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Elter

Erzeuger oder Erzeugerin eines Kindes

Elter (das oder der) bezeichnet vom biologischen Geschlecht unabhängig einen Erzeuger (Genitor) oder eine Erzeugerin (Genetrix) eines Kindes, also einen Elternteil.[1] Das Wort ist die (zurückgebildete) Einzahl von „Eltern“, ähnlich zum Wort „Elternteil“, das im ausgehenden 19. Jahrhundert zunächst in der juristischen Fachsprache eingeführt wurde und seither in den amtlichen Sprachgebrauch überging.

Ursprünglich nur in der Vererbungslehre und der Verhaltensforschung benutzt,[2] wird Elter fachsprachlich in manchen Zusammenhängen auch für Menschen verwendet. Die „geschlechtsabstrakte Bezeichnung“[3] kann umständliche Bezeichnungen wie „ein Elternteil einer Familie“ oder „alleinerziehender Elternteil“ oder die Aufzählung mehrerer Möglichkeiten von Elternformen abkürzen.[4]

In der biologischen Vererbungslehre (Genetik) bezeichnet Elter ein Mitglied der Parentalgeneration (Ausgangsgruppe einer Abstammungslinie), das mit einem anderen Elter gekreuzt wird. In diesem Umfeld wird das Wort benutzt, da einerseits bei zwittrigen Lebewesen eine Unterscheidung in Vater und Mutter nicht immer sinnvoll oder möglich ist, und sich andererseits viele Aussagen gleichermaßen auf Samen- und Eispender beziehen, aber nur auf ein Elternteil.

Bei der ungeschlechtlichen Vermehrung hat ein Individuum nur ein Elter, zum Beispiel: Parthenogenese beim Marmorkrebs.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Eltern (Parents) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Elter – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  Wikiquote: Eltern – Zitate

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Duden online: Elter. Abgerufen am 14. Mai 2019: „Elter, das oder der – Wortart: Substantiv, Neutrum, oder Substantiv, maskulin – Gebrauch: Fachsprache – Bedeutung: Elternteil (bei Mensch, Tier, Pflanze) – Herkunft: rückgebildet aus Eltern – Grammatik: das oder der Elter; Genitiv: des Elters, Plural: die Eltern“.
  2. Ludger Hoffmann (Hrsg.): Sprachwissenschaft: ein Reader. 2., verbesserte Auflage. de Gruyter, Berlin 2000, ISBN 3-11-016896-0, S. 663 (Seite 663 in der Google-Buchsuche). „Vater: »Mensch« und »männlich« und »Elter von Y« – Mutter: »Mensch« und »weiblich« und »Elter von Y« – Bruder: »Mensch« und »männlich« und »Kind von Elter von Y« […]“ usw.
    Weitere Belege in: Herbert Willems (Hrsg.): Lehr(er)buch Soziologie – Für die pädagogischen und soziologischen Studiengänge. Band 2. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-14976-9, S. 693.
  3. Schweizerische Bundeskanzlei, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften: Geschlechtergerechte Sprache – Leitfaden zum geschlechtergerechten Formulieren im Deutschen. 2., vollständig überarbeitete Auflage 2009, S. 26 (PDF-Angebot: 1,1 MB, 192 Seiten auf bk.admin.ch).
  4. Zukunft der Familie – Prognosen und Szenarien. In: Günter Burkart (Hrsg.): Zeitschrift für Familienforschung. Band 6, Sonderheft 2009. Barbara Buderich, Opladen/Farmington Hills MI 2009, ISBN 978-3-86649-237-0, S. 275 (siehe die 19 Fundstellen von „Elter“ in der Google Buchsuche).