Hauptmenü öffnen

Eva Cornelia Schöck-Quinteros (geborene Eva Cornelia Schöck) ist eine deutsche Historikerin. Mit Unterbrechungen ist sie seit 1976 als Dozentin am Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bremen tätig.

LebenBearbeiten

Wissenschaftlicher WerdegangBearbeiten

Eva Schöck-Quinteros studierte bis 1970 Geschichte, Politische Wissenschaften und Soziologie an der Universität Tübingen und der Freien Universität Berlin. An letzterer Hochschule wurde sie bis 1973 mit einem Graduiertenstipendium gefördert. Im Anschluss wirkte sie bis 1978 als Bibliothekarin unter anderem an der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen. Ihrer Promotion im Jahr 1976 folgten verschiedene Lehrbeauftragungen in Bremen, so an der Universität, der Hochschule für Technik, der Hochschule für Öffentliche Verwaltung und dem Bildungswerk der Bremischen Evangelische Kirche. Danach war Schöck-Quinteros zwischen 1986 und 1988 als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Norddeutschen Mission tätig.

Seit 1989 wirkt sie durchgängig am Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bremen. Zunächst als Lehrbeauftragte beschäftigt, war sie ab 1992 als wissenschaftliche Mitarbeiterin angestellt und in dieser Funktion seit 2002 mit der Geschäftsführung des Instituts für Regional- und Sozialgeschichte betreut. Beginnend 2011 arbeitet sie erneut in der Position einer Lehrbeauftragten. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Sozialgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, die Geschichte der sozialen Bewegungen und die historische Frauenforschung.[1]

Im Jahr 2007 initiierte Schöck-Quinteros das seitdem von ihr verantwortete Projekt Aus den Akten auf die Bühne. Im Rahmen des Theaterprojekts werden in Zusammenarbeit mit der bremer shakespeare company szenische Lesungen zu verschiedenen historischen Themen erarbeitet, die auf von Studenten ausgewertetem Archivgut basieren. Die Initiative wurde im Jahr 2012 mit einem von der Europäischen Union geförderten Preis der University of Oxford ausgezeichnet.[2]

2008 gewann sie als erste Historikerin den seit 1992 vergebenen Berninghausenpreis für ausgezeichnete Lehre und ihre Innovation. Am 22. Mai 2019 wurde Schöck-Quinteros anlässlich des 70. Jahrestags des deutschen Grundgesetzes das Bundesverdienstkreuz verliehen.[3]

FamilieBearbeiten

Sie war bis zu dessen Tod mit dem sozialistischen Politiker und Juristen Luis Quinteros-Yáñez (1924–2017) verheiratet, der als Staatssekretär im chilenischen Außenministerium den Putsch Augusto Pinochets im Jahr 1973 erlebte. Schöck und Quinteros-Yáñez waren ab 1977 liiert und lebten seitdem im niedersächsischen Worphausen.[4]

Veröffentlichungen (Auswahl)Bearbeiten

MonografienBearbeiten

  • Arbeitslosigkeit und Rationalisierung. Die Lage der Arbeiter und die kommunistische Gewerkschaftspolitik 1920–1928, Frankfurt am Main/New York: 1977. (Dissertation)

HerausgeberschaftenBearbeiten

  • mit Dieter Lenz:150 Jahre Norddeutsche Mission. Bremen 1986.
  • mit Elisabeth Dickmann: Politik und Profession. Frauen in Arbeitswelt und Wissenschaft um 1900. Bremen 1996.
  • Buten un Binnen, Wagen un Winnen. Erste Bremerinnen auf dem Weg ins akademische Leben. Berlin 1997.
  • mit Elisabeth Dickmann: Barrieren und Karrieren. Die Anfänge des Frauenstudiums in Deutschland. Berlin 2000.
  • mit Hans Kloft, Franklin Kopitzsch und Hans-Josef Steinberg: Bürgerliche Gesellschaft – Idee und Wirklichkeit. Festschrift für Manfred Hahn. Berlin 2004.
  • mit Christiane Streubel: „Ihrem Volk verantwortlich!“ Frauen der politischen Rechten 1890–1937. Organisation – Agitation – Ideologie. Berlin 2007.
  • mit Anja Schüler, Kerstin Wolff, Annika Wilders: Politische Netzwerkerinnen. Internationale Zusammenarbeit von Frauen 1830–1960. Berlin 2007.
  • mit Sigrid Dauks: Grund der Ausweisung: Lästiger Ausländer. Ausweisungen aus Bremen in den 1920er Jahren. Begleitband zu der szenischen Lesung mit der bremer shakespeare Company. Bremen 2007.
  • mit Sigrid Dauks: „Aus Gründen der inneren Sicherheit des Staates …“ Ausweisung, Verfolgung und Ermordung des Bremer Arbeiters Johann Geusendam (1886–1945). Bremen 2009.
  • mit Sigrid Dauks: „Wußten Sie, daß Ihre Tochter Herrenverkehr hatte?“ Der Fall Kolomak in Bremen 1927. Bremen 2010.
  • mit Karl Schneider: „Ich will Dir so ein bißchen die Wahrheit schreiben.“ Aus den Briefen des Bremer Kaufmanns und Bataillonsfotografen Hermann Gieschen (1902–1951). Bremen 2011.
  • „Was verstehen wir Frauen auch von Politik?“ Entnazifizierung ganz normaler Frauen in Bremen (1945–1952). Bremen 2011.
  • „Im Lager hat man auch mich zum Verbrecher gemacht.“ Magarete Ries: Vom „asiozialen“ Häftling in Ravensbrück zum Kapo in Auschwitz. Bremen 2012.
  • mit Inge Marßolek: Protest vor Ort: Die 80er Jahre in Göttingen und Bremen. Essen 2012.
  • mit Sigrid Dauks, Maria Hermes und Imke Schwarzrock: Eine Stadt im Krieg. Bremen 1914–1918, Bd. 1. Bremen 2013.
  • mit Nils Steffen: „Wie glücklich müssen wir sein, den Krieg nicht im Lande zu haben!“ Feldpost an Pastor Ernst Baars in Vegesack (1914–1918). Bremen 2014.
  • mit Anna Mamzer: Geflüchtet, unerwünscht, abgeschoben – „Lästige Ausländer“ in der Weimarer Republik. Bremen 2016.
  • mit Anna Mamzer und Mareike Witkowski: Bremen – Eine Stadt der Kolonien?. Bremen 2016.
  • mit Anna Mamzer und Christian Salewski: Vom Eis gebissen – im Eis vergraben. Geschichten aus der deutschen Polarforschung. Bremen 2018.
  • mit Ulrich Schröder und Joscha Glanert: Revolution 1918/19 in Bremen. „Das ganze Deutsche Reich steht heute gegen uns“. Bremen 2018.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Schöck-Quinteros, Eva. Curriculum Vitae. Trafo Verlagsgruppe, abgerufen am 29. April 2019.
  2. Aus den Akten auf die Bühne. Kooperation mit der Universität Bremen. bremer shakespeare company, abgerufen am 29. April 2019.
  3. Bremer Historikerin erhält Bundesverdienstkreuz. In: Buten un binnen, 22. Mai 2019, abgerufen am 16. Juli 2019.
  4. Luis Quinteros ist gestorben. Ein langes zweites Leben. In: Wümme-Zeitung, 7. Juni 2017, abgerufen am 29. April 2019.