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Enez (bulgarisch Енос/Enos, griechisch Αίνος/Ainos, auch Apsinthos, lateinisch Ænus) ist eine türkische Stadt in Ostthrakien am südöstlichen Ufer des Evros (türk. Meriç) in der Provinz Edirne und zugleich der Name des Landkreises (İlçe). Die Stadt beherbergt etwa 40 Prozent der Landkreisbevölkerung.

Enez
Wappen fehlt
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Enez (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Edirne
Koordinaten: 40° 44′ N, 26° 4′ OKoordinaten: 40° 44′ 0″ N, 26° 4′ 0″ O
Einwohner: 4.275[1] (2018)
Telefonvorwahl: (+90) 284
Postleitzahl: 22 700
Kfz-Kennzeichen: 22
Struktur und Verwaltung (Stand: 2019)
Gliederung: 3 Mahalle
Bürgermeister: Özkan Günenç (CHP)
Postanschrift: Gazi Ömer Bey Mah.
Yunus Gazi Sokak. No:3
22700 Enez
Website:
Landkreis Enez
Einwohner: 10.886[1] (2018)
Fläche: 455 km²
Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner je km²
Kaymakam: Elif Canan Tuncer
Website (Kaymakam):

Der Landkreis wurde 1953 gebildet und liegt im Südwesten der Provinz. Er grenzt im Norden an den Kreis İpsala, im Osten an den Kreis Keşan. Im Nordwesten hat der Kreis eine Grenze zu Griechenland. Neben der Kreisstadt besteht der Landkreis aus 19 Dörfern mit durchschnittlich 348 Bewohnern. Sultaniçe ist mit 1.041 Einwohnern das größte Dorf.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Diobol aus Ainos, Stadtname über Ziege, ca. 435–405 v. Chr. geprägt

In der Antike hieß der Ort Ainos und war eine antike Hafenstadt in Ostthrakien am Ostufer des Evros.

Ainos wird bereits bei Homer, Ilias 4, 520, und bei Herodot IV 90, erwähnt. Der Ort wurde als eine aiolische Kolonie von Mytilene und Kyme im 7. Jahrhundert v. Chr. gegründet; der angeblich thrakische Name Poltymbria (Strabon 7,7,1) ist eine späte Fiktion. Die Stadt wird durch Handel und Landwirtschaft wohlhabend und zahlte als Mitglied des 1. Attisch-delischen Seebundes hohe Abgaben. Ainos kämpfte im Peloponnesischen Krieg auf der Seite Athens und wurde 375 v. Chr. Mitglied im 2. Attischen Seebund. Von 341 bis 185 v. Chr. gehörte Ainos zum Reich der Attaliden von Pergamon, die Ainos mit ihrem ganzen Reich den Römern vererbten.

In der Spätantike war der Ort Bischofssitz und Hauptstadt der kleinen Provinz Rhodope. Prokop (De Aedificiis 4, 11, 1–5) berichtet, dass Kaiser Justinian I. die Mauern der Stadt zu einer Festung ausbauen ließ.

An Stelle der antiken Akropolis steht eine mittelalterliche Burg der genuesischen Familie der Gattilusio, die die Stadt von 1376 bis zur Besetzung durch den osmanischen Sultan Mehmed II. im Jahr 1456 als Genueser Kolonie beherrschte.

Nach dem Ersten Balkankrieg war die Stadt zunächst als Grenze zu Bulgarien vorgesehen (Londoner Vertrag (1913)), was wenige Monate später nach Zweiten Balkankrieg zu türkischen Gunsten korrigiert wurde (Friede von Bukarest (1913)).

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Türkiye Nüfusu İl ilçe Mahalle Köy Nüfusları, abgerufen am 10. Juni 2019