Hauptmenü öffnen
lili rere
2017 zu „Europas Sportlern des Jahres 2016“ gekürt: der portugiesische Fußballspieler Cristiano Ronaldo und die ungarische Schwimmerin Katinka Hosszú

Europas Sportler des Jahres ist eine Umfrage, die seit 1983 jährlich von der Vereinigung der europäischen Sportjournalisten (UEPS) durchgeführt wird. Ermittelt werden Europas beste Sportler des abgelaufenen Kalenderjahres, wobei Männer und Frauen in getrennten Kategorien gegeneinander antreten. Das Ergebnis wird in der Regel Anfang Januar bekanntgegeben. Bei der Wahl zu Europas Sportler des Jahres 2009 (2010) nahmen erstmals auch europäische Presseagenturen an der Abstimmung teil.[1]

Der UEPS (französisch Union Européenne de la Presse Sportive, englisch European Sports Press Union) gehören Sportjournalisten aus 48 europäischen Ländern an. Als größte kontinentale Gruppe ist sie im 153 Staaten umfassenden Internationalen Verband der Sportpresse (AIPS) organisiert, die alljährlich eine Wahl zum Weltsportler des Jahres durchführt.[2]

Inhaltsverzeichnis

PreisträgerBearbeiten

Europas Sportler des Jahres („Frank Taylor Trophy“)Bearbeiten

 
Der sechsfache Sieger Roger Federer (2004–2007, 2009, 2017)
 
Der deutsche Formel-1-Pilot Michael Schumacher, Gewinner der Jahre 1994 und 2001 bis 2003
 
Sebastian Vettel (Sieger 2010)

Am häufigsten ausgezeichnet wurde der Schweizer Tennisspieler Roger Federer, der es zwischen 2004 und 2017 auf insgesamt sechs Siege brachte. Erfolgreichste Nation ist mit zehn Siegen Deutschland. Am häufigsten vertretene Sportart unter den Gewinnern ist der Tennissport (zwölf Siege), gefolgt von der Leichtathletik (acht Siege). Mit der Wahl des norwegischen Skilangläufers Bjørn Dæhlie im Jahr 1998 war bislang nur einmal ein Wintersportler siegreich.

Seit 2003 ist die Auszeichnung nach dem britischen Sportjournalisten und ehemaligen AIPS-Präsidenten Frank Taylor (1920–2002[3]) benannt.

Jahr Preisträger Sportart
1983 Deutschland Bundesrepublik  Michael Groß Schwimmen
1984 Frankreich  Michel Platini Fußball
1985 Sowjetunion  Serhij Bubka Leichtathletik
1986 Deutschland Bundesrepublik  Boris Becker Tennis
1987 Irland  Stephen Roche Radsport
1988 Sowjetunion  Serhij Bubka (2) Leichtathletik
1989 Deutschland Bundesrepublik  Boris Becker (2) Tennis
1990 Deutschland  Lothar Matthäus Fußball
1991 Sowjetunion  Serhij Bubka (3) Leichtathletik
1992   Witali Schtscherbo Geräteturnen
1993 Vereinigtes Konigreich  Linford Christie Leichtathletik
1994 Deutschland  Michael Schumacher Formel 1
1995 Vereinigtes Konigreich  Jonathan Edwards Leichtathletik
1996 Russland  Alexander Popow Schwimmen
1997 Danemark  Wilson Kipketer Leichtathletik
1998 Norwegen  Bjørn Dæhlie Skilanglauf
1999 Tschechien  Tomáš Dvořák Leichtathletik
2000 Niederlande  Pieter van den Hoogenband Schwimmen
2001 Deutschland  Michael Schumacher (2) Formel 1
2002 Deutschland  Michael Schumacher (3) Formel 1
2003 Deutschland  Michael Schumacher (4) Formel 1
2004 Schweiz  Roger Federer Tennis
2005 Schweiz  Roger Federer (2) Tennis
2006 Schweiz  Roger Federer (3) Tennis
2007 Schweiz  Roger Federer (4) Tennis
2008 Spanien  Rafael Nadal Tennis
2009 Schweiz  Roger Federer (5) Tennis
2010 Deutschland  Sebastian Vettel Formel 1
2011 Serbien  Novak Đoković Tennis
2012 Serbien  Novak Đoković (2) Tennis
2013 Vereinigtes Konigreich  Mo Farah Leichtathletik
2014 Deutschland  Manuel Neuer Fußball
2015 Serbien  Novak Đoković (3) Tennis
2016 Portugal  Cristiano Ronaldo Fußball
2017 Schweiz  Roger Federer (6) Tennis
2018 Kroatien  Luka Modrić Fußball

