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Evangelische Hochschule Tabor

Hochschule pietistischer Prägung in Marburg an der Lahn

Die Evangelische Hochschule Tabor ist eine staatlich genehmigte private Hochschule pietistischer Prägung in Marburg. Die Absolventen arbeiten in der Regel als Gemeinschaftspastoren in evangelischen Landeskirchlichen Gemeinschaften, als Mitarbeiter in der Jugendarbeit oder als Diakone in evangelischen Kirchengemeinden, in freien Werken der Evangelischen Allianz oder als Missionare im Ausland.

Evangelische Hochschule Tabor
Logo
Motto Es ist gut, dass wir hier sind.
Gründung 2009
Ort Marburg
Bundesland Hessen
Land Deutschland
Rektor Norbert Schmidt
Studierende 154 WS 2017/18[1]
Mitarbeiter 12 Professuren, 5 Honorarprofessuren, 5 Wissenschaftliche Mitarbeitende, 9 Verwaltungsangestellte
Website www.eh-tabor.de

TrägerBearbeiten

Trägerin der Hochschule ist die Stiftung Studien- und Lebensgemeinschaft Tabor mit Sitz in Marburg. Sie gehört zum Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband, dem Dachverband der deutschen Gemeinschaftsbewegung innerhalb der Evangelischen Kirche und ist Mitglied im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck.

GeschichteBearbeiten

Am 1. Mai 1909 wurde das „Brüderhaus Tabor“ durch Pfarrer Theophil Krawielitzki in Marburg-Wehrda als Einrichtung des Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverbandes (DGD) gegründet. Im Jahr 1924 erfolgte der Umzug an den heutigen Standort im Marburger Stadtteil Ortenberg. In den Folgejahren wurde die Ausbildungszeit nach und nach von zwei auf vier Jahre erweitert. Nach 1933 nahm das Brüderhaus eine neutrale bis positive Haltung gegenüber dem NS-Staat ein. Von 1939 bis 1945 ruhte der Ausbildungsbetrieb. Prägender theologischer Lehrer in den 1950er Jahren war der Pfarrer Erich von Eicken. Von 1969 bis 1982 übernahm Pfarrer Theo Wendel die Seminarleitung, und von 1983 bis 1996 wurde die Ausbildung unter der Leitung von Werner Stoy weiterentwickelt. Mit der Aufnahme der ersten Frauen zum Studium wurde das Brüderhaus 1998 zum „Theologischen Seminar Tabor“. 1999 erfolgte die Anerkennung der Ausbildung im Rahmen des CTL-Konsortiums durch die Middlesex University in London mit dem Abschluss des B.A. in Theology. Im Januar 2009 wurde die Einrichtung vom Wissenschaftsrat als Hochschule akkreditiert.[2] Am 18. Februar 2009 wurde sie daraufhin als Hochschule vom Land Hessen anerkannt und in „Evangelische Hochschule Tabor“ umbenannt.

StudiengängeBearbeiten

 
Das Seminargebäude der Evangelischen Hochschule Tabor

Als grundständige Studienangebote gibt es

  • einen 8-semestrigen Bachelor-Studiengang in Evangelischer Theologie (240 ECTS-Punkte), der für eine Tätigkeit als Gemeinschaftspastor/in, Jugendreferent/in und Ähnliches qualifiziert.
  • einen 8-semestrigen Bachelor-Studiengang in Praktischer Theologie und Sozialer Arbeit (240 ECTS-Punkte) mit dem Abschluss als staatlich anerkannte(r) Sozialarbeiter(in)/Sozialpädagoge(in).
  • B.A. Theologie, Sozialraum und Innovation

Darüber hinaus bietet die Hochschule folgende weiterführende Studiengänge an:

  • Einen konsekutiven M.A. Ev. Theologie, der als Vollzeitstudium (ein Jahr) oder berufsbegleitend (2–3 Jahre) studiert werden kann (60 ECTS-Punkte) und einen vorausgehenden B.A. Ev. Theologie fortsetzt.
  • Einen Weiterbildungsstudiengang M.A. Ev. Gemeindepraxis (berufsbegleitend, 2–3 Jahre, 60 ECTS-Punkte), zu dem laut Hessischem Hochschulgesetz auch beruflich Qualifizierte ohne vorherigen B.A.-Abschluss zugelassen werden können.
  • Einen Weiterbildungsstudiengang M.A. Religion und Psychotherapie (berufsbegleitend, 2–3 Jahre, 60 ECTS-Punkte), der sich an Mediziner, Psychologen, Pädagogen und Theologen richtet.

Weitere Studiengänge sind in Vorbereitung. Alle Studiengänge sind von der Agentur für Qualitätssicherung durch die Akkreditierung von Studiengängen, AQAS e.V., akkreditiert.

