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Eltmann

Gemeinde im Landkreis Haßberge in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Eltmann
Eltmann
Deutschlandkarte, Position der Stadt Eltmann hervorgehoben
Koordinaten: 49° 58′ N, 10° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Haßberge
Höhe: 237 m ü. NHN
Fläche: 40,75 km2
Einwohner: 5238 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 129 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97483
Vorwahl: 09522
Kfz-Kennzeichen: HAS, EBN, GEO, HOH
Gemeindeschlüssel: 09 6 74 133
Stadtgliederung: 9 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
97483 Eltmann
Website: www.eltmann.de
Bürgermeister: Michael Ziegler (CSU)
Lage der Stadt Eltmann im Landkreis Haßberge
ErmershausenMaroldsweisachPfarrweisachUntermerzbachBundorfEbernRentweinsdorfBurgpreppachAidhausenRiedbachHofheim in UnterfrankenKirchlauterBreitbrunn (Unterfranken)EbelsbachStettfeldEltmannOberaurachKönigsberg in BayernGädheimHaßfurtZeil am MainSand am MainTheresWonfurtRauhenebrachKnetzgauThüringenThüringenLandkreis CoburgLandkreis LichtenfelsBambergLandkreis BambergLandkreis BambergLandkreis Rhön-GrabfeldLandkreis Bad KissingenLandkreis SchweinfurtKarte
Über dieses Bild
Stadtbild von Eltmann mit Wallburg und Mainbrücke

Eltmann ist eine Kleinstadt im unterfränkischen Landkreis Haßberge.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Eltmann liegt zwischen dem Nordrand des Steigerwalds und dem Main.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Zeil am Main, Ebelsbach, Stettfeld, Oberhaid, Viereth-Trunstadt, Priesendorf, Oberaurach und Sand am Main.

StadtgliederungBearbeiten

Eltmann gliedert sich in neun Stadtteile (in Klammern Einwohnerzahlen, Stand: Januar 2007):[2]

GeschichteBearbeiten

Eltmann wurde 740 als „Castellum Altimoin“ (Castell am oberen Main) erwähnt. Der Ort bestand jedoch bereits seit 640 (Einwanderung der Franken in das obere Maingebiet). Im Zuge der gumbertschen Schenkung kam der Ort an Burkhard, den ersten Bischof von Würzburg (742/43 bis 753), der in Eltmann ein Amt des Hochstifts Würzburg einrichtete. 1335 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer Eltmann die Stadtrechte. (Demgemäß feierte man im Jahre 2010 „675 Jahre Stadterhebung“.[3]) Nach der Säkularisation des Hochstiftes Würzburg, das ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis gehörte, im Jahr 1803 zugunsten Bayerns wurde es 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen und fiel mit diesem 1814 endgültig an Bayern. 1944 wurden im Rahmen der Verfolgung von Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten zehn Heimkinder deportiert.[4]

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Eschenbach, Lembach, Limbach und Weisbrunn eingegliedert.[5] Am 1. Mai 1978 kamen Dippach am Main und Roßstadt hinzu.[6]

ReligionBearbeiten

Die Stadt Eltmann ist historisch bedingt sehr christlich geprägt. Es gibt dort eine römisch-katholische und eine evangelische Kirche. Zur Volkszählung im Jahr 1987 waren von den 4982 Bürgern etwa 89,7 % römisch-katholisch, 8,5 % evangelisch, 1,2 % konfessionslos und 0,6 % gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an.

 
Gemeindeflagge von Eltmann

PolitikBearbeiten

 
Rathaus

StadtratBearbeiten

Der Stadtrat von Eltmann hat (ohne Bürgermeister) 20 Mitglieder. Die Kommunalwahlen 2014 und 2008 führten zu folgender Sitzverteilung im Stadtrat:

CSU SPD Überparteiliche
Liste (ÜPL)
Limbacher
Liste (LL)
Gesamt
2014 7 5 5 3 20 Sitze
2008 7 6 5 2 20 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist seit 2002 Michael Ziegler (CSU), der 2008 mit 95,04 % und 2014 mit 94,31 % der Stimmen jeweils ohne Gegenkandidaten wiedergewählt wurde. Die Vorgänger waren Heinz Krönert von 1978 bis 2002 und Hans Schömig von 1952 bis 1978.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

WappenBearbeiten

WappenbeschreibungBearbeiten

Geviert von Silber und Rot, belegt mit der Standfigur eines blau Geharnischten, der in der Rechten eine Hellebarde hält, die Linke am Griff des Degens; oben links ein T-förmiges silbernes Zeichen.

