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Erlte ist eine von dreizehn Bauerschaften in der Gemeinde Visbek im Landkreis Vechta in Niedersachsen, und liegt im Landstrich Oldenburger Münsterland.

Erlte
Gemeinde Visbek
Koordinaten: 52° 49′ 55″ N, 8° 17′ 8″ O
Höhe: 54 (50–55) m
Einwohner: 380 (24. Aug. 2018)
Postleitzahl: 49429
Vorwahl: 04445
Blick vom Erlter Esch auf Visbek

Größe und LageBearbeiten

Das Dorf Erlte liegt etwa zwei Kilometer südwestlich des Visbeker Ortskerns und erstreckt sich hauptsächlich nördlich der sie durchschneidenden Landesstraße L 873 nach Schneiderkrug. Ein Teil der Bauerschaft liegt südlich dieser Straße. Erlte ist eine sogenannte Streusiedlung mit unterschiedlich weit auseinanderliegenden Häusern und Bauernhöfen auf einer Fläche von 782 Hektar. Der Ort hat derzeit unter 100 Haushaltungen bei einer Bevölkerung von etwa 380 Einwohnern (Stand: 2018). Eine Schule gibt es im Ort seit 1949. Sie wurde anfangs als zweiklassige Grund- und Hauptschule (Volksschule) geführt, und schließlich 1977 mit der Schule der benachbarten Bauerschaft Hagstedt zu einer Grundschule vereinigt. Als topographische Besonderheit durchschneidet die Weser-Ems-Wasserscheide den südlichen Teil der Bauerschaft, etwa von der Landesstraße L 873 in Höhe Abzweig Meyerhöfen Richtung Südost bis zum Wohnplatz Feldhaus Fels, und von dort Richtung Ostnordost über die Flur Hundenschlatt und entlang der Kreisstraße K 334 (Visbeker Damm) bis zur östlich des Visbeker Damms gelegenen Flur Fahrenfeldskämpe.

GeschichteBearbeiten

Die ältesten urkundlichen Erwähnungen (Erelithe, Erelte, Erlete) datieren aus dem 9. Jahrhundert. Ab 780 n. Chr. war die von Karl dem Großen eingeleitete Sachsenmissionierung erfolgt, deren regionaler Ausgangspunkt das damals in Visbek gegründete Kloster cellula fiscbechi war. Eine erste detaillierte amtliche Kartierung der Höfe und Flurstücke des Ortes erfolgte in napoleonischer Zeit (1808).

WirtschaftBearbeiten

 
Das Erlter Wappen – mit Erlenzweig ("Erelithe") und Schneiderschere

Der Ort ist landwirtschaftlich geprägt. Die meisten Betriebe haben sich in den vergangenen Jahrzehnten spezialisiert. Es wird überwiegend Schweinehaltung betrieben, aber auch Rindviehhaltung und Mastgeflügelhaltung sind vorhanden. Im Land- und Obstbau nehmen die ausgedehnten Erdbeerfelder einen wichtigen Platz ein. Bei den Handwerksbetrieben bildet das Bauhandwerk einen Schwerpunkt. Darüber hinaus gibt es im Ort einen Gasthof mit Saal- und Hotelbetrieb und angeschlossenen Ferienwohnungen. Die einstmals vielen, ab 1842 gegründeten Schneiderwerkstätten, auf welche die Schere im Ortswappen verweist und die dem Dorf den Namen Schneiderstadt eintrugen, haben ihren Betrieb schon lange aufgegeben.

Leben im DorfBearbeiten

Erlte verfügt über eine lebendige Dorfgemeinschaft. Getragen wird sie von etlichen Vereinen und Gruppierungen, vor allem vom Schützen- und vom Fußballverein. Aktiv gepflegt werden viele herkömmliche ländliche Bräuche: das Osterfeuer, das Pfingstbaumsetzen, der Feldbegang, das Erntedankfest. Treffpunkt für Kommunikation und Austausch ist meistens die zentral gelegene und einzige Gaststätte des Ortes. Eine Versorgungsquelle für den Bedarf des täglichen Lebens fehlt seit der Schließung des einzigen Lebensmittelgeschäfts (1986) und wird sehr vermisst.

Im Jahre 1975 nahm der Ort am Bundeswettbewerb Unser Dorf soll schöner werden teil, erhielt eine Goldmedaille und präsentiert sich seither als gepflegtes Golddorf mit einem sorgfältig gestalteten Ortsbild, auf das die Dorfbewohner stolz sind. Nicht zuletzt der immer weiter fortgeführten Verschönerungsaktionen wegen ist Erlte heute ein attraktiver Wohnort in reizvoller ländlicher Umgebung.

Verwaltung der BauerschaftBearbeiten

Erlter Bezirksvorsteher ist Georg Deeke (Stand 11. Februar 2014).[1]

LiteraturBearbeiten

  • Franz Hellbernd, Heinz Möller: OLDENBURG. Ein heimatkundliches Nachschlagewerk. Vechtaer Druckerei, Vechta 1965.
  • Verband Bildung und Erziehung: OLDENBURG. Ein heimatkundliches Nachschlagewerk. Schmücker, Löningen 1999. ISBN 3-9806575-1-5
  • Dorfgemeinschaft Erlte: Unser schönes Dorf Erlte. Vechtaer Druckerei, Vechta 2001.
  • Reinhard Schilmöller: Meine Familie: Schil(l)möller in Erlte. Eigenverlag des Autors, Münster, 2. Auflage 2008.
  • Reinhard Schilmöller: "Schloss am Teich". Eine Kindheit auf dem Lande in der Nachkriegszeit. Isensee-Verlag, Oldenburg 2013. ISBN 978-3-89995-965-9

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gemeinde Visbek, Verwaltung & Politik, Bezirksvorsteher (Memento des Originals vom 3. Dezember 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.visbek.de