit eigenem Roster.

TitelBearbeiten

Titel Anmerkung
ECW World Heavyweight Championship Als Weltschwergewichts Titel der ECW wurde die Meisterschaft am 25. April 1992 eingeführt und nach dem Kauf der ECW durch die WWE am 10. April 2001 eingestellt. Nach der Wiedereinführung von ECW Aktivierte die WWE die Meisterschaft wieder und stellte sie am 16. Februar 2010 wieder ein.
ECW World Television Championship Die ECW führte die Meisterschaft am 12. August 1992 ein und nach dem Kauf der ECW durch die WWE wurde sie am 11. April 2001 eingestellt.
ECW World Tag Team Championship Die ECW führte die Meisterschaft am 23. Juni 1992 ein und nach dem Kauf der ECW durch die WWE wurde sie am 1. April 2001 eingestellt.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Shane Douglas in „Forever Hardcore“, Franchise Promotions, 2005
  2. a b c d Silver Vision: The Rise + Fall of ECW, 2004
  3. Joey Styles in „Forever Hardcore“, Franchise Promotions, 2005
  4. Siver Version: The Rise + Fall of ECW, 2004

WeblinksBearbeiten