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Ernst Huberty

luxemburgischer Sportjournalist und Moderator im deutschen Fernsehen

Ernst Huberty (* 22. Februar 1927 in Trier; als Ernest Rodolphe Huberty) ist ein luxemburgischer Sportjournalist und Fernsehmoderator. Huberty war lange Zeit Hauptmoderator der ARD-Sportschau, daher nannte man ihn auch „Mister Sportschau“. Als Kommentator war er für einen distanzierten Stil bekannt.[1]

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Sein Vater war Luxemburger, er lebte mit seiner Familie in Trier und zog mit ihr im Jahre 1932 nach Koblenz. Im Zweiten Weltkrieg war Ernst Huberty Flakhelfer. Nach Kriegsende holte er das Abitur nach. Nach einem Studium der Philosophie und Germanistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und einem Volontariat bei der Koblenzer Zeitung begann er 1950 seine Karriere als Sportreporter beim Südwestfunk in Baden-Baden. Dort moderierte er bis Dezember 1956 mit Sport am Montag eine Fernsehsendung.[2]

Im Januar 1957 wechselte Huberty in die WDR-Redaktion Hier und Heute, ab 1960 gehörte er der Sportredaktion des WDR an.[2] Seit ihrem Beginn am 4. Juni 1961 moderierte Huberty die ARD-Sportschau, eine in Deutschland renommierte Sportsendung, die er mit freundlicher Sachlichkeit und seiner besonderen Frisur („Klappscheitel“) prägte.[2][3]

Im Januar 1970 übernahm Huberty die Leitung der Abteilung Sport (Fernsehen) beim WDR („WDR-Sportchef“). In dieser Funktion erfand er im März 1971 das Tor des Monats,[4] das als Programminhalt der Sportschau lief. Seine Position als Sportchef musste er im März 1982 wegen einer Reisekostenabrechnung mit zu hohen Spesen abgeben; er wurde ins 3. Programm des WDR versetzt. Sein Nachfolger wurde Heribert Faßbender.[5]

Im April 1991 ging er als Kommentator zum damals noch jungen Bezahlfernsehsender Premiere,[2][6] im Oktober 2002 half er kurzzeitig bei der Sat.1-Sportsendung ran für ein Bundesligaspiel aus.[7]

Huberty arbeitete in der Zwischenzeit auch als Moderatoren-Coach, zunächst bei der ZFP (ARD/ZDF-Fortbildung, später ARD-ZDF Medienakademie), u. a. mit Stefan Wachtel, wie auch für private Sender (Premiere, SAT.1). Er coachte Moderatoren wie Reinhold Beckmann, Johannes B. Kerner, Oliver Welke und Monica Lierhaus.[6]

Huberty kommentierte in der Zeit von 1960 bis 1982 viele große Sportereignisse als Live-Reporter, darunter das sog. „Jahrhundertspiel“ Deutschland – Italien (17. Juni 1970) in Mexiko-Stadt („Ausgerechnet Schnellinger…“,[3] „Müller…Müller…Müller…Tor!“ und „Wenn Sie jemals ein echtes Müller-Tor gesehen haben, dann jetzt“).[8] Er war Kommentator der Live-Übertragung des WM-Spiels Deutschland gegen Polen am 3. Juli 1974, das wegen starker Regenfälle und eines kaum bespielbaren Rasens als „Wasserschlacht von Frankfurt“ in die Fußballgeschichte einging, sowie des als „Nacht von Belgrad“ bekannt gewordenen EM-Endspiel vom 20. Juni 1976. Außerdem kommentierte er am 23. Juni 1973 das DFB-Pokalfinale zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln, in dem sich Günter Netzer gegen Ende des Spiels selbst einwechselte und das Siegtor schoss.[8]

Ernst Huberty ist in zweiter Ehe verheiratet und lebt in Frechen bei Köln.[3]

Auszeichnungen und EhrungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Sportschau-Legende Huberty wird 90, Laudatio vom 21. Februar 2017 auf spiegel.de
  2. a b c d Mr. Sportschau Ernst Huberty: Immer freundlich, immer informiert, 11freunde.de
  3. a b c Mister Sportschau Ernst Huberty wird 85 In: Der Westen, 21. Februar 2012
  4. Wolfgang Maria Weber/Wolfgang Stemmler, 50 Jahre Deutsches Fernsehen: Ein Rückblick auf die Lieblingssendungen in West und Ost, 1999, S. 56
  5. Der Spiegel 28/1982 vom 12. Juli 1982, Heribert Faßbender
  6. a b c Ernst Huberty mit den Filmrollen auf dem Motorrad In: Rundschau Online, 28. Mai 2011
  7. Notnagel: Ernst Huberty hilft bei "ran" aus, Nachricht vom 17. Oktober 2002 auf spiegel.de
  8. a b Jörg Heinrich: Huberty wird 85! Die schönsten Geschichten, tz, 21. Februar 2012