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Ernst Wolf Mommsen (* 12. Mai 1910 in Charlottenburg; † 23. Januar 1979 in Düsseldorf) war ein deutscher Industrieller.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Ernst Wolf Mommsen ist ein Sohn des Mediziners Ernst Mommsen, ein Enkel Theodor Mommsens und Bruder des Historikers Theodor Ernst Mommsen.

Mommsen studierte von 1930 bis 1935 Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftslehre. 1937 erfolgte Mommsens Eintritt in die NSDAP. Von 1938 bis 1939 war er als Rechtsanwalt tätig. Danach war er bei der Reichsgruppe Industrie beschäftigt. Im Reichsministerium für Bewaffnung und Munition unter Albert Speer war er als Hauptabteilungsleiter zuständig für die Kriegswirtschaft und später für Munitionsbeschaffung und kam seinerzeit im Bertha-Werk schon in Kontakt mit dem Krupp-Konzern.[1]

Mommsen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von 1945 bis 1946 durch die Alliierten inhaftiert.

Mommsen wurde 1946 zum Geschäftsführer bei Klöckner bestellt. Von 1948 bis 1953 war er Geschäftsführer der Walzstahl-Vereinigung; von 1953 bis 1954 stellvertretender Vorsitzender der Klöckner AG. Von 1954 bis 1965 war er Vorstandsmitglied der Rheinischen Röhrenwerke AG. Von 1965 bis 1970 war er Vorstandsvorsitzender der Thyssen Röhrenwerke AG. Er war von 1970 bis 1972 Staatssekretär für Technik und Beschaffung im Bundesministerium der Verteidigung unter Minister Helmut Schmidt. 1972 war er Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Finanzen. Von 1973 bis 1975 war er Vorstandsvorsitzender der Friedrich Krupp AG. Von 1959 bis 1978 war er Mitglied des Beirats der Friedrich-Naumann-Stiftung.

In seinen beiden Ehen mit Ruth Seegert und Eva Connor hat er jeweils eine Tochter, mit Eva Connor außerdem einen Adoptivsohn. Er verfasste nach dem Krieg eine Reihe von Wirtschaftsbüchern.

Ernst Wolf Mommsen starb 1979 im Alter von 68 Jahren. Sein Grab befindet sich auf dem Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Friedhof in Berlin-Westend.[2]

EhrungenBearbeiten

SchriftenBearbeiten

  • Elitebildung in der Wirtschaft (1955).
  • Die Schule in der industriellen Gesellschaft (1958).
  • Unternehmenskonzentration und Staatsaufsicht (1960).
  • Die innerbetriebliche Weiterbildung in der Unternehmensführung (1962).
  • Rationalisierung als politische und volkswirtschaftliche Aufgabe zur Schaffung wirtschaftlicher Grossräume (1966).
  • Die Zukunft des Kapitalismus (1967).

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Werner Abelshauser: Rüstungsschmiede der Nation? Der Kruppkonzern im Dritten Reich und in der Nachkriegszeit 1933 bis 1951. In: Lothar Gall (Hrsg.): Krupp im 20. Jahrhundert. Die Geschichte des Unternehmens vom Ersten Weltkrieg bis zur Gründung der Stiftung. Siedler, Berlin 2002, ISBN 3-88680-742-8, S. 397.
  2. Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1, S. 478.
  3. Bekanntmachung von Verleihungen des Saarländischen Verdienstordens. In: Chef der Staatskanzlei (Hrsg.): Amtsblatt des Saarlandes. Nr. 41. Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei GmbH, Saarbrücken 5. September 1975, S. 994 (uni-saarland.de [PDF; abgerufen am 25. Mai 2017]).