Verhältnis zum Theologiestudium an einer UniversitätBearbeiten

Nach den vom Wissenschaftsrat publizierten „Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen“ bilden die „Evangelischen Fachhochschulen in freikirchlicher Trägerschaft“, zu denen dort auch die im Bereich der ev. Landeskirchen arbeitende Evangelische Hochschule Tabor gerechnet wird, „vorrangig pastorales Personal für die eigene Kirche aus“; die „theologische Arbeit“ sei „auf die Erfordernisse der freikirchlichen Gemeindepraxis fokussiert“.[3] Nach Beschluss des evangelisch-theologischen Fakultätentages vom Oktober 2011 werden Studienleistungen an akkreditierten Fachhochschulen in freikirchlicher oder freier Trägerschaft für den Studiengang zum Ersten Theologischen Examen/ Magister Theologiae zwar nicht pauschal, aber in begründeten Einzelfällen anerkannt.[4]

EinrichtungenBearbeiten

  • Seit 2006 besteht eine Forschungsstelle Neupietismus.
  • Die Hochschule betreibt
    • das Marburger Institut für Religion und Psychotherapie
    • und das Tangens-Institut für Kulturhermeneutik und Lebensweltforschung.
  • Zum Wintersemester 2013/2014 wurde eine „Karl-Heim-Professur für Evangelisation und Apologetik“ eingerichtet.[5]

Personal/Dozenten/ProfessorenBearbeiten

Veröffentlichungen der HochschuleBearbeiten

Hochschule allgemeinBearbeiten

  • Thorsten Dietz, Henning Freund (Hrsg.): Gebet und Erfahrung, Aufsatzsammlung (= Schriften der Evangelischen Hochschule Tabor, Band 5), LIT, Berlin / Münster 2015, ISBN 978-3-643-12877-5.
  • Frank Lüdke, Norbert Schmidt (Hrsg.): Evangelium und Erfahrung. 125 Jahre Gemeinschaftsbewegung(= Schriften der Evangelischen Hochschule Tabor, Band 4), LIT, Berlin / Münster 2014, ISBN 978-3-643-12272-8.
  • Frank Lüdke, Norbert Schmidt (Hrsg.): Die neue Welt und der neue Pietismus. Angloamerikanische Einflüsse auf den deutschen Neupietismus (= Schriften der Evangelischen Hochschule Tabor, Band 3), LIT, Berlin / Münster 2012, ISBN 978-3-643-11534-8.
  • Michael Frost, Reinhard Brunner (Hrsg.): Freiheit entdecken. Impulse für missionales Christsein und Gemeindearbeit (= Schriften der Evangelischen Hochschule Tabor, Band 2), LIT, Berlin / Münster 2010, ISBN 978-3-643-10615-5.
  • Frank Lüdke, Norbert Schmidt (Hrsg.): Was ist neu am Pietismus? Tradition und Zukunftsperspektiven der Evangelischen Gemeinschaftsbewegung (= Schriften der Evangelischen Hochschule Tabor, Band 1), LIT, Berlin / Münster 2010, ISBN 978-3-643-10485-4.
  • Frank Lüdke (Hrsg.): Glaube in Erfahrung. Theologische Studien, 100 Jahre Tabor, eine starke Gemeinschaft wächst weiter, Stiftung Studien- und Lebensgemeinschaft Tabor, Francke, Marburg 2009, ISBN 978-3-86827-035-8.

Tangens-Institut für Kulturhermeneutik und LebensweltforschungBearbeiten

  • Heinzpeter Hempelmann/ Benjamin Schließer/ Corinna Schubert/ Markus Weimer (Hrsg.): Handbuch Bestattung. Impulse für eine milieusensible kirchliche Praxis (Kirche und Milieu Bd. 3), Neukirchen 2015.

LiteraturBearbeiten

  • Brüderhaus „Tabor“ (Hg.): Fünfundzwanzig Jahre Brüderhaus Tabor 1909–1934. Ein Denkmal der Gnade und Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus; Marburg: Reichsverlag und Druckerei des Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverbandes, 1934.
  • Brüderhaus „Tabor“ (Hg.): Fünfzig Jahre Brüderhaus Tabor. Seminar für Innere und Äussere Mission; Marburg: Francke, 1959.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Bundesamt: Studierende an Hochschulen. Wintersemester 2017/2018 (= Fachserie 11, Reihe 4.1), 7. September 2018, S. 74.
  2. Vgl. Stellungnahme zur Akkreditierung des Theologischen Seminars Tabor, Marburg, 2.Antrag (PDF-Datei; 149 kB)
  3. Vgl. Stellungnahme des Wissenschaftsrates (PDF-Datei; 815 kB), S. 26. Vgl. dazu die Stellungnahme der Ev. Hochschule Tabor@1@2Vorlage:Toter Link/www.eh-tabor.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF-Datei; 35 kB)
  4. Beschluss 1 der Plenarversammlung 2011 (PDF-Datei; 66 kB): Anerkennung von Studienleistungen an akkreditierten Fachhochschulen in freikirchlicher oder freier Trägerschaft für den Studiengang zum Ersten Theologischen Examen / Magister Theologiae.
  5. Vgl. Pressemitteilung der Ev. Hochschule Tabor (Memento des Originals vom 20. Mai 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eh-tabor.de

WeblinksBearbeiten

Koordinaten: 50° 49′ 11,9″ N, 8° 47′ 3,3″ O