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Erinnerungskultur

Umgang des Einzelnen und der Gesellschaft mit ihrer Vergangenheit und ihrer Geschichte
Erinnerung an den Völkermord an den Armeniern mit der „Ewigen Flamme“ am Erinnerungsort Zizernakaberd in Jerewan

Erinnerungskultur bezeichnet den Umgang des Einzelnen und der Gesellschaft mit ihrer Vergangenheit und ihrer Geschichte. Erinnerungskulturen sind die historisch und kulturell variablen Ausprägungen von kollektivem Gedächtnis.[1] Der Artikel befasst sich hauptsächlich mit der Erinnerungskultur in Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

BegriffBearbeiten

Die Erinnerungskultur zählt zu den Leitbegriffen der Kulturwissenschaft. Hans Günter Hockerts sieht Erinnerungskultur als lockeren Sammelbegriff „für die Gesamtheit des nicht spezifisch wissenschaftlichen Gebrauchs der Geschichte in der Öffentlichkeit“.[2]

Christoph Cornelißen bezieht den wissenschaftlichen Bereich mit ein und versteht Erinnerungskultur „als einen formalen Oberbegriff für alle denkbaren Formen der bewussten Erinnerung an historische Ereignisse, Persönlichkeiten und Prozesse, seien sie ästhetischer, politischer oder kognitiver Natur“. Sie vollziehe sich in allen Formen des kollektiven Gedächtnisses, im geschichtswissenschaftlichen Diskurs, aber auch in privaten Erinnerungen. Träger der Erinnerungskultur können Individuen, soziale Gruppen sowie Staat und Nation sein. Alle Formen der Aneignung der erinnerten Vergangenheit (Texte, Bilder, Denkmäler, Bauten, Feste, Rituale etc.) seien gleichberechtigte Bestandteile der Erinnerungskultur. Der Begriff sei synonym mit Geschichtskultur, …. …. den funktionalen Gebrauch der Vergangenheit für gegenwärtige Zwecke.[3]

Nach Jan Assmann wird mit der Erinnerungskultur an die eigene soziale Gruppe die Frage: Was dürfen wir nicht vergessen? gestellt und beantwortet; insofern wirke Erinnerungskultur gemeinschaftsstiftend.[4] Erinnerungskultur ist nur möglich, wo die Vergangenheit durch Zeugnisse irgendwelcher Art präsent sei und wo diese eine charakteristische Differenz zur Gegenwart aufweise. „Erinnerungskultur“ ist nicht gleichbedeutend mit dem ähnlichen Begriff der „Tradition“, da dieser den Bruch zwischen Vergangenheit und Gegenwart verschleiere und die Kontinuität in den Vordergrund rücke.[5]

Aleida Assmann sieht den Begriff Erinnerungskultur „inflationär ausgebreitet mit sehr verschiedenen Bedeutungen. Sie sieht drei Bedeutungen des Begriffs „Erinnerungskultur“, die erste als Sammelbegriff für die „Pluralisierung und Intensivierung der Zugänge zur Vergangenheit“ auf dem Hintergrund, dass die Erinnerungsarbeit zunehmend den Bereich des akademischen Spezialistentums überschritten hat. Die zweite Bedeutung sei „die Aneignung der Vergangenheit durch eine Gruppe“ mit identitätsstiftender Wirkung, die damit ihre Werte bestätigen kann. Zum dritten sieht sie „die ethische Erinnerungskultur“ als kritische Auseinandersetzung mit Staats- und Gesellschaftsverbrechen, wobei besonders die Opferperspektive zum Tragen kommt. [6]

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Im strengen Sinne bezeichnet Erinnerungskultur die Gesamtheit der Verhaltenskonfigurationen und sozial zugelassener oder erworbener Umgangsformen einer Gesellschaft oder Gruppe, um Teile der Vergangenheit im Bewusstsein zu halten und gezielt zu vergegenwärtigen. Im Zentrum stehen dabei in erster Linie die kollektiven wie subjektiven Wahrnehmungen historischer Zusammenhänge aus einer aktuellen Perspektive, weniger die Darstellung historisch-objektiven Wissens. Es kann zwischen einer privaten und einer öffentlichen Erinnerungskultur sowie deren jeweiligen regelmäßigen und ereignisbasierten Elementen unterschieden werden. Markant für eine Kultur des Erinnerns ist, dass kollektive Wahrnehmungen die subjektiven Wahrnehmungen prägen. Einfluss auf die Erinnerungskultur haben gesellschaftliche Auseinandersetzungen, Verhältnisse und Probleme.

Durch eine ausgeprägte Erinnerungskultur werden die nicht so herausgestellten Elemente jedoch dem Vergessen preisgegeben.[7]

Ausdruck und FormenBearbeiten

 
Hermannsdenkmal (1875): Traditionelle Erinnerungskultur mit verklärendem und teilweise verfälschendem Duktus

Beispiele für eine private bzw. subjektive Ausformungen der Erinnerungskultur sind Familienalben, Ahnenforschung oder verschiedene Jubiläen mit persönlichem bzw. auch familiärem Bezug. Bei bestehendem öffentlichem Interesse können Werke der Erinnerungskultur amtlich zu Kulturgut oder auch zum Kulturdenkmal ernannt werden.

