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Elterlein

Stadt im Erzgebirgskreis, Sachsen, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Elterlein
Elterlein
Deutschlandkarte, Position der Stadt Elterlein hervorgehoben
Koordinaten: 50° 35′ N, 12° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Erzgebirgskreis
Verwaltungs­gemeinschaft: Zwönitz
Höhe: 620 m ü. NHN
Fläche: 45,74 km2
Einwohner: 2871 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km2
Postleitzahl: 09481
Vorwahl: 037349
Kfz-Kennzeichen: ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 180
Stadtgliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 28
09481 Elterlein
Website: www.elterlein-im-erzgebirge.de
komm. Bürgermeister: Jörg Hartmann
Lage der Stadt Elterlein im Erzgebirgskreis
SachsenAmtsbergAnnaberg-BuchholzAue-Bad SchlemaAuerbach (Erzgebirge)Bärenstein (Erzgebirge)Lauter-BernsbachBockauBörnichen/Erzgeb.Breitenbrunn/Erzgeb.BurkhardtsdorfCrottendorfDeutschneudorfDrebachEhrenfriedersdorfEibenstockElterleinGelenau/Erzgeb.GeyerGornau/Erzgeb.GornsdorfGroßolbersdorfGroßrückerswaldeGrünhain-BeierfeldGrünhainichenHeidersdorfHohndorfJahnsdorf/Erzgeb.JohanngeorgenstadtJöhstadtKönigswaldeLauter-BernsbachLößnitz (Erzgebirge)LugauMarienbergMildenauNeukirchen/Erzgeb.Niederdorf (Sachsen)NiederwürschnitzOberwiesenthalOelsnitz/Erzgeb.OlbernhauPockau-LengefeldRaschau-MarkersbachScheibenbergSchlettauSchneeberg (Erzgebirge)SchönheideSchwarzenberg/Erzgeb.SehmatalSeiffen/Erzgeb.Stollberg/Erzgeb.StützengrünTannenbergThalheim/Erzgeb.Thermalbad WiesenbadThumWolkenstein (Erzgebirge)ZschopauZschorlauZwönitzKarte
Über dieses Bild
St.-Laurentius-Kirche in Elterlein mit Pfarrhaus
Blick auf den Marktplatz von der St.-Laurentius-Kirche

Elterlein, in der lokalen Mundart „Alterle“[2] genannt, ist eine erzgebirgische Kleinstadt im Erzgebirgskreis in Sachsen.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Elterlein liegt im Erzgebirge. Die Stadt breitet sich sternförmig aus. Zentrum ist der auf einem Hochplateau liegende Marktplatz. Die Ausbreitung erfolgt ansteigend in Richtung Schatzenstein und nach drei Seiten abfallend bis an die den Ort umgebenden Auen am Schlangengraben und Schwarzbach.

OrtsteileBearbeiten

 
Elterlein und seine Ortsteile mit der Verwaltungsgemeinschaft Zwönitz-Elterlein

Die Stadt Elterlein besteht seit der Eingemeindung von Schwarzbach im Jahr 1996 aus zwei und seit der Eingemeindung von Hermannsdorf im Jahr 1999 aus drei Ortsteilen. Das an der Staatsstraße 258 zwischen Elterlein und Zwönitz gelegene Burgstädtel bildet keinen eigenen Ortsteil.

NachbargemeindenBearbeiten

Im Norden grenzen die Städte Zwönitz und Geyer sowie die Gemeinde Tannenberg an Elterlein. Im Osten sind es die Stadt Schlettau, im Süden die Stadt Scheibenberg sowie die Gemeinde Raschau-Markersbach und im Westen die Stadt Grünhain-Beierfeld.

Höchste ErhebungBearbeiten

Die mit 760 m höchste Erhebung auf dem Gebiet der Stadt ist der unmittelbar nordwestlich von Elterlein, an den Gemeindegrenzen zu Zwönitz und Grünhain-Beierfeld im Grünhainer Wald gelegene Schatzenstein.

GeschichteBearbeiten

ElterleinBearbeiten

Der Ort lag im Mittelalter an einem wichtigen Handelsweg zwischen Halle und Prag, der Salzstraße über den Preßnitzer Pass. Der Name Elterlein wird meist von Altarlein, also einem kleinen Altar an diesem Weg, abgeleitet.[3] Erstmals wurde das Elterlein 1406 urkundlich erwähnt. Angaben, wonach der Ort bereits 1118 bestand, sind nicht belegt. Auch die Ersterwähnung als Stadt ist erst für 1483 schriftlich belegt.

