Esther Schweins

deutsche Schauspielerin und Komödiantin

Esther Schweins (* 18. April 1970 in Oberhausen) ist eine deutsche Schauspielerin, Synchronsprecherin, Moderatorin und Theaterregisseurin. Ihre Karriere begann sie in den 1990er Jahren als Komikerin in der Fernsehsendung RTL Samstag Nacht. Seit 1994 spielte sie bislang in über 70 Film- und Fernsehproduktionen mit, u. a. in Filmen wie Der Trip – Die nackte Gitarre 0,5, Das Superweib, Höllische Nachbarn und Die Hälfte der Welt gehört uns – Als Frauen das Wahlrecht erkämpften.

Esther Schweins, 2018

PrivatlebenBearbeiten

Esther Schweins, Tochter eines Teppichhändlers und einer Fotografin, wurde in Oberhausen geboren und wuchs gemeinsam mit ihrem Bruder in Viernheim auf.[1]

Bei einem Urlaub in Sri Lanka im Dezember 2004 wurden nach eigenen Angaben Schweins und ihre Mutter von einer Tsunami-Welle infolge eines Erdbebens im Indischen Ozean mitgerissen. Unter dem Eindruck des Ereignisses reduzierte Schweins ihre materiellen Besitztümer. Sie engagiert sich seitdem für die Tsunami-Opfer in Sri Lanka. Sie gab auch ihren festen Wohnsitz in Deutschland auf und lebte vorübergehend bei Freunden und in Hotels.[2] Seit 2008 hat sie wieder einen festen Wohnsitz auf Mallorca.

Von 1995 bis 1997 waren Schweins und ihr Schauspieler-Kollege Ralf Bauer ein Paar. Ab 2006 war Schweins mit einem Landwirt auf Mallorca liiert und bekam mit ihm eine Tochter (* 2007) und einen Sohn (* 2008).[3] Ihr Lebensgefährte starb im September 2017 an den Folgen einer Darmkrebserkrankung.[4]

KarriereBearbeiten

Frühe Jahre und TheaterBearbeiten

 
Esther Schweins, 2009

Nach Abschluss ihrer Schulzeit nahm Schweins Schauspielunterricht in Karlsruhe, wo sie 1991 am Theater die insel sowie bei den Gengenbacher Festspielen unter der Regie von Werner Wedekind in Goethes Faust I die Rolle der Lilith spielte.[5] Nach ihrer Rückkehr ins Ruhrgebiet setzte sie ihren Schauspielunterricht ein Jahr lang an der Westfälischen Schauspielschule Bochum ohne Abschluss fort[6]. Während dieser Zeit jobbte sie in einer Casting-Agentur und als Moderatorin, u. a. im Bavaria-Filmpark in Bottrop sowie bei der Avantgarde-Modenschau Art Couture.

2000 nahm Schweins ihre Arbeit als Theaterregisseurin auf, indem sie die Regie für die deutsche Version des Einpersonenstücks Caveman führte, das in den Folgejahren auf zahlreichen Bühnen in ihrer Inszenierung zur Aufführung kam. Mit Caveman-Darsteller Kristian Bader inszenierte Schweins 2009 mit Hi Dad! eine weitere Ein-Personen-Comedy, die ebenfalls auf Tournee ging.

Film und FernsehenBearbeiten

1993 kam Schweins zum Fernsehen. Sie war Gründungsmitglied der erfolgreichen Fernseh-Comedy-Reihe RTL Samstag Nacht, eine deutsche Variante der US-Show Saturday Night Live, die sie erstmals einem breiteren Publikum bekanntmachte. Großen Erfolg hatte sie dort mit einer Parodie der damaligen MTV-Moderatorin Kristiane Backer als Kristiane Kacker.[7] Für ihre Leistung in der Show bekam sie 1994 den Bambi und den Bayerischen Fernsehpreis. Sie blieb bis zum Ende der Comedyshow 1998 neben Wigald Boning, Olli Dittrich, Stefan Jürgens, Tanja Schumann und Mirco Nontschew festes Ensemblemitglied.

Seit 1994 spielt Schweins regelmäßig in Film- und Fernsehproduktionen mit. Ihr Debüt gab sie in der Fernsehserie Drei zum Verlieben. Es folgten Rollen in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen. In der Filmsatire Der Trip – Die nackte Gitarre 0,5 spielte sie 1996 neben Dieter Thomas Kuhn die weibliche Hauptrolle der reichen Petra. Sönke Wortmann besetzte sie in seinem Spielfilm Das Superweib. In der RTL-Komödie Höllische Nachbarn (1998) und deren Fortsetzung Höllische Nachbarn – Nur Frauen sind schlimmer (2000) war sie als Katharina Buck an der von Markus Majowski, Anna Loos und Christine Kaufmann zu sehen.

