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Eugen Fleischacker

österreichischer Politiker (ÖVP)

Eugen Fleischacker (* 12. Oktober 1899 in Wien; † 31. März 1953 ebenda) war ein österreichischer Politiker.

LebenBearbeiten

Der Sohn eines Fotografen absolvierte zunächst die Volksschule und im Anschluss daran das Mariahilfer Staatsgymnasium, ehe er an der Universität Wien Rechtswissenschaft studierte. 1924 erhielt Fleischacker den Doktor der Rechte. Nach wenigen Monaten, in denen er als Rechtsanwalt tätig war, trat Fleischacker 1925 in den Deutsch-Österreichischen Gewerbebund ein, zu dessen Direktor er im Jahr 1933 gewählt wurde. In seiner Position kümmerte er sich um die Belange von Kaufleuten, sowie deren Stand. 1936 übernahm er die Leitung des Deutsch-Österreichischen Gewerbebundes in Niederösterreich.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde Fleischacker aus seinem Amt verdrängt, weil er sich geweigert haben soll, der NSDAP beizutreten; in weiterer Folge nahm er seine ursprüngliche Tätigkeit als Rechtsanwalt wieder auf. 1942 eröffnete er in Wien eine eigene Kanzlei.[1]

Politische TätigkeitBearbeiten

In der Zwischenkriegszeit stand Fleischacker der Christlichsozialen Partei nahe und engagierte sich im Cartellverband, von 1927 bis 1928 war er Mitglied der paramilitärischen Heimwehr.[1]

Zur Zeit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im März 1938 war Fleischacker leitender Sekretär des Landesgewerbeverbandes in Niederösterreich und Amtswalter der Einheitspartei Vaterländische Front. 1939 trat Fleischacker dem NSKK bei, 1944 jedoch wieder aus der Organisation aus.[1]

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Fleischacker die Leitung des Wiener Österreichischen Wirtschaftsbundes, einer Teilorganisation der neu gegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP).

Am 25. November 1945 nahm Fleischacker sein Mandat im sich neu konstituierenden Bundesrat auf, um nur einen Monat später, am 20. Dezember 1945, in der Regierung unter Bundeskanzler Leopold Figl zum neuen Wirtschafts- und Aufbauminister ernannt zu werden. Nach fünf Monaten, am 10. Mai 1946, schied er jedoch aus dem Amt aus.

Eugen Fleischacker blieb bis zu seinem Tod Mitglied des Bundesrats. Er starb im Alter von 52 Jahren.

WeblinksBearbeiten

QuellenBearbeiten

  1. a b c Michael Wladika: Zur Repräsentanz von Politiker und Mandateren mit NS-Vergangenheit in der österreichischen Volkspartei, S. 64 ff., Karl von Vogelsang-Institut, 2018