WappengeschichteBearbeiten

Eltmann war im 8. Jahrhundert im Besitz der Grafen von Gumbert. Im Zuge der gumbertschen Schenkung kam der Ort an Burkhard, den ersten Bischof von Würzburg (742/43 bis 753) für das Hochstift Würzburg, das in Eltmann ein Amt einrichtete. Der Ort blieb bis zur Säkularisation beim Hochstift. Kaiser Ludwig der Bayer erhob Eltmann 1335 zur Stadt. Der älteste bekannte Siegelabdruck aus dem Jahr 1432 erscheint nur im Schrifttum und ist nicht belegt. Er stammt wohl von einem Siegel aus dem 14. Jahrhundert. Im Schild soll nur die gevierte Fahne des Hochstifts Würzburg gestanden sein. Ein späteres Siegel, das mit 1512 datiert wird, zeigt die Vierung mit dem Geharnischten, der als „Heltmann“ redend für den nicht mehr verstandenen Ortsnamen stehen sollte. Dieser Begriff erscheint auch in der Umschrift eines späteren Ortssiegels. Der Ortsname bedeutet 'bei dem alten Main' und drückt damit die Lage des Ortes an einem Flussarm des Mains oder nach Verlagerung des Flussbettes aus. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Wappen durch den Buchstaben T vermehrt, der auch als Büchsengabel gedeutet wurde, dessen Herkunft aber unbekannt ist. Die Farben sind seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Silber und Rot, die Farben des Hochstifts Würzburg, weisen auf dessen lang währende Herrschaft in Eltmann hin. 1655 war der Schild geviert von Silber und Blau. Die Stellung des Geharnischten änderte sich im 19. Jahrhundert in Einzelheiten, die Farben blieben unverändert.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Ansässige UnternehmenBearbeiten

HackschnitzelwerkBearbeiten

Das im Juli 1998 in Betrieb genommene Biomasseheizwerk mit einer Nennwärmeleistung von 650 Kilowatt versorgt die städtischen Wohnbausiedlungen in der Steigerwaldstraße, das Neubaugebiet Am Hahn und im Sommer das städtische Freibad zur Wassererwärmung. Das Heizwerk wird mit Hackschnitzeln aus dem heimischen Wald und mit nachwachsenden Rohstoffen betrieben. Betreiber ist die HEG Heizwerk Eltmann GmbH, die von der Stadt Eltmann und der Energieversorgung Oberfranken AG gegründet wurde.

BildungBearbeiten

  • Kindergarten St. Josef (getragen von der Kinder- und Jugendhilfe St. Josef Eltmann e.  V.)
  • Städtischer Kindergarten Kunterbunt
  • Johann-Baptist-Graser-Grundschule
  • Georg-Göpfert-Mittelschule
  • Wallburg-Realschule

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

  • Ritz (Regionales Informations- und Tourismuszentrum für die Naturparke Steigerwald und Hassberge)
  • Städtisches Freibad

SportBearbeiten

Der Sportverein SG Eltmann bietet die Sportarten Fußball, Kegeln, Faustball, Judo, Leichtathletik und Turnen an. Der Verein wurde durch seine Männer-Volleyballmannschaft bekannt, die bis 2009 in der ersten Bundesliga spielte. Im Jahr 2010 wurde aus der Volleyballabteilung der neue Verein VC Eltmann gegründet[7], dessen erste Männermannschaft als Oshino Volleys Eltmann seit 2014 in der zweiten Bundesliga spielt.

VerkehrBearbeiten

Die Stadt liegt an der Bundesstraße 26 und hat direkten Anschluss an die Bundesautobahn 70 (Anschlussstelle Eltmann). Weiterhin besteht eine Anbindung an die Bahnstrecke Bamberg–Würzburg (Haltepunkt Ebelsbach-Eltmann).