Die älteste und verbreitetste Form der Erinnerungskultur besteht in der Anlage von Grabmälern und Friedhöfen mit der Weiterentwicklung zu Mausoleen. Extreme Ausprägungen sind monumentale Grabstätten wie die Pyramiden von Gizeh oder die auf manche Menschen bizarr wirkende öffentliche Leichenpräsentation wie z. B. im Lenin-Mausoleum in Moskau.

Beispiele für eine private bzw. subjektive Ausformungen der Erinnerungskultur sind Familienalben, Ahnenforschung oder verschiedene Jubiläen mit persönlichem bzw. auch familiärem Bezug. Bei bestehendem öffentlichem Interesse können Werke der Erinnerungskultur amtlich zu Kulturgut oder auch zum Kulturdenkmal ernannt werden.

Zur Erinnerungskultur bestimmt sind Archive, deren Material durch die Geschichtswissenschaft erschlossen werden kann. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Aufarbeitung schlägt sich in Schriften diverser Art wie wissenschaftlichen Monografien, Beiträgen in Fachzeitschriften oder Festschriften nieder.

Eine große Rolle spielen auch die öffentliche Dokumentation und die mediale Darstellung. Dieser Zweckbestimmung dienen insbesondere die Museen in öffentlicher, kirchlicher und privater Trägerschaft. Neben den dauerhaften Präsentationen kann eine große Öffentlichkeit mit Sonderausstellungen erreicht werden, die nicht nur in Museen präsentiert werden; großes Medienecho fand beispielsweise die Preußenausstellung im Jahre 1981. Die Wehrmachtsausstellung aus den 1990er Jahren zeigte exemplarisch, dass Ausstellungen nicht nur der Erinnerungskultur dienen, sondern auch bei kontroversen Themen die Meinungsbildung initiieren können.

Demonstrative öffentliche Erinnerungskultur dokumentiert sich in Denkmälern für Personen und historische Ereignisse. Ein in Europa verbreiteter Typ stellt das Kriegerdenkmal dar. Bei der Erinnerung an negativ konnotierte Ereignisse spricht man von Mahnmal. Einen eigenen Typ bilden die Nationaldenkmäler, die vorwiegend im 19. Jahrhundert entstanden.

Denkmäler für Personen werden fast ausschließlich erst nach dem Tod der jeweiligen Person errichtet. Ausnahmen von dieser Regel dienen vor allem der politischen Instrumentalisierung der Objekte. So wurden fast alle Denkmäler für Kaiser Wilhelm I. nach dessen Tod errichtet, während von den zahlreichen Bismarckdenkmälern viele schon zu Lebzeiten des Reichskanzlers entstanden. Die personenbezogenen Denkmäler stellen oft die Person selbst dar, es können aber auch andere Objekte mit dem Namen der Person erinnernd verknüpft werde, wie zum Beispiel ein Bismarckturm oder ein Goethestein.

Erinnerungskultur vollzieht sich mit identitätsstiftendem oder –erhaltendem Charakter auch in öffentlichen Veranstaltungen, zum Beispiel bei der Gestaltung nationaler Gedenktage mit oft ritualisierten Formen wie zum Beispiel Militärparaden oder Kranzniederlegungen. Durch die Vergabe von Preisen nicht nur historischen Charakters kann ebenfalls ein Beitrag zur Erinnerungskultur erbracht werden, wie zum Beispiel die Verleihung des Friedenspreises der Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche oder des Internationalen Karlspreises im historischen Aachener Rathaus. Im Bereich der wissenschaftlichen Erinnerungskultur angesiedelt sind Lehrstuhlwidmungen wie der Romano-Guardini-Lehrstuhl oder Vorlesungen, die an berühmte Personen erinnern wie etwa die Gauß-Vorlesung der Deutschen Mathematiker-Vereinigung.

Bis ins Alltagsleben hinein wirken Namensgebungen öffentlicher Verkehrsflächen (etwa eine „Straße des 17. Juni“) und Gebäude. Beliebte Medien der Erinnerungskultur sind auch Briefmarken und Münzen. Die personenbezogenen Abbildungen auf diesen werden meist, ausgenommen bei regierenden Herrscherpersönlichkeiten, erst nach dem Tode der jeweiligen Person realisiert; der gleiche Grundsatz wird auch bei Straßenbenennungen meist eingehalten.

Erinnerungsaktivitäten sind nicht an den Ort des historischen Ereignisses gebunden (Gedenkveranstaltungen im Deutschen Bundestag). Dennoch kommt dem Ort, wenn er bekannt und zugänglich ist, in der Regel eine besondere Bedeutung für die Errichtung von Gedenkstätten oder die praktizierte Erinnerungskultur zu (Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, Holocaust-Gedenkstätten. Die Unklarheit über den Ort eines Ereignisses kann nicht nur die Forschung darüber anregen (zum Beispiel Theorien über den Ort der Varusschlacht), sondern auch die Berechtigung örtlicher Erinnerungsstätten in Frage stellen (zum Beispiel Museum Kalkriese).

Erinnerungskultur kann auch durch szenisches oder funktionales Handeln hergestellt werden; Beispiele für ersteres sind Reenactment-Events, für letzteres der museale Betrieb historischer Verkehrsmittel.

