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Ernst Hugo Correll (* 9. Juni 1882 in Neubreisach, Elsass; † 3. September 1942 in Garmisch-Partenkirchen) war ein deutscher Filmproduzent.

Leben und ArbeitBearbeiten

Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in Schlettstadt und Mannheim absolvierte Ernst Hugo Correll seine Militärzeit und schloss sie als Leutnant ab. Danach arbeitete er am Ministerium für Justiz und Kultus in Elsaß-Lothringen und wurde schließlich Amtsanwalt. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Oberleutnant der Landwehr an der Westfront, wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse ausgezeichnet und als Rittmeister entlassen.

Gemeinsam mit dem italienischen Schauspieler Luciano Albertini gründete Correll 1919 die Berliner Albertini-Film GmbH und beteiligte sich auch an der Capitol-Film GmbH, die in dieser Zeit mit der Phoebus-Film AG fusionierte. Die Phoebus, der Correll von Juni 1926 an als alleiniger Direktor vorstand, entwickelte sich unter seinem Management zu einem der führenden Unternehmen der Branche. Gleichzeitig bemühte Correll sich um einen Zusammenschluss der Produzenten mit dem Ziel, die Qualität der Produktionen zu erhöhen; im neu gegründeten Verband der Filmindustriellen e. V. übernahm er die Position des Ersten Vorsitzenden. Später gehörte er auch dem Vorstand der SPIO an. Als einer der ersten deutschen Filmmanager unternahm er zwischen 1922 und 1927 Studienreisen nach Hollywood, aber auch nach Italien, Frankreich, England und Skandinavien. Im August 1927 geriet die Phoebus in Verruf, als im Zuge der so genannten Lohmann-Affäre durch Pressemeldungen bekannt wurde, dass die durch die Inflation inzwischen geschwächte Firma jahrelang durch Kredite der Reichsregierung gestützt worden war, um geheime Rüstungsprojekte zu finanzieren.

Für Correll hatte dies keine langfristigen Folgen. Im Februar 1928 wurde er ins Management der UFA geholt, um als Produktionsdirektor die nach der Übernahme durch die Hugenberg-Gruppe überfällige Neustrukturierung mitzutragen. Der große Erfolg, den die Ufa bei der Umstellung auf den Tonfilm (1929/30) hatte, war dabei nicht zuletzt Corrells Verdienst. 1931 entstand der einzige Film, den Correll eigenhändig produzieren sollte: Der patriotische Soldatenfilm Yorck.

Nach dem nationalsozialistischen Regierungsantritt blieb Correll in allen Ämtern. Am 17. April 1934 wurde er vom Reichsjustizkommissar zum Mitglied der Akademie für Deutsches Recht ernannt und 1938 erhielt er einen Lehrauftrag an der neu gegründeten Deutschen Filmakademie Babelsberg. Gleichzeitig traf das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda jedoch auch Vorkehrungen, um Corrells Einfluss innerhalb der Ufa zurückzudrängen. Seit Mai 1937 war ein von Joseph Goebbels eingesetzter und gesteuerter „Kunstausschuss“ für die Programmplanung der Ufa zuständig, und nachdem Correll sich auch noch weigerte, der NSDAP beizutreten, wurde er im Februar 1939 als Vorstandsmitglied und Produktionsleiter entlassen. Er starb drei Jahre später an einer Herzembolie.

Ernst Hugo Correll war seit 1907 mit Lena Bürkmann verheiratet. Ihr Sohn Hans wurde Rechtsanwalt, ihre Tochter Margarete Opern- und Kammersängerin. Seine Grabstätte ist auf dem Friedhof Garmisch in Garmisch-Partenkirchen zu finden.

LiteraturBearbeiten

  • Hans-Michael Bock, Michael Töteberg (Hrsg.): Das Ufa-Buch. Kunst und Krisen, Stars und Regisseure, Wirtschaft und Politik, Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1992, S. 328–331. (Kapitel Affären, Intrigen, Politik. Personalakte Ernst Hugo Correll.)
  • CineGraph. Lexikon zum deutschsprachigen Film. Lg. 19, 1992. Edition Text + Kritik, München.
  • Klaus Kreimeier: Die Ufa Story. Geschichte eines Filmkonzerns. Carl Hanser Verlag, München 1992.
  • Robert Volz: Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Band 1: A–K. Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1930, DNB 453960286.

WeblinksBearbeiten