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Epitome (Auszug)

Werk, das einen kurzen Auszug aus einem umfangreicheren Werk darstellt

Eine Epitome (von altgriechisch ἐπιτομή epitomé, deutsch ‚Abriss‘, ‚Auszug‘, ‚Ausschnitt‘; latinisiert epitoma[1]) ist ein Werk, das einen kurzen Auszug aus einem umfangreicheren Werk darstellt. In der Antike wurden unter anderem die umfangreichen Geschichtswerke des Titus Livius und des Pompeius Trogus epitomisiert (Livius-Epitome oder Oxyrhynchos-Epitome, die recht lückenhaft ist). Bei Trogus ist umstritten, inwiefern die Epitome des Marcus Iunianus Iustinus vom nicht erhaltenen Original abweichen und durch Iustinus verändert wurden. Neuerdings wird Iustinus vermehrt als eigenständiger Literat angesehen.[2]

Der Inhalt einer zusammenfassenden Epitome sollte allerdings nicht schlicht als korrekte Wiedergabe des Originalwerks betrachtet werden, da der Autor einer Epitome selbst eine Textauswahl vornahm und somit Inhalte neu arrangierte. Sie ist daher nur sehr bedingt dazu geeignet, genaue Rückschlüsse auf die Ansichten des Originalautors im Ursprungswerk vorzunehmen.[3]

Die Epitome als Textzusammenfassung ist von kurzgefassten Geschichtswerken zu unterscheiden, die teils ebenfalls als Epitome bezeichnet werden, wie die spätantike Epitome de Caesaribus (siehe dazu Breviarium).

BeispieleBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Cynthia M. Begbie: The Epitome of Livy. In: The Classical Quarterly 17, 1967, S. 332–338, doi:10.1017/S0009838800028433.
  • Robert Suski: The Epitome – Passive Copying or a Creative Reinterpretation of the Abridged Text. In: Res Gestae 5, 2017, S. 25–34

WeblinksBearbeiten

 Wiktionary: Epitome – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

AnmerkungenBearbeiten

  1. Cicero: ad Atticum 12,5,3
  2. Vgl. S. Müller: Das Bild der Parther bei Trogus-Justin. In: J. Wiesehöfer, S. Müller (Hrsg.): Parthika. Greek and Roman Authors’ Views of the Arsacid Empire. Wiesbaden 2017, S. 243.
  3. Vgl. Robert Suski: The Epitome – Passive Copying or a Creative Reinterpretation of the Abridged Text. In: Res Gestae 5, 2017, S. 33.