Daneben spielen auch Gedenkstätten, Gedenktage, Verdienst-, Ehren- und Versehrtenorden sowie Mahn- und Denkmale eine größere Rolle. Ihnen kommt als Ausdruck „gedenkstaatlicher“ Regulation kollektiver Erinnerung nicht nur kultureller, sondern auch vergangenheitspolitischer und folglich ideologischer Wert zu. Als Ausdruck offiziellen Bemühens um wenn nicht verbindliche, so doch staatsgesellschaftlich normativierte (also politisch-repräsentativ gewünschte) Herkunfts-, Ereignis- und Folgendeutung kommunizieren die Formen der „Gedenkstaatlichkeit“ kollektiv opportune Interpretationsmuster. So bedienen praktizierte politisch-moralische Bekenntnisse, öffentliche Inszenierungen und politische Monumente häufig zeit-, kultur- und regimegebundene Werte und sind folglich Bestandteile repräsentativer Symbolpolitik konkreter Gesellschaftsordnungen.[8]

Die Rolle des StaatesBearbeiten

Die Funktion des Staates im Rahmen der Erinnerungskultur besteht in ihrer ideellen und finanziellen Förderung. Weiterhin treten öffentliche Körperschaften als Träger von Institutionen wie Archiven, Museen oder historischen Gebäuden in Erscheinung. Beispiele dafür sind das Bundesarchiv, das Preußenmuseum des Landes Nordrhein-Westfalen oder die Verwaltung der staatlichen Schlösser des Landes Bayern. Nicht selten wird das Kulturgut zur Bewahrung und Erschließung in Stiftungen eingebracht wie zum Beispiel der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Staatsaufgabe ist auch die Schaffung des rechtlichen Gestaltungsrahmens, zum Beispiel durch Gesetze zum Denkmalschutz. Einen Extremfall in demokratisch verfassten Staaten stellt die rechtliche Grenzsetzung für inhaltliche Aussagen im Fall der Holocaustleugnung dar, wenn sie wie in Deutschland als Strafdelikt definiert ist. Ein aktiver staatlicher Eingriff in die Erinnerungskultur liegt auch vor, wenn Gebäude beseitigt werden, die als mögliche Erinnerungsorte geeignet wären, wie zum Beispiel der Garnisonskirche in Potsdam oder der Reichskanzlei in Berlin in der Nachkriegszeit.

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Fragen der öffentlichen Erinnerung und Geschichtswahrnehmung sind eng mit Fragen der Legitimation von Machtansprüchen und einer nationalen Identitätsstiftung verbunden. Dies kann zu einer staatlichen Ritualisierung der Erinnerungskultur führen und berührt auch eine Reihe von gesellschaftlichen Tabus. Diese Politisierung der Erinnerungskultur wird insbesondere sichtbar bei Regimewechseln, bei denen die bisherige Deutung mancher historischen Ereignisse durch die neue Macht verändert wird. Ein sichtbares Beispiel kann dann der Umgang mit Denkmalen sein, die an Helden des voriges Regimes erinnern, die aber nach dem Regimewechsel nicht mehr dasselbe Ansehen genießen. Hieran ist das Gelingen oder Versagen einer Geschichtsaufarbeitung geknüpft.

Besonders deutlich wird dies, wenn erhaltenen Staatsmonumenten früherer politischer Regimes Gegendenkmale, Ergänzungstafeln oder Ersatzfunktionen beigegeben werden, oder wenn alte Formsprachen und geschichtliche Bauten durch neue Symbolsprachen und absetzende Verwendungen umgestaltet werden, etwa wenn frühere monarchische Schlösser heute als Parlaments-, Bibliotheks- oder Universitätshauptgebäude dienen. Durch solche demonstrativen Umwidmungen wird eine Relativierung oder Distanzierung von vordem für erinnerungs- oder gar verehrungswürdig befundenen Geschehnissen, überholten politischen Ordnungen oder gesellschaftlichen Bräuchen und Sitten angestrebt.[8]

Multiperspektivität der ErinnerungskulturBearbeiten

 
Spanischer Bürgerkrieg: Franquistisches Staatsmonument im Tal der Gefallenen
 
Picassos Sicht des spanischen Bürgerkriegs: Guernica
 
Denkmal für ermordete Sinti und Roma im Großen Tiergarten in Berlin (Detail: Brunnenmitte mit Stein und frischer Blume auf Dreieck, das an den KZ-Winkel erinnert)

In Deutschland, Österreich und vielen anderen Ländern ist Erinnerungskultur im Wesentlichen ein Synonym für die Erinnerung an den Holocaust und die Opfer der Zeit des Nationalsozialismus. Bernd Ziesemer schrieb 2012:[9]

„Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 rückte der 20. Juli 1944 schnell in den Mittelpunkt der politischen Auseinandersetzung über den Zweiten Weltkrieg und die nationalsozialistische Herrschaft. Der Historiker Norbert Frei spricht von einem 'Erinnerungskampf', der die frühen fünfziger Jahre in hohem Maße prägte.“

Norbert Frei[10]

In der DDR gab es eine andere Erinnerungskultur als in Westdeutschland. Wiedervereinigung und Umzug des Regierungssitzes nach Berlin waren Anlässe zum Nachdenken und zu Diskussionen über Formen des Erinnerns.[11]

Die Nutzungsgeschichte des Baukomplexes Prora auf Rügen ist ein Beispiel unvollständiger Erinnerungskultur. Geplant als KdF-Seebad während der NS-Zeit, aber nie vollendet, gehörte er als Kaserne zu den größten und berüchtigtsten Militärstandorten in der DDR mit systemstabilisierender Funktion. Im Gegensatz zu der ursprünglichen Funktion der NS-Zeit wird die Nachkriegsgeschichte erst seit einigen Jahren zum Gegenstand der Erinnerungskultur.[12][13][14]

