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Georg Jacob Ernst Häußler (auch Ernst Häusler) (* 8. Januar 1761 in Böblingen; † 20. Februar 1837 in Augsburg) war ein deutscher Sänger, Komponist und Musiklehrer.

LebenBearbeiten

Ernst Häußler wurde als Sohn des Korporals Johann Jakob Häußler geboren.

Er erhielt von Dezember 1770 bis Dezember 1781 seine schulische und musikalische Erziehung und Ausbildung an der herzoglich-württembergischen Militärakademie Karlsschule in Stuttgart; seine dortigen Musiklehrer waren Agostino Poli (1739–1819), Antonio Boroni und Eligio Celestino und seine Mitschüler waren Johann Rudolph Zumsteeg (1760–1802), Johann Kauffmann (1759–1834), der spätere Schwiegersohn von Christian Friedrich Daniel Schubart, Johann Philipp Mohl (1757–1817), Johann Daniel von Reitter und Jakob Christian Schlotterbeck.

Von 1777 bis 1786 trat er als Violoncellist in der Stuttgarter Hofkapelle auf. 1785 unternahm er eine Reise und trat an verschiedene Fürstenhöfen sowie in Wien und Berlin auf. In Donaueschingen erhielt er 1789 eine Anstellung als Hofmusiker beim Fürsten Joseph Maria von Fürstenberg und blieb einige Jahre in dieser Anstellung.

1791 ging Ernst Häußler nach Zürich in der Schweiz und trat als Virtuose auf dem Violoncelli und als Koloratursopran auf; dazu war er auch als Gesangslehrer mehrerer Sängerinnen tätig. 1797 kehrte er nach Stuttgart zurück und trat auch dort als Sopransänger wie auch als Violoncellist auf. Im gleichen Jahr ging er nach Wien und trat dort als Cellovirtuose, Komponist und Sänger auf; er kehrte erst vier Jahre später nach Stuttgart zurück. Bemerkenswert war der Umfang seines Gesanges: wenn er fistulierte umfasste seine Stimme vier volle Oktaven, vom tiefen Bass Es bis zum hohen Sopran.

1800 wurde er Lehrer am St.-Anna-Gymnasium in Augsburg, das damals noch unter reichsstädtischer Verfassung stand.

1802 erhielt er von der Kaiserin von Russland, den Auftrag für den Kaiser Alexander eine Friedens-Kantate zu setzen, die vom Professor Gerhard Adam Neuhofer gedichtet wurde, darauf sechs Kanzonetten und sechs deutsche Gedichte im Auftrag der Königin von Schweden, so wie später einen Marsch für ein preußisches Infanterie-Regiment, das den größten Beifall bei einer Armee-Inspektion selbst durch den König Friedrich Wilhelm III. erhielt.

Nach der Übernahme der Reichsstadt Augsburg durch die Königliche bayerische Krone erhielt er 1806 die Stelle die Königlich bayerischen Musikdirektors des evangelischen Chors in Augsburg sowie eine Einladung des Königs Maximilian I. Joseph in die Residenz nach München, um die Stelle des Hofkapellmeisters Franz Danzi zu übernehmen, aus Bescheidenheit lehnte er dieses Angebot jedoch ab. Er hatte nun nicht nur die Leitung der Kirchenmusik in der St. Anna-Kirche in Augsburg, sondern auch die Aufgabe Kompositionen für die Friedensfestmusiken zu schreiben und sonstiger aufzuführender Werke sowie die Ausbildung der in St. Anna tätigen Sänger übernommen. Er führte – wie seit Philipp David Kräuter üblich – auch die Oberaufsicht über die Kirchenmusik an den übrigen protestantischen Kirchen in Augsburg. Darüber hinaus engagierte er sich in beachtlichem Umfang auch für das städtische Musikleben. Regelmäßig trat er bis 1822 im Fuggerschen Konzertsaal (Fuggerhäuser) am Zeugplatz auf, bei denen er als Instrumentalist, Sänger und musikalischer Leiter in Erscheinung trat und vielfach auch eigene Schöpfungen vorstellte. Seit dem Winter 1803/04 leitete er einige Jahre lang eine Abonnement-Konzertreihe im Gasthof „Zur goldenen Traube“. Ebenso war er bei den von Fürstbischof Clemens Wenzeslaus ins Leben gerufenen Hofkonzerten ein gern gesehener Gast.

Ernst Häußler bemühte sich um die Errichtung einer öffentlichen Gesang- und Instrumental-Schule und legte hierzu 1810 bei der königlichen Polizei-Direktion und später dem Magistrat der Stadt Pläne zum Bau vor, allerdings wurden diese Pläne aus finanziellen Gründen nicht ausgeführt.

1811 hatte er Kontakt zu Carl Maria von Weber während dessen Augsburg-Aufenthaltes im März 1811.

Am 6. August 1818 hatte der Fürst Joseph II. in Karlsbad eine Gesellschaft eingeladen, bei der die Gräfin Adelaide Caroline Johanne Gräfin de Bombelles (1792–1857) als Sängerin auftrat. Sie sang das von Ernst Häußler vertonte Gedicht Kennst du das Land, wo die Cytronen blühn von Johann Wolfgang von Goethe derart ergreifend, dass diesem, der zu den geladenen Gästen gehörte, Tränen in den Augen standen.[1]

Anlässlich des Todes des bayerischen Königs Maximilian I. Joseph komponierte er 1825 eine Kantate, 1830 komponierte er zum Konfessionsfest am 25. Juni sowie zu einem Gymnasialfest 1831 eigene Werke.

Nach seinem Tod folgte ihm Karl Ludwig Drobisch als Musikdirektor nach.

WirkenBearbeiten

Als Komponist hinterließ Ernst Häußler neben geistlicher Musik (Kantaten, Passionsmusiken, Kirchengesänge), die er von Amts wegen zu komponieren hatte, einen beachtlichen Werkbestand an weltlichen Gesängen, vor allem Klavierlieder, die vielfach im Druck erschienen (Anton Böhm, Johann Carl Gombart), aber auch Arien mit Orchesterbegleitung und die Oper Partenope. Er vertonte auch zahlreiche Gedichte von Zeitgenossen, die er als Klavierlieder veröffentlichte, darunter auch das von Johann Wolfgang von Goethe verfasste Kennst du das Land, wo die Cytronen blühn aus Wilhelm Meisters Lehrjahre.

WerkeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Ernst Häußler in Neuer Nekrolog der Deutschen, 15. Jahrgang, 1837, 1. Teil, S. 265–266. Weimar 1839.
  • Ernst Häußler in Deutsche Biographische Enzyklopädie, 2. Ausgabe (Hrsg. Rudolf Vierhaus), Band 4 Görres–Hittorp, S. 341. München 2006.
  • Ernst Häußler in Encyclopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften oder Universallexikon der Tonkunst, Band 7, S. 194 f. Hrsg. Dr. Gustav Schilling. Stuttgart, Verlag von Franz Heinrich Köhler 1842.
  • Ernst Häußler in Teutsches Künstlerlexikon oder Verzeichniss der jetztlebenden teutschen Künstler, Band 1, S. 340 f. Lemgo 1808

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jochen Golz, Wolfgang Albrecht, Edith Zehm, Andreas Döhler, Sebastian Mangold: Johann Wolfgang Goethe: Tagebücher: Band VI,2 Kommentar (1817–1818). S. 798. Springer-Verlag, 2016, ISBN 978-3-476-00488-8 (google.de [abgerufen am 5. September 2018]).