Europas Sportlerin des Jahres („Evgen Bergant Trophy“)Bearbeiten

 
1985 erste Siegerin aus dem deutschsprachigen Raum: die DDR-Leichtathletin Marita Koch
 
Justine Henin, Siegerin 2003, 2006 und 2007
 
Blanka Vlašić, Siegerin 2009 und 2010

Am häufigsten ausgezeichnet wurden die Tennisspielerinnen Steffi Graf und Justine Henin (je drei Siege). Erfolgreichste Nation ist mit acht Siegen Deutschland. Am häufigsten vertretene Sportart unter den Gewinnern ist die Leichtathletik (13 Siege), gefolgt vom Tennissport (acht). Sechsmal waren Wintersportlerinnen erfolgreich.

Seit 2004 ist die Auszeichnung nach der ehemaligen slowenischen Sportlerin Evgen Bergant († 2005) benannt, frühere Vizepräsidentin der UEPS.[4]

Jahr Preisträgerin Sportart
1983 Tschechoslowakei  Jarmila Kratochvílová Leichtathletik
1984 Finnland  Marja-Liisa Kirvesniemi Skilanglauf
1985 Deutschland Demokratische Republik 1949  Marita Koch Leichtathletik
1986 Deutschland Demokratische Republik 1949  Heike Drechsler Leichtathletik
1987 Deutschland Bundesrepublik  Steffi Graf Tennis
1988 Deutschland Demokratische Republik 1949  Kristin Otto Schwimmen
1989 Deutschland Bundesrepublik  Steffi Graf (2) Tennis
1990 Deutschland  Katrin Krabbe Leichtathletik
1991 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Monica Seles Tennis
1992 Ungarn  Krisztina Egerszegi Schwimmen
1993 Deutschland  Franziska van Almsick Schwimmen
1994 Italien  Manuela Di Centa Skilanglauf
1995 Deutschland  Steffi Graf Tennis
1996 Russland  Swetlana Masterkowa Leichtathletik
1997 Schweiz  Martina Hingis Tennis
1998 Russland  Larissa Lasutina Skilanglauf
1999 Rumänien  Gabriela Szabo Leichtathletik
2000 Niederlande  Inge de Bruijn Schwimmen
2001 Russland  Swetlana Chorkina Geräteturnen
2002 Kroatien  Janica Kostelić[5][6] Ski Alpin
2003 Belgien  Justine Henin-Hardenne Tennis
2004 Vereinigtes Konigreich  Kelly Holmes Leichtathletik
2005 Russland  Jelena Issinbajewa Leichtathletik
2006 Belgien  Justine Henin-Hardenne (2) Tennis
2007 Belgien  Justine Henin (3) Tennis
2008 Russland  Jelena Issinbajewa (2) Leichtathletik
2009 Kroatien  Blanka Vlašić Leichtathletik
2010 Kroatien  Blanka Vlašić (2) Leichtathletik
2011 Italien  Federica Pellegrini Schwimmen
2012 Vereinigtes Konigreich  Jessica Ennis Leichtathletik
2013 Russland  Jelena Issinbajewa (3) Leichtathletik
2014 Weissrussland  Darja Domratschawa Biathlon
2015 Niederlande  Dafne Schippers Leichtathletik
2016 Ungarn  Katinka Hosszú Schwimmen
2017 Ungarn  Katinka Hosszú (2) Schwimmen
2018 Tschechien  Ester Ledecká Snowboard

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. vgl. Jakobsche, Jerzy: Roger Federer and Blanka Vlasic win UEPS poll bei aipsmedia.com, 15. Januar 2010
  2. vgl. borzech ; PAP: Federer i Vlasic najlepszymi sportowcami Europy. In: Gazeta Wyborcza, 14. Januar 2010 (aufgerufen via LexisNexis Wirtschaft)
  3. vgl. Obituary: Frank Taylor; Sports Journalist and Munich Air Crash Survivor. In: The Independent, 25. Juli 2002, S. 18
  4. vgl. mik ; PAP: Federer i Henin-Hardenne wygrali 24. plebiscyt UEPS. In: Gazeta Wyborcza, 1. Januar 2007 (aufgerufen via LexisNexis Wirtschaft)
  5. vgl. dpa: Janica Kostelic und Michael Schumacher Europas „Sportler des Jahres“. 20. Dezember 2002 (aufgerufen via LexisNexis Wirtschaft)
  6. vgl. Xinhua General News Service: Schumacher, Kostelic win annual European awards. 21. Dezember 2002 (aufgerufen via LexisNexis Wirtschaft)