In einem multiethnischen Kontext können durch die Vielfalt der Erinnerungen verschiedene Erinnerungskulturen zu bestimmten historischen Ereignissen entstehen, zum Beispiel in Ländern wie der Ukraine, wo die Bevölkerungszusammensetzung sich im Zweiten Weltkrieg drastisch verändert hat. In einer Stadt wie Czernowitz, die durch den Holocaust einen erheblichen Teil der jüdischen Bevölkerung verloren hat, bleiben noch Spuren dieser Kultur greifbar, die als Ansatz einer Erinnerungskultur dienen können.[15]

Gleiche historische Ereignisse kontroversen Charakters ziehen bei den beteiligten Parteien zu jeweils eigene Formen der Erinnerungskultur nach sich; ein Beispiel sind die Erinnerungsorte des spanischen Bürgerkriegs. Der politische Charakter der Erinnerungskultur wird insbesondere sichtbar bei Regimewechseln, bei denen die bisherige Deutung mancher historischen Ereignisse durch die neue Macht verändert wird. Ein sichtbares Beispiel kann dann der Umgang mit Denkmalen sein, die an Helden des voriges Regimes erinnern, die aber nach dem Regimewechsel nicht mehr dasselbe Ansehen genießen.

Die Erinnerungskultur an Völkermorde hat in vielen Ländern ein erhebliches Konfliktpotenzial, insbesondere wenn dies auch heute noch benachteiligte Minderheiten betrifft. Beispiele hierfür sind der Aufstand der Herero und Nama in Namibia, der Völkermord an den Armeniern in Armenien und der Türkei und der Völkermord in Ruanda. Auch andere Formen der Gewalt wie die Apartheid in Südafrika, die Terrorherrschaft der Roten Khmer in Kambodscha, die Taten Stalins in der Sowjetunion bzw. Maos in China oder die Kriegsverbrechen der japanischen Armee in Ostasien während des Zweiten Japanisch-Chinesischen Kriegs sind heute noch in großen Teilen unzureichend aufgearbeitet.

An den Völkermord Porajmos an der europäischen Roma-Bevölkerung im Nationalsozialismus erinnern Geschichtsmuseen und Gedenkstätten in Polen, Tschechien, Ungarn und Deutschland. Deutsche Gedächtnisstätten sind das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas und das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma.

Konservierung, Restaurierung und RekonstruktionBearbeiten

Die Konservierung, Restaurierung und Rekonstruktion von historischen Objekten stellt eine wichtige materielle Voraussetzung für die Gewährleistung der Erinnerungskultur dar. Beispiele zur Sicherung der Erinnerungskultur sind die Konservierung von Schriftstücken wegen der Gefahr des Zerfalls des Beschreibmaterials oder der Nichtentzifferbarkeit, aber auch die technische Lesbarkeit digital archivierter Texte, die Rekonstruktion durch Entzifferung eines Palimpsestes, die Aufdecken des Entstehungsprozesses von Bau- und Kunstwerken, aber auch die Rekonstruktion ihres hypothetischen Originalzustandes wie bei der Restaurierung der Sixtinischen Kapelle.

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Bild aus der Zeit des Wiederaufbaus der Dresdner Frauenkirche (Mai 2003), die alten schwarzen Gebäudeteile sind deutlich erkennbar
 
Teilansicht des Gebäudeensembles der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, 2004

Über die Durchführung der Rekonstruktion von Gebäuden stehen divergierende Haltungen neben- und gegeneinander. Zum einen kann eine strikte Konservierung eines vorgefundenen Zustandes versucht werden. Ein Beispiel dafür ist die Beibehaltung des Trümmerhaufens nach einem Bombenangriff, wie bei der Ruine der Dresdner Frauenkirche zur Zeit der DDR. Zum anderen kann das Überlieferte in ein neues Gesamtbauwerk integriert werden, wie etwa bei der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin von Egon Eiermann oder der Pinakothek in München von Hans Döllgast. Mitunter ist eine besondere Art der Rekonstruktion in Form der Anastylose möglich, bei der die genaue Position vieler noch vorhandener Steine berechnet und diese alten Teile in den neuen Bau entsprechend eingefügt werden, wie es beim Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche ab 1991 geschah.

Neben Restaurierungen und Rekonstruktionen im Sinne Eugène Viollet-le-Ducs, bei denen ein ursprünglich gedachter, vollkommener Zustand hergestellt werden soll, wie zum Beispiel in der wilhelminischen Epoche das römische Kastell Saalburg, werden auch zerstörte historische Straßenzüge wie zum Beispiel in den Altstädten von Warschau und Danzig und ähnlich am Frankfurter Römerberg rekonstruiert, wobei die von außen sichtbare Bausubstanz den historischen Eindruck wiedergibt, das Innere jedoch neuzeitlich gestaltet ist. Die Warschauer Rekonstruktion wurde zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt,

Eine besondere Art von Rekonstruktion liegt vor, wenn ein neues Gebäude am Ort eines vorherigen alten errichtet wird, dem architektonische Elemente eingefügt werden, die dem alten Gebäude entsprechen, wie beim Bau des Humboldt Forums am Ort des zerstörten Berliner Schlosses, um den früheren städtebaulichen Zustand nachzuempfinden. Eine weitere Besonderheit dieser Maßnahme liegt darin, dass der Neubau den zwischenzeitlich entstandenen Palast der Republik ersetzt, der seinerseits selbst eine eigene Geschichtsepoche repräsentierte.