Elterlein gewann zur Zeit des Großen Berggeschreys durch den im Erzgebirge aufblühenden Bergbau rasch an Bedeutung. Um 1500 besaß die Stadt ein eigenes Bergamt für seine Zechen. Mitte des 19. Jahrhunderts ging der Bergbau, wie in der gesamten Region, auch in Elterlein zurück und wurde eingestellt. Doch noch heute sind zahlreiche Zeugnisse des Altbergbaus zu finden. Neben Stollen-Mundlöchern, Halden und Tagebrüchen, der idyllisch gelegene Schwarze Teich, der Ende des 16. Jahrhunderts zusammen mit dem künstlichen Steingraben zum Betrieb einer Zeche angelegt wurde.

Durch den Bergbau entstanden schon früh verarbeitende Gewerbe wie Mühlen, Hammer- und Hüttenwerke. Während der Industrialisierung war Elterlein im März 1848 neben Mittweida ein Schauplatz des Nagelschmiedeaufstands. Dieser richtete sich gegen neue Fabriken, mit denen die Nagelschmiede als Handwerker und Kleinstunternehmer im freien Wettbewerb nicht konkurrieren konnten und daher durch diese ihre Erwerbsgrundlagen bedroht sahen. In Elterlein wurde von den Aufständischen die Leinbrocksche Fabrik gestürmt.

Durch mehrere ausgedehnte Stadtbrände in den Jahren 1662, 1676, 1719, 1861 und 1868 wurde Elterlein oft schwer zerstört.

SchwarzbachBearbeiten

Im Jahr 1240 ist das Waldhufendorf Schwarzbach erstmals in einer Übereignungsurkunde an das Kloster Grünhain urkundlich erwähnt.

Der Ort wurde am 1. April 1996 eingemeindet.[4]

HermannsdorfBearbeiten

Hermannsdorf ist ein vermutlich um 1200 besiedeltes und 1460 erstmals urkundlich erwähntes Waldhufendorf. Auch hier prägte bis ins Jahr 1873, neben der Landwirtschaft, besonders der Bergbau über Jahrhunderte das Leben und hinterließ sichtbare Zeichen wie den Seifengrund mit zwei mächtigen Raithalden.

Der Ort wurde am 1. Januar 1999 eingemeindet.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Am 3. Oktober 1990 zählte Elterlein 3668 Einwohner. Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres:

1993 bis 1997

  • 1993: 3.508
  • 1994: 3.512
  • 1995: 3.520
  • 1996: 3.515
  • 1997: 3.504

1998 bis 2002

  • 1998: 3.508
  • 1999: 3.498
  • 2000: 3.487
  • 2001: 3.435
  • 2002: 3.378

2003 bis 2007

  • 2003: 3.330
  • 2004: 3.290
  • 2005: 3.256
  • 2006: 3.217
  • 2007: 3.159

ab 2009

  • 2009: 3.098
  • 2012: 3.048
  • 2013: 3.005
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

PolitikBearbeiten

StadtratBearbeiten

Gemeinderatswahl 2014[6]
Wahlbeteiligung: 68,4 % (2009: 58,8 %)
 %
50
40
30
20
10
0
43,7 %
17,5 %
10,6 %
7,6 %
3,7 %
n. k.
4,4 %
12,5 %
FWGH
WVS
FWBF
ProEg
GSE
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,3 %p
+2,9 %p
-3,5 %p
-5,9 %p
-2,2 %p
-3,9 %p
+4,4 %p
+12,5 %p
FWGH
WVS
FWBF
ProEg
GSE
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
g "Pro Elterlein"
     
Insgesamt 16 Sitze

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 16 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 8 Sitze
  • FWG Hdf. (FWGH): 3 Sitze
  • WV Schw. (WVS): 2 Sitze
  • "Gemeinsam f. d. St. Elterlein" (GSE): 2 Sitze
  • FWBF: 1 Sitz

Elterlein ist seit dem 1. Januar 2009 Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Zwönitz, in der Zwönitz die erfüllende Gemeinde ist. Zuvor war die Stadt Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Geyer.

BürgermeisterBearbeiten

Karl Weinhold (CDU) war von 1990 bis 2009 hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Elterlein. Anschließend hatte Siegbert Ullrich (Freie Wähler Hermannsdorf) das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters inne, bis er es im März 2016 aus gesundheitlichen Gründen niederlegte. Seit Januar 2015 führt sein ehemaliger Stellvertreter Jörg Hartmann die Amtsgeschäfte.[7] Im Juli 2016 wurde Hartmann zum Bürgermeister gewählt.[8]

PartnerstädteBearbeiten

Seit dem 14. September 2004 gibt es eine offizielle Städtepartnerschaft mit der Gemeinde Belm in Niedersachsen, die auf ersten Kontakten in den 1950er Jahren basiert. Seit 1953 bestehen Verbindungen zur Gemeinde Remshalden in Baden-Württemberg, die 2003 ebenfalls durch eine offizielle Partnerschaft besiegelt wurden.