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

  • Katholische Pfarrkirche St. Michael und Johannes der Täufer, erbaut 1835–1837 nach einem Musterplan von Leo von Klenze. Der erhaltene Unterbau des gotischen Turmes mit Bandrippengewölbe auf Würfelkapitellen stammt aus dem 13. Jahrhundert.
  • Ehemaliges Amtsgerichtsgebäude am Marktplatz, in würzburgischer Zeit Sitz des Centgerichtes
  • Der Wallburgturm ist ein Überrest der aus dem 13. Jahrhundert stammenden früheren Wallburg oberhalb von Eltmann.
  • Eine zweite Burganlage, der Burgstall Eltmann liegt ebenfalls in der Nähe von Eltmann. Über sie sind allerdings keinerlei geschichtliche Informationen bekannt.
  • Im Stadtteil Limbach steht die Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung. Erbaut wurde sie in den Jahren 1751 bis 1755 nach den Plänen des Barockbaumeisters Balthasar Neumann.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Eltmanner Biertage
  • Fronleichnamsfest an der Wallburg
  • Heimatmuseumsfest in Eltmann
  • Eltmanner Wallburgweihnacht (Samstag vor 1. Advent)

MuseenBearbeiten

Das Heimatmuseum Eltmann wird vom Verein für Heimatgeschichte e. V. Eltmann getragen und befindet sich in einem ehemaligen Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert. Neben einem Schulzimmer und einem Textilwarenladen kann man in dem kleinen Museum Sammlungen und Einzelstücke aus den Themenbereichen Flößerei, Holzbearbeitung, Sandsteinbearbeitung, Kugellagerherstellung und Weinbau besichtigen.[8]

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Heinz Krönert
Verleihung am 22. November 2008
1. Bürgermeister von 1978 bis 2002[9]
Verleihung am 11. Juni 1991
Katholischer Stadtpfarrer von 1970 bis 1992
  • Hans Schömig (* 3. Februar 1915; † 1990)
Verleihung am 14. Dezember 1984
1. Bürgermeister von 1952 bis 1978
  • Joseph Kleinhenz (* 22. Februar 1905; † 28. Mai 1993)
Verleihung am 14. Februar 1980
Geistlicher Rat
  • Johannes Schilling (* 4. Oktober 1902 in Hammelburg; † 1. August 1980 ebenda)
Verleihung am 13. Juli 1967
Stadtpfarrer von 19. September 1949 bis Oktober 1970
Geistlicher Rat
Verleihung am 28. April 1952
Unternehmer und Kunstsammler
  • Georg Hild (* 10. April 1887; † 27. Februar 1963)
Verleihung am 10. April 1952
Mitglied des Stadtrates von 1919 bis 1956 (mit Unterbrechung während des Dritten Reiches), davon 5 Jahre als zweiter Bürgermeister.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Eltmann. auf: Bayerische Landesbibliothek Online.
  3. Stadtrechte seit 1335. (Memento vom 10. Mai 2013 im Internet Archive) In: Bayerns beste Bayern. auf der Webseite des Bayerischen Rundfunks.
  4. Guenter Lewy: Rückkehr nicht erwünscht. Die Verfolgung der Zigeuner im Dritten Reich. Propyläen, München 2001, ISBN 3-549-07141-8, S. 247.
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 479.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 759.
  7. Volleyballverein VC Eltmann
  8. Heimatmuseum Eltmann Verein für Heimatgeschichte Eltmann e.V. – Ausstellungen. In: heimatmuseum-eltmann.byseum.de. Abgerufen am 20. November 2015.
  9. Großer Abschied von Heinz Krönert. (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hassfurter-tagblatt.de In: Haßfurter Tagblatt. 23. Mai 2013.
  10. Pfarrer Felix Funk 87-jährig gestorben. (Memento des Originals vom 20. November 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.pfarreien-erlenbach.de auf: pfarreien-erlenbach.de, 19. August 2009.
  11. Der Franziskaner und Weihbischof von Brixen Johannes Nas. (Memento des Originals vom 20. November 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.franziskaner-schwaz.at (PDF; 734 kB) auf: franziskaner-schwaz.at

LiteraturBearbeiten

  • Sechshundertfünfzig Jahre Stadt Eltmann: 1335–1985. Eltmann 1985, DNB 890288704.
  • Stephan Diller: Die Stadt Eltmann in Geschichte und Gegenwart. Eltmann 2001, ISBN 3-00-008748-6.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Eltmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien