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Erwin Hermandung

deutscher Fußballspieler

LaufbahnBearbeiten

Regionalliga West und Fußball-Bundesliga mit Alemannia Aachen, 1964 bis 1971Bearbeiten

Mit 19 Jahren kam Erwin Hermandung 1964 vom SV Baal aus dem Kreis Heinsberg an den Aachener Tivoli zum Regionalligisten Alemannia Aachen. Trainer Oswald Pfau setzte den Ex-Amateurspieler sofort am Starttag der Runde 1964/65, den 9. August 1964, bei Eintracht Gelsenkirchen ein. Seine ersten Tore in der Regionalliga für Alemannia schoss der 1,83 m großgewachsene Allrounder am vierten Spieltag beim 4:1-Heimerfolg gegen den STV Horst. Der Neuzugang kam mit Aachen 1965 hinter Meister und Bundesligaaufsteiger Borussia Mönchengladbach auf den zweiten Platz und zog damit mit seinen Mannschaftskameraden in die Aufstiegsrunde ein. Dort scheiterte die Mannschaft um die Leistungsträger Christian Breuer und Josef Martinelli am FC Bayern München. Neben der Regionalligarunde erlebte Hermandung in seiner Debütrunde im Vertragsfußball den überraschenden Einzug in das Finale des DFB-Pokals des Jahres 1965. Am 22. Mai entschied in Hannover der Bundesligist Borussia Dortmund das Pokalendspiel mit 2:0. In seiner zweiten Saison in Aachen, 1965/66, verpasste Hermandung mit Alemannia als Tabellendritter den erneuten Einzug in die Aufstiegsrunde. Mit Trainer Michael Pfeiffer gewann er in seinem dritten Jahr mit Aachen die Regionalligameisterschaft 1966/67 und setzte sich auch in der Aufstiegsrunde vor Kickers Offenbach durch. Hermandung bestritt dabei alle acht Aufstiegsspiele. In der zweiten Saison in der Fußball-Bundesliga 1968/69 gehörte der Mann aus Baal mit 33 Einsätzen und elf Toren dem Vizemeisterteam von Alemannia Aachen an. Krass war danach das Ergebnis der folgenden Runde 1969/70: der Vizemeister von 1969 stieg als Tabellenletzter aus der Bundesliga ab. Hermandung hatte in der Bundesliga von 1967 bis 1970 für Aachen 98 Spiele mit 19 Toren bestritten. Er blieb nach dem Abstieg am Tivoli und versuchte die sofortige Rückkehr zu bewerkstelligen. Mit enttäuschenden 34:34 Punkten glückte das 1970/71 Hermandung und Kollegen nicht. In der Regionalliga West bestritt Hermandung von 1964 bis 1971 90 Spiele mit 29 Toren.

Hertha BSC, 1971 bis 1977Bearbeiten

Trainer Helmut Kronsbein holte Erwin Hermandung im Sommer 1971 nach Berlin zur Hertha und setzte den Ex-Aachener in allen 34 Spielen der Runde 1971/72 ein. Volkmar Groß, Erich Beer, Lorenz Horr und Arno Steffenhagen gehörten neben dem Neuzugang zu den Leistungsträgern der auf dem sechsten Rang einkommenden Hertha. Die zweite Vizemeisterschaft in der Bundesliga glückte Hermandung 1974/75 mit Trainer Georg Keßler und den Abwehrrecken Uwe Kliemann, Ludwig Müller, Michael Sziedat und Hans Weiner. Im UEFA-Cup sammelte Hermandung 1975/76 Erfahrung in den Spielen gegen HJK Helsinki und Ajax Amsterdam. In seiner sechsten und letzten Runde bei Hertha BSC, 1976/77, kam Hermandung nochmals auf 33 Einsätze wo ihm auch noch fünf Treffer glückten. Höhepunkt wurden aber die zwei Finalspiele um den DFB-Pokal des Jahres 1977 am 28. Mai bzw. 30. Mai in Hannover gegen den 1. FC Köln. Köln gewann das Wiederholungsspiel mit 1:0 und Hermandung beendete 1977 nach 192 Einsätzen mit 34 Toren für Hertha BSC seine Karriere in der Fußball-Bundesliga.

2. Fußball-Bundesliga, 1977 bis 1982Bearbeiten

Mit 33 Jahren nahm Hermandung die Herausforderung der 2. Liga bei Eintracht Trier in der Saison 1977/78 an. Den besten Tabellenplatz mit der Mannschaft aus dem Moselstadion erreichte der Routinier in seinem vierten Jahr in Trier mit Trainer Werner Kern als die Eintracht auf dem achten Rang einkam. Von 1977 bis 1981 kamen für den Abwehrrecken in Trier 151 Einsätze in der 2. Liga mit 27 Toren zusammen. Mit 37 Jahren unternahm er in der Saison 1981/82 den Versuch, die SpVgg Bayreuth vor dem Absturz in die Amateurliga zu retten. Trotz seines Einsatzes in 27 weiteren Spielen glückte dieses Unternehmen an der Seite der zwei weiteren „Oldies“ Wolfgang Breuer und Manfred Größler nicht. Im Sommer 1982 beendete Erwin Hermandung seine Laufbahn als Lizenzfußballer.

StationenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Ulrich Homann (Hrsg.): Bauernköppe, Bergleute und ein Pascha. Die Geschichte der Regionalliga West 1963–1974. Band 1, Klartext, Essen 1991, ISBN 3-88474-345-7.
  • Matthias Weinrich, Hardy Grüne: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 6: Deutsche Pokalgeschichte seit 1935. Bilder, Statistiken, Geschichten, Aufstellungen. AGON Sportverlag, Kassel 2000, ISBN 3-89784-146-0.
  • Matthias Weinrich: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 3: 35 Jahre Bundesliga. Teil 1. Die Gründerjahre 1963–1975. Geschichten, Bilder, Aufstellungen, Tabellen. AGON Sportverlag, Kassel 1998, ISBN 3-89784-132-0.
  • 25 Jahre 2. Liga, AGON Sportverlag, 2000, ISBN 3-89784145-2