Zur aktuellen DiskussionBearbeiten

In der Veranstaltung „Memorial Mania“ wurde 2011 über angemessene Zeitpunkte für die Errichtung von Denkmälern und die Gefahr einer Instrumentalisierung von Denkmälern für soziale Durchsetzungskämpfe gesprochen.[16] Der amerikanische Denkmalexperte James Young, der den Begriff Counter-Memorial (Gegen-Denkmal) prägte, um die im Blick auf den Holocaust entstandene Denkmalästhetik zu charakterisieren, stellte das New Yorker Mahnmal an Ground Zero in diese Denkmaltradition.

Erinnerungskultur zum HolocaustBearbeiten

Eine besondere Bedeutung kommt im deutschsprachigen Raum der Erinnerungskultur an den Holocaust zu wegen seines Umfangs, seiner Einzigartigkeit und seiner ethischen Dimension. Wichtige Erinnerungsorte an den Holocaust sind die Gedenkstätten auf den Geländen ehemaliger Konzentrationslager. Den dezentralen Gegenpol bilden die in vielen deutschen Orten verlegten Stolpersteine, die an verschleppte und ermordete Personen an ihren früheren Wohnorten namentlich erinnern.

Den Charakter eines zentralen Mahnmals hat das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin-Mitte, mit dessen Errichtung in den 1990er Jahren zahlreiche Kontroversen verbunden waren, die den Ort der Gedenkstätte betrafen, die künstlerische Ausführung, die Finanzierung, aber auch die Frage, welchen Opfergruppen durch das Denkmal gedacht werden soll.

Art und Umfang des Erinnerns an den Holocaust waren öfter Gegenstand heftiger, auch emotional geführter Kontroversen, wie zum Beispiel die Rede zum 50. Jahrestag der Reichspogromnacht des Bundestagspräsidenten Philipp Jenninger am 9. November 1988 und der im Jahre 1986 begonnene sogenannte Historikerstreit. Dieser wurde zwar überwiegend von Fachwissenschaftlern geführt, die sich in zwei Lagern unvermittelbar gegenüber standen, bediente sich aber nicht der üblichen Medien des wissenschaftlichen Diskurses, sondern wurde weitgehend durch Artikel und Leserbriefe in großen Tages- und Wochenzeitungen vor einer großen Öffentlichkeit ausgetragen, wodurch der Streit eine außergewöhnliche mediale Beachtung erhielt.[17] Dieser Streit, der die Singularität des Holocausts beziehungsweise seine mögliche kausale Verknüpfung mit dem stalinistischen Terror zum Gegenstand hatte, blieb ergebnislos und lieferte „keinen Erkenntnisgewinn über die Funktionsweise des nationalsozialistischen Terrors“. Historiker beider Lager stritten um die „Deutungshoheit der deutschen Identität nach dem Nationalsozialismus“ und instrumentalisierten insoweit Auschwitz für ihre jeweilige Position.[18]

Diskussion um das zentrale Holocaust-MahnmalBearbeiten

Nach Jan-Holger Kirsch spielte beim Streit um das Berliner „Holocaust-Mahnmal“ eine Erinnerungskultur, eine historische Trauer nur eine nachgeordnete Rolle; seine eigentliche Bedeutung besteht in einer „Neudefinition ‚nationaler Identität’ im vereinten Deutschland“.[19] Das Mahnmal gilt als prominentes Exponat der „Berliner Republik“, in der Bekenntnisse zur Nation und Bekenntnisse zur historischen Schuld nicht mehr als Widerspruch empfunden werden.[20] Der Holocaust wird dabei in den Dienst einer Identitätspolitik genommen, bei der insbesondere die Juden trotz ostentativer Vereinnahmung erneut ausgeschlossen werden.[21]

Eine wichtige Rolle hatte zudem der Mitte der 1990er ausgetragene Konflikt zwischen dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland Ignatz Bubis und Bundeskanzler Helmut Kohl um die Ausgestaltung der Neuen Wache in Berlin. Diese wurde von ersterem unter der Bedingung akzeptiert, ein zentrales Holocaustmahnmal zu bauen, aber dafür dort keine anderen Opfergruppen wie z. B. Sinti und Roma zuzulassen.[22][23]

Kritik an der Holocaust-ErinnerungskulturBearbeiten

Authentizitätsverlust durch SakralisierungBearbeiten

Der Historiker K. Erik Franzen meint zum ehemaligen KZ Dachau, die Topographie des Geländes habe durch die Errichtung verschiedener sakraler Gedenkorte mit der Leitidee christlicher Versöhnung eine stark religiöse Ausrichtung erhalten. "Der 'authentische' Ort löste sich im Zuge des Umgangs mit der Vergangenheit nahezu auf - falls es authentische Orte überhaupt gibt."[24]

Hans Günter Hockerts fordert, die rituelle Zeremonie des Gedenkens in Dachau von der differenzierten geschichtlichen Erforschung der Geschichte zu trennen.[25]

Suggestive MusealisierungBearbeiten

Die Literaturwissenschaftlerin und Holocaustüberlebende Ruth Klüger bestritt in ihrer Autobiografie am Beispiel des KZ Dachaus die Eignung von Erinnerungsstätten als Lernorte und Museen. Dachau sei so sauber und ordentlich, es wirke geradezu einladend, indem es eher an ein Ferienlager erinnere als an gefoltertes Leben.[26] In einem Gespräch über die zunehmende Memorialisierung der Erinnerung äußerte sie „Pathos und Kitsch“ würden den Blick auf die Realität verstellen und auch den Opfern nicht gerecht werden.[27] Aleida Assmann kommentiert, für Klüger seien die „musealisierten Erinnerungsorte“ zu „Deckerinnerungen“ geworden.[28]

Ritualisierende SpracheBearbeiten

Sigrid Jacobeit[29] sieht das Problem, dass durch die Sprache des Gedenkens das zu Erinnernde aus dem Kontext der Vergangenheit herausgenommen und in einen neuen, evtl. politisch motivierten gestellt wird:

„Sprache des Gedenkens ritualisiert, sie selektiert, variiert, vereinheitlicht und tendiert dazu, eindeutige, der jeweiligen Gesellschaft entsprechende Geschichtsbilder zu transportieren. Die Vergangenheit wird entkontextualisiert, damit von den politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Konzepten entkoppelt, und es wird gar der Versuch unternommen, „die Vergangenheit zu bewältigen und für alle Zeiten unschädlich zu machen“. „Nie wieder !“ – steht hierfür als mahnend-trügerische Losung.[30]

SchablonenBearbeiten

Der Fall einer in der Öffentlichkeit zunächst gefeierten Holocaust-Beschreibung von Binjamin Wilkomirski, die später als erfundene „Autobiographie“ erkannt wurde, führte Aleida Assmann zu der Aussage, dass die Kultur der Erinnerung teilweise zur „Schablone“ werde, wobei das Passförmige als das Authentische gelte und das Nichtpassförmige abgestoßen werde.[31][32]

Quasireligiöse RitualisierungBearbeiten

Florian Wenninger sieht die problematischen Aspekte der etablierten Gedenkkultur in der quasireligiösen Ritualisierung des Gedenkens, in der Erzielung eines Konsenses durch radikale Entkontextualisierung, in der Befriedigung von „latentem Voyeurismus und [dem] Bedürfnis nach moralischer Selbstaufwertung“ sowie in den zu allgemein und daher beliebig formulierten Lehren, die aus der Geschichte abgeleitet werden. Wenninger sieht es als unzulässige Verkürzung, „die Wirkungsweise totalitärer Regime … auf eine Ebene persönlichen Mutes herunterzubrechen“, indem die Forderung nach „Zivilcourage“ des Einzelnen gestellt wird; dies diene nicht der Klärung der Vergangenheit, sondern der „moralischen Adelung der Gegenwart“. Sein Fazit lautet mit Adorno: „Die Wiederkehr oder Nichtwiederkehr des Faschismus [ist] im entscheidenden keine psychologische, sondern eine gesellschaftliche Frage.“ [33]

Mangelnde Orientierung für die GegenwartBearbeiten

Im Rahmen eines Gutachtens zur Weiterentwicklung der Erinnerungskultur, das die nordrhein-westfälische Landesregierung 2008 in Auftrag gab, untersuchte Harald Welzer vom Kulturwissenschaftlichen Institut Essen die Wirksamkeit der Erinnerungs- und Gedenkkultur von Holocaust-Gedenkstätten. Welzer konstatiert zwar die verbreitete, in empirischen Untersuchungen festgestellte Bereitschaft Jugendlicher, sich mit den Themen der NS-Zeit auseinanderzusetzen, sieht es aber aus sozialpsychologischer Sicht als kontraproduktiv an, die „Vermittlung historischen Wissens mit einer moralischen Gebrauchsanweisung zu versehen“. Er wendet sich gegen das ebenfalls kontraproduktive „Pathos erinnerungskultureller Redeformeln“: Wenn sie wirksam werden soll, müsse die Erinnerungskultur „nicht mehr das monumentalisierte Grauen der Vernichtungslager ins Zentrum stellen, sondern das unspektakulärere, alltäglichere Bild einer Gesellschaft, die zunehmend verbrecherisch wird“. Als Lösung schlägt er vor, Gegenwartsbezüge zu thematisieren und in „bürgerlichen Lernorten neuen Typs“ Handlungsspielräume aufzuzeigen, es solle eher der „soziale Alltag der Ausgrenzungsgesellschaft“ als das „Grauen der Vernichtung“ dargestellt werden.[34]

Ulrike Schrader und Norbert Reichling als Vertreter der nordrhein-westfälischen Geschichtsorte unterstellen Welzer, von einem Zerrbild der Arbeit in den Gedenkstätten auszugehen. Außerdem weisen sie darauf hin, dass Gedenkstätten nicht nur jugendliches Publikum im Auge hätten. Sie lehnen Welzers Lösungsvorschläge ab, weil sie nicht nur auf falschen Anmnahmen beruhen, sondern auch „wenig originell, überholt und gefährlich“ seien.[35]

In ähnlicher Richtung wie Welzer äußerte auch Gerhard Schröder im Jahre 1999 seine Skepsis. Er trat für eine Gedenkstätte ein, in der die Auseinandersetzung mit der Geschichte stattfindet: „sichtbares Zeichen für das Nichtvergessen und Gelegenheit oder auch Anregung zu intensiver Auseinandersetzung. […] Ich möchte nicht, daß da Schulklassen hingeschleppt werden, weil es sich so gehört. Vielmehr solle man hingehen, weil man das Bedürfnis hat, sich zu erinnern und auseinanderzusetzen.“[36]