ReligionBearbeiten

Mit denen der St.-Laurentius-Kirche Elterlein, der St.-Michaelis-Kirche Hermannsdorf und der Dorfkirche Schwarzbach gibt es drei Gemeinden der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche. Innerhalb der Evangelischen Landeskirche gibt es zudem die Landeskirchliche Gemeinschaft und im Ortsteil Elterlein hat eine Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche ihren Kirchsaal.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Bauwerke / Ausflugsziele / ErholungBearbeiten

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Dengelfest im Ortsteil Schwarzbach (im Juni)
  • Sternwanderung zum Schatzenstein (erster Samstag im Oktober)
  • Kirchweihfest in Elterlein (zweiter Sonntag im September)
  • Weihnachtsmarkt in Elterlein (1. Advent)
  • Turmblasen vom Turm der St.-Laurentius-Kirche Elterlein (an jedem Adventssonntag)

FreizeitBearbeiten

  • Wandern
  • Reiten
  • Bowling
  • Schlittenhunde
Panorama von der Friedrich-August-Höhe (717 m) in Richtung Elterlein mit Blick auf Pöhlberg (832 m), Bärenstein (897 m), Scheibenberg (807 m), Fichtelberg (1215 m) und das Oberbecken des Pumpspeicherwerkes Markersbach (848 m) (von links).

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

An die Tradition des schon früh existierenden verarbeitenden Gewerbes anknüpfend ist Elterlein heute, gemessen an den hier insgesamt 1471 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmern (Stand 30. Juni 2007) und am Gesamt- sowie Auslandsumsatz, einer der regional bedeutsamsten Industriestandorte mit der Automobilzulieferindustrie als größtem Arbeitgeber. Bedeutende ansässige Unternehmen sind unter anderen Bodet & Horst GmbH & Co. KG, Linnemann-Schnetzer Sachsen GmbH, Max Bögl Bauunternehmung GmbH & Co. KG und Takata-Petri (Sachsen) GmbH.

VerkehrBearbeiten

StraßenverkehrBearbeiten

Elterlein liegt an einem Autobahnzubringer für das Obere Erzgebirge, der Staatsstraße 258. Sie bietet eine direkte und schnelle Verbindung zwischen der A 72 (AS Stollberg-West) und der B 101 (bei Scheibenberg).

BahnverkehrBearbeiten

 
Bahnhof Elterlein, Gleisseite (2016)

Mit der Bahnstrecke Zwönitz–Scheibenberg hatte die Stadt ab 1900 auch einen Bahnanschluss. Nach dem teilweisen Rückbau der Strecke im Jahr 1947 als Reparationsleistung an die Sowjetunion, wurde 1966 der Eisenbahnverkehr endgültig wieder eingestellt und die noch verbliebene Reststrecke zwischen Elterlein und Scheibenberg ebenfalls zurückgebaut.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Personen, die mit Elterlein in Verbindung stehenBearbeiten

  • Christian Lehmann (1611–1688), Kindheit und erste Anstellung als Hilfsgeistlicher in Elterlein, einer der bedeutendsten Altchronisten des Erzgebirges
  • Johannes Oertel (1840–1916), Bürgermeister von Elterlein, Besitzer des Hammerguts Tännicht

LiteraturBearbeiten

  • Jens Hahn: Elterlein-Scheibenberg-Oberwiesenthal. Drei Bergstädte im Erzgebirge. Erzbergbau und Knappschaftswesen bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Obererzgebirgischer Silberspiegel, Zwönitz 2010, ISBN 978-3-00-029673-4.
  • Richard Steche: Elterlein. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 4. Heft: Amtshauptmannschaft Annaberg. C. C. Meinhold, Dresden 1885, S. 68.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Elterlein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Interaktives Wörterbuch der erzgebirgischen Mundart Erzgebirgisch.de
  3. Ernst Eichler und Hans Walther: Sachsen. Alle Städtenamen und deren Geschichte, Faber und Faber Verlag, Leipzig 2007, ISBN 978-3-86730-038-4, S. 58f.
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  6. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  7. Elterleins Bürgermeister hat sein Amt niedergelegt, in: Freie Presse, Lokalausgabe Annaberg vom 22. März 2016.
  8. https://www.freiepresse.de/LOKALES/ERZGEBIRGE/ANNABERG/Die-Elterleiner-haben-gewaehlt-artikel9578854.php#