In der arte-Fernsehdokumentation Die Hälfte der Welt gehört uns – Als Frauen das Wahlrecht erkämpften spielte sie 2018 als britische Frauenrechtlerin Emmeline Pankhurst eine der weiblichen Hauptrollen.[8]

Seit 1995 übernimmt Schweins regelmäßig in zahlreichen Fernsehserien- und reihen, u. a. in Alles außer Mord, Tatort, Denninger – Der Mallorcakrimi, Blond: Eva Blond!, Donna Leon, Das Traumhotel, Das Traumschiff und Inga Lindström, Gastrollen.

Sie spielt auch mehrere feste und wiederkehrende Rollen in Film- und Fernsehreihen. In der sechsteiligen Sat.1-Fernsehreihe Ein Fall für den Fuchs mit Walter Sittler und Simone Thomalla in den Hauptrollen übernahm sie als Sandra eine Nebenrolle. Seit 2020 gehört sie in der ZDF-Serie Blutige Anfänger seit der ersten Staffel als Kriminalpsychologin bzw. Dekanin der Polizeifachhochschule Dr. Julia Salomon zur Hauptbesetzung und verkörpert seit jenem Jahr als Staatsanwältin Barbara Geldermann eine durchgehende Nebenrolle in der ARD-Fernsehserie Die Kanzlei an der Seite von Herbert Knaup und Sabine Postel.

Esther Schweins betätigt sich neben ihrer Arbeit vor der Kamera auch als Synchronsprecherin, u. a. lieh sie Cameron Diaz zwischen 2001 und 2010 in den „Shrek“-Filmen als Prinzessin Fiona ihre Stimme.

ModerationBearbeiten

Von 2002 bis 2011 moderierte Schweins für den damaligen ZDFtheaterkanal und für 3sat die Magazinsendungen Foyer und Theaterlandschaften. 2019 führte sie durch die fünfteilige arte-Reportagereise Yoga in Indien. Im selben Jahr präsentierte sie in der NDR-Sendung Mehr wissen – besser leben eine Reportage zu den Themen Plastikmüll in den Ozeanen, Lebensmittelverschwendung und Wegwerfmode.

Politisches EngagementBearbeiten

Vor den Bundestagswahlen von 2002 und 2005 engagierte sich Schweins im Wahlkampf jeweils öffentlich für die SPD.[9][10]

FilmografieBearbeiten

KinofilmeBearbeiten

FernsehfilmeBearbeiten

Fernsehserien und -reihenBearbeiten

SynchronrollenBearbeiten

HörbücherBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Niki Greb, Esther Schweins; Anne Enderlein (Hrsg.): Saft & Kraft. Gesunde Ernährung, die Spaß macht. Eichborn, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-8218-7303-9.

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Esther Schweins – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Esther Schweins, in Internationales Biographisches Archiv 46/2015 vom 10. November 2015, im Munzinger-Archiv, abgerufen am 10. November 2015 (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. Esther Schweins ist wohnungslos, in: Rheinische Post online vom 27. August 2006, online, abgerufen am 25. Februar 2012
  3. Esther Hoffmann: Warum Esther Schweins nicht heiraten möchte. B.Z., 6. September 2014
  4. Esther Schweins verliert ihre große Liebe n-tv.de, 13. September 2017
  5. Programmheft der Gengenbacher Festspiele 1991, Seite 21; Zeitungskritik zur Faust-Aufführung in Karlsruhe, Badische Neueste Nachrichten vom 15. April 1991
  6. Esther Schweins bei filmportal.de, abgerufen am 15. Januar 2022
  7. Christian Richter: Der Fernsehfriedhof Spezial: Was wurde aus den Stars von «RTL Samstag Nacht»? quotenmeter.de, 18. Februar 2010, abgerufen am 2. Oktober 2014.
  8. Dokudrama zum Frauenwahlrecht: Gut gebrüllt, Löwin!. In: DER SPIEGEL vom 12. November 2018. Abgerufen am 12. November 2018.
  9. Prominente Wahlkämpfer: Stargedrängel in der Parteienwerbung, Spiegel Online vom 30. August 2002, abgerufen am 7. Oktober 2014
  10. “Samba-Kids” gegen Plakate, Stern vom 4. September 2005, abgerufen am 7. Oktober 2014