Politische Instrumentalisierung: Die Walser-KontroverseBearbeiten

Als Martin Walser im Oktober 1998 in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt, antwortete er mit einer Rede, die ein großes Medienecho auslöste.[37] Er sagte unter anderem:

„Kein ernstzunehmender Mensch leugnet Auschwitz; kein noch zurechnungsfähiger Mensch deutelt an der Grauenhaftigkeit von Auschwitz herum; wenn mir aber jeden Tag in den Medien diese Vergangenheit vorgehalten wird, merke ich, dass sich in mir etwas gegen diese Dauerpräsentation unserer Schande wehrt. Anstatt dankbar zu sein für die unaufhörliche Präsentation unserer Schande, fange ich an wegzuschauen. Wenn ich merke, dass sich in mir etwas dagegen wehrt, versuche ich, die Vorhaltung unserer Schande auf Motive hin abzuhören, und bin fast froh, wenn ich glaube entdecken zu können, dass öfter nicht mehr das Gedenken, das Nichtvergessendürfen das Motiv ist, sondern die Instrumentalisierung unserer Schande zu gegenwärtigen Zwecken. Immer guten Zwecken, ehrenwerten. Aber doch Instrumentalisierung. […] Auschwitz eignet sich nicht dafür, Drohroutine zu werden, jederzeit einsetzbares Einschüchterungsmittel oder Moralkeule oder auch nur Pflichtübung. Was durch Ritualisierung zustande kommt, ist von der Qualität des Lippengebets […].[38]

Kritiker äußerten sich empört und warfen Walser historischen Revisionismus und eine Verharmlosung des Holocaust vor.[39] Ignatz Bubis bezeichnete die Rede als „geistige Brandstiftung“.[40] Gerhard Schröder kritisierte vor allem den Verlauf der nachfolgenden öffentlichen Debatte. Sowohl Walser wie auch sein Kontrahent Bubis hätten mit teilweise missverständlichen Formulierungen ernsthafte Positionen vertreten: „Es gab in seiner Rede überspitzte Formulierungen. Ein Dichter darf so etwas. Ich dürfte das nicht.“[36]

