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Ernst Haase (Neurologe)

Mediziner; Neurologe und Psychotherapeuth

Leben und WerkBearbeiten

 
Berliner Gedenktafel am Haus, Turmstraße 21, in Berlin-Moabit

Ernst Haase wurde 1894 als Sohn des Juristen und späteren Politikers Hugo Haase und dessen Frau Thea Lichtenstein geboren. Hugo Haase war von 1911 bis 1916 einer der beiden Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Von 1917 bis 1919 war Hugo Haase Vorsitzender der von ehemaligen SPD-Reichstagsabgeordneten gegründeten Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) und nach der Novemberrevolution 1918 für zwei Monate Mitglied im Rat der Volksbeauftragten. Am 8. Oktober 1919 wurde Hugo Haase von einem angeblich geistesgestörten Lederarbeiter durch Schüsse schwer verletzt und starb am 7. November 1919 in Berlin an den Folgen des Attentats.

Ernst Haase kam als Assistenzarzt an das Krankenhaus Moabit in Berlin[1] und arbeitete danach als Stationsarzt.[2] Er konzentrierte sich auf die Behandlung von Suchtkranken und die Jugendberatung[3] und ließ sich in Wien auf dem Gebiet psychotherapeutischer Behandlungsmethoden und der Psychoanalyse ausbilden.[1] Ab 1929 arbeitete er als Leiter der Fürsorgestelle für Alkoholkranke und Giftsüchtige beim Gesundheitsamt Tiergarten und von 1930 bis 1932 war er Oberarzt an der neurologischen Abteilung des Krankenhauses Moabit, danach verließ er das Krankenhaus und arbeitete nur noch in der Fürsorgestelle.[3] Die Einrichtung wurde im Frühjahr 1933 geschlossen und Ernst Haase verlor aufgrund seiner jüdischen Abstammung im Rahmen der Machtübernahme der Nationalsozialisten seine Ämter. 1938 wurde ihm die Approbation entzogen und im März des Jahres emigrierte er nach England und 1940 weiter nach Chicago in den Vereinigten Staaten, wo er als Neurologe arbeitete.[3][1]

Eine Gedenktafel im Krankenhaus Moabit erinnert an die jüdischen Ärzte, die hier wirkten, unter ihnen Ernst Haase.[1][3]

WeiteresBearbeiten

Haase gehörte zu den sogenannten Alten Adlern, den 817 Flugpionieren, die schon vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges die Flugzeugführerprüfung bestanden.

Zeitschriftenbeiträge (Auswahl)Bearbeiten

In: Der sozialistische Arzt

  • Arzt und Jugendhelfer. 8. Jg. (1932) Heft 1 (Januar), S. 2–10 Digitalisat

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ernst Haase (Neurologe) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Haase, Ernst auf luise-berlin.de. Abgerufen am 25. März 2014.
  2. Werner Forßmann: Selbstversuch. Erinnerungen eines Chirurgen. Droste Verlag, Düsseldorf 1972; S. 58.
  3. a b c d Jüdische Ärzte im Krankenhaus Moabit. Kurzbiografie auf gedenktafeln-in-berlin.de. Abgerufen am 25. März 2014.