Internationale Zusammenarbeit im Bereich der ErinnerungskulturBearbeiten

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Der Aufbau einer gemeinsamen internationalen Erinnerungskultur kann dazu beitragen, dessen Politisierung zu entschärfen. In Europa gilt die deutsch-französische Zusammenarbeit bei der Erinnerung als Muster, das sich auf andere Länder übertragen lässt, wie zum Beispiel zwischen Deutschland und Polen, um die gegenwärtigen Beziehungen zu festigen. Es gibt unter anderem einen multi-perspektivischen Dialog. In der europäischen Geschichte bieten sich viele Ereignisse für einen Vergleich der verschiedenen Erinnerungskulturen an.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Astrid Erll: Kollektives Gedächtnis und Erinnerungskultur. Eine Einführung. 3. Aufl. Stuttgart 2017 ISBN 978-3-476-02645-3.
  2. Christoph Cornelißen: Was heißt Erinnerungskultur? Begriff – Methoden – Perspektiven. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht. 54, 2003, S. 548–563, hier S. 550.
  3. Christoph Cornelißen: Was heißt Erinnerungskultur? Begriff – Methoden – Perspektiven. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht. 54, 2003, S. 548–563, hier S. 555.
  4. Jan Assmann: Das kulturelle Gedächtnis. 2. Aufl., C.H.Beck München 1997, S. 30.
  5. Jan Assmann: Das kulturelle Gedächtnis. 2. Aufl., C.H.Beck München 1997, S. 34.
  6. Aleida Assmann: Das neue Unbehagen an der Erinnerungskultur. Eine Intervention. C.H.Beck München 2013, 2. Aufl. 2016 ISBN 978-3-406-69243-7, S. 32-33.
  7. Arnd Krüger: Die sieben Arten in Vergessenheit zu geraten. In: Arnd Krüger, Bernd Wedemeyer-Kolwe (Hrsg.): Vergessen, Verdrängt, Abgelehnt. Zur Geschichte der Ausgrenzung im Sport. (= Schriftenreihe des Niedersächsischen Instituts für Sportgeschichte Hoya. Band 21). LIT-Verlag, Münster 2009, ISBN 978-3-643-10338-3, S. 4–16; die ursprüngliche Theorie (ohne Sport) beruht auf Paul Connerton: Seven Types of Forgetting. Memory Studies. 1, 2008, S. 59–71.
  8. a b Sebastian Huhnholz: Geschichte/Gedenken. In: Rüdiger Voigt (Hrsg.): Handbuch Staat. 1. Auflage. Band 1. Springer Fachmedien Wiesbaden, Wiesbaden 2018, ISBN 978-3-658-20743-4, S. 451–463, doi:10.1007/978-3-658-20744-1_41 (springer.com [abgerufen am 12. September 2018]).
  9. Bernd Ziesemer: Ein Gefreiter gegen Hitler. Hoffman und Campe, Hamburg 2012, ISBN 978-3-455-50254-1.
  10. Norbert Frei: Erinnerungskampf. Zur Legitimationsproblematik des 20. Juli 1944 im Nachkriegsdeutschland. 1995.
  11. Thomas Wünsch: Erinnerungskultur. In: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa. 2013. URL: ome-lexikon.uni-oldenburg.de/54014.html (Stand: 07.03.2013).
  12. Andreas Montag: Prora erinnert an Bausoldaten der NVA. Mitteldeutsche Zeitung, 23. November 2010.
  13. Gottfried Lorenz: Rezension von: Stefan Wolter: Der Prinz und das Proradies – Vom Kampf gegen das kollektive Verdrängen. Projekte - Verlag Cornelius GmbH, Halle/Saale 2009.
  14. Stefan Wolter: Asche aufs Haupt! Band 3, Projekte-Verlag, Halle 2012, ISBN 978-3-86237-888-3.
  15. Projekt der Geschichtswerkstatt Europa über die multikulturelle Erinnerung in Czernowitz – Bukowina (Memento des Originals vom 18. Juli 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.geschichtswerkstatt-europa.org
  16. Memorial Mania 2011: Programm-Flyer.
  17. Klaus Große Kracht: Debatte: Der Historikerstreit. In: zeitgeschichte.de, 11. Januar 2010.
  18. Jochen Böhmer: Der Historikerstreit. In: zukunft-braucht-erinnerung.de, 27. Juli 2007, aktualisiert 20. August 2018.
  19. Jan-Holger Kirsch: Nationaler Mythos oder historische Trauer?: der Streit um ein zentrales "Holocaust-Mahnmal" für die Berliner Republik. Böhlau Verlag, Köln/ Weimar 2003, ISBN 3-412-14002-3, S. 125. vergleiche Rezension: Nina Leonhard: online In: H-Soz-Kult. 22. August 2003.
  20. J.-H. Kirsch: Nationaler Mythos oder historische Trauer? 2003, S. 317.
  21. J.-H. Kirsch: Nationaler Mythos oder historische Trauer? 2003, S. 319.
  22. David Clay Large: Berlin. Basic Books, 2007, ISBN 978-0-465-01012-7.
  23. Jakob Augstein: Denk mal an! Erinnerung. Die Geschichte ist nicht erledigt: Aber sind Denkmäler die richtigen Medien der Erinnerung? Jakob Augstein im Gespräch mit Lea Rosh, Wolfgang Wippermann und Markus Meckel. In: der Freitag. 18. November 2010.
  24. K. Erik Franzen: Auf dem Weg der Erinnerung. In: Frankfurter Rundschau Online 07. Mai 2009.
  25. Hans Günter Hockerts: Zugänge zur Zeitgeschichte: Primärerfahrung, Erinnerungskultur, Geschichtswissenschaft. Abgerufen am 15. Mai 2016. In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Aus Politik und Zeitgeschichte. B 28/2001.
  26. Ruth Klüger: Weiter leben: eine Jugend. Wallstein, Göttingen 1992 ISBN 3-89244-036-0, S. 77.
  27. Helmut Zeller: Das Leben als Zufall. In: sueddeutsche.de 7. Juni 2015.
  28. Aleida Assmann: Erinnerungsräume: Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses. C.H. Beck, 2009, ISBN 978-3-406-58532-6, S. 333 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 15. Mai 2016]).
  29. Prof. Dr. Sigrid Jacobeit — Institut für Europäische Ethnologie. In: www.euroethno.hu-berlin.de. Abgerufen am 15. Mai 2016.
  30. Sigrid Jacobeit: KZ-Gedenkstätten als nationale Erinnerungsorte. Zwischen Ritualisierung und Musealisierung. Antrittsvorlesung 5. November 2002 Humboldt-Universität zu Berlin Philosophische Fakultät I Institut für Europäische Ethnologie, S. 6. (online)
  31. Hans Günter Hockerts: Zugänge zur Zeitgeschichte: Primärerfahrung, Erinnerungskultur, Geschichtswissenschaft. Abgerufen am 15. Mai 2016. In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Aus Politik und Zeitgeschichte. B 28/2001.
  32. Aleida Assmann: Der lange Schatten der Vergangenheit. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik. Beck, München 2006, S. 144ff.
  33. Florian Wenninger: Die Ritualisierung des Gedenkens. In: Quart 1/2009, S.6–9. quart-online.at. (PDF)
  34. Harald Welzer: Für eine Modernisierung der Erinnerungs- und Gedenkkultur. In: Gedenkstättenrundbrief 162 (8/2011), S. 3–9.
  35. Ulrike Schrader, Norbert Reichling: Modernisierung oder »Neuformatierung«? Was Gedenkstätten für ihre reflexive Weiterentwicklung (nicht) brauchen. In: Gedenkstättenrundbrief 164 (12/2011), S. 3–8.
  36. a b Eine offene Republik. In: Zeitonline.de, 4. Februar 1999.
  37. Vollständiger Redetext
  38. Der Schriftsteller Martin Walser sinniert über die Schwierigkeit, mit der deutschen Schuld zu leben (11. Oktober 1998) Text der Walser-Rede Deutsche Geschichte in Dokumenten und Bildern (DGDB).
  39. Lars Rensmann: Enthauptung der Medusa. Zur diskurshistorischen Rekonstruktion der Walser-Debatte im Licht politischer Psychologie. In: Micha Brumlik, Hajo Funke & Lars Rensmann (Hrsg.): Umkämpftes Vergessen. Walser Debatte, Holocaust-Mahnmal und neuere deutsche Geschichtspolitik. 2. erweiterte Auflage. Schiler, Berlin 2004, ISBN 978-3-89930-240-0, S. 36 f.
  40. Tobias Jäcker: Die Walser-Bubis-Debatte: Erinnern oder Vergessen? In: haGalil.com, 24